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So bekommen Sie einen hohen Krankenstand in den Griff

Seit Monaten beschäftige ich mich mit dem Thema, wie unsere Partner (Kunden) den hohen Krankenstand in den Griff bekommen können.

Wenn ein Mitarbeiter krank wird, fangen seine Kollegen den Arbeitsausfall ohne zu Murren auf. In Unternehmen, die eine Begeisterungskultur leben, ist diese Art der Solidarität völlig selbstverständlich. Doch was passiert, wenn der Krankenstand im Team ohne ersichtlichen Grund immer weiter zunimmt? Dann sind Führungskräfte in der Pflicht zu handeln.

Wie Ihre Unternehmenskultur den Krankenstand beeinflusst

Ein Thema höre ich seit vielen Monaten fast täglich in den Unternehmen: die Zahl der Krankmeldungen hat ein Rekordniveau erreicht.

Wie kann das sein? Sind tatsächlich mehr Krankheitserreger als früher unterwegs? Oder lassen sich die Ursachen möglicherweise in den veränderten Arbeitsbedingungen finden? Für mich ist die Antwort klar: Das Thema ist Sprengstoff! Die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Krankenstand sind vielfältig. UND – Sie müssen schnell und konsequent angepackt werden.

Ein Faktor ist die Unternehmenskultur, der Geist im Unternehmen. Das Ergebnis einer repräsentativen Befragung der AOK von rund 2000 Angestellten: Beschäftigte, die ihre Unternehmenskultur als schlecht empfinden, klagen dreimal häufiger über körperliche und psychische Beschwerden als Beschäftigte, die ihre Unternehmenskultur positiv wahrnehmen. Zudem hat im vergangenen Jahr jeder dritte Mitarbeiter, der die Kultur seines Unternehmens als schlecht bewertete, mehr als zwei Wochen im Betrieb gefehlt. In der Vergleichsgruppe mit einer positiv erlebten Unternehmenskultur war es nur jeder Sechste.

Weshalb ein hoher Krankenstand Ihrem Unternehmen langfristig schadet

Wenn sich ein Mitarbeiter nach dem anderen krank meldet, lehrt das viele Chefs das Fürchten. Und das aus gutem Grund, denn ein hoher Krankenstand bringt Auswirkungen mit sich, die ein Unternehmen langfristig im Kern erschüttern können. Wussten Sie beispielsweise, dass die Kosten für einen Krankheitstag – inklusive Opportunitätskosten – pro Mitarbeiter durchschnittlich 450 Euro betragen? Hochgerechnet ergeben sich daraus schnell sechs- oder siebenstellige Beträge. Diese muss Ihr Unternehmen investieren, um einen hohen Krankenstand zu bewältigen.

Zudem können Sie davon ausgehen, dass ein hoher Krankenstand auch den Rest Ihres Teams enorm belastet. Häufig sogar so sehr, dass selbst die fittesten Mitarbeiter ab einem gewissen Punkt nicht mehr in der Lage sind, ihr Bestes zu geben. Die Konsequenz: Die Ausfallzeiten werden immer höher und ab einem gewissen Punkt werden Ihre Kunden unter dem daraus resultierenden Qualitätsverlust zu leiden haben. Zudem wird die Fluktuation Ihrer Mitarbeiter steigen und Ihr Ruf als Arbeitgebermarke nimmt dauerhaft Schaden. Möchten Sie das riskieren?

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Führungskräfte haben das Schicksal ihres Unternehmens in der Hand

Gehen wir den Ursachen für überdurchschnittlich hohe Krankenstände auf den Grund, fällt der erste Blick auf die Chefetage. Denn häufig nehmen Führungskräfte Warnsignale nicht rechtzeitig wahr und reagieren zu spät. Nicht alle Krankheitsfälle lassen sich über einen Kamm scheren, und gerade deshalb sollten sich Vorgesetzte darum bemühen, mit offenem Blick auf die Krankenstatistiken zu schauen. Dadurch können Sie tatsächliche von „eingebildeten“ Kranken genauer unterscheiden. Ist ein Mitarbeiter dafür bekannt, häufig „blauzumachen“, müssen Sie als Vorgesetzter reagieren. Bekommen Ihre Mitarbeiter das Gefühl, es sei einfacher krankzufeiern als zu arbeiten, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn sich der Urlaub auf Krankenschein immer weiter durchsetzt.

Maßnahmen, mit denen sich ein hoher Krankenstand verhindern lässt

Doch was lässt sich nun konkret gegen einen zu hohen Krankenstand tun? Die wesentlichen Schlüssel im Umgang mit Blaumachern sind Konsequenz und offene Kommunikation. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern ehrlich und mit einem gehörigen Maß an Wertschätzung, dass jedes einzelne Teammitglied für den Erfolg Ihres Unternehmens mitverantwortlich ist. Bedanken Sie sich außerdem für geleistete Überstunden und vermitteln Sie Ihren Leuten das Gefühl, dass Sie ihren Einsatz zu schätzen wissen.

Damit Ihr Team derartige Ansprachen nicht als leere Worthülsen abhaken kann, ist es wesentlich, dass Sie das, was Sie sich von Ihren Mitarbeitern erwarten, auch vorleben – selbst dann, wenn es von Zeit zu Zeit unangenehm sein mag. Können Sie sich vorstellen, wie viel Eindruck ein Vorgesetzter macht, der in Zeiten außergewöhnlicher Belastung selbst die Ärmel hochkrempelt und mit anpackt? Und können Sie sich im Gegenzug auch vorstellen, wie wenig die Worte eines Menschen bringen, der sein Team zwar schuften lässt, sich selbst für Überstunden jedoch zu schade ist? Wenn Sie möchten, dass Ihr Team auf Sie hört, ist klar, für welche Variante Sie sich entscheiden sollten.

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Nehmen wir an, Sie haben es mit Ihrem Führungsverhalten geschafft, Ihre Mannschaft so weit zu motivieren, dass alle Kranken wieder tatkräftig im Einsatz sind, ist die Arbeit noch nicht getan. Im nächsten Schritt geht es an die Aufarbeitung und die Frage, wie Sie ein Wiederansteigen des Krankenstands bereits im Vorfeld vermeiden können. Führungskräfte, die dauerhaft erfolgreich sein möchten, bleiben am Ball und versuchen kontinuierlich, ihre Unternehmenskultur zu verbessern.

Was in diesem Zusammenhang häufig unterschätzt wird, ist die Notwendigkeit, als Führungskraft gesprächsbereit zu sein. Suchen Sie die Kommunikation mit Mitarbeitern, die häufig krank sind, und versuchen Sie bewusst, mehr über die Gründe herauszufinden. Möglicherweise ist die Arbeitsbelastung zu hoch und es finden sich im Gespräch Ideen, um die Situation für beide Parteien zu verbessern.

Ähnlich wichtig ist auch die Kommunikation im Moment der Krankmeldung. Fordern Sie bewusst ein, dass sich Ihre Mitarbeiter persönlich krankmelden und Ihnen rechtzeitig mitteilen, wann sie wieder einsatzfähig sind. Der betroffene Mitarbeiter bekommt auf diese Weise die Möglichkeit, seinem Team den nötigen Respekt zu erweisen. Außerdem können Sie im direkten Gespräch unter Beweis stellen, dass Sie die Bedeutung einer direkten und vertrauensvollen Kommunikation kennen. An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Auch wenn Sie über mögliche Krankmeldungen nicht glücklich sind, sollten Sie sicherstellen, dass Sie Ihre Gefühle im Griff behalten, denn sonst können Sie davon ausgehen, dass die nächste Krankmeldung nicht per Telefon, sondern per E-Mail kommt. Und das werden Sie, wenn Sie eine transparente und vertrauensvolle Kommunikationsbasis durchsetzen möchten, ganz sicher nicht wollen.

Druck macht krank? Nicht unbedingt

„Wir haben zu viel Druck. Ist doch klar, dass wir krank werden.“ Kennen Sie diese Aussage von Ihren Kollegen und Mitarbeitern oder vielleicht sogar von sich selbst? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen Arbeitnehmern, denn Sätze wie diese sind in den meisten Unternehmen gang und gäbe. Das gilt vor allem dann, wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, mehr Arbeit aufgedrückt zu bekommen als sie bewältigen können. Schlimmstenfalls führt dieser Eindruck sogar dazu, dass sich die halbe Belegschaft einen Krankenschein besorgt und mögliche Investitionen in die Zukunft mangels Kapazitäten blockiert werden.

Aus Sicht der Mitarbeiter ist das auf den ersten Blick verständlich. Denn wer läuft schon gerne einen Marathon, wenn er das Gefühl hat, niemals die Ziellinie passieren zu können? Urlaub auf Krankenschein ist allerdings auch keine Lösung – weder für das Unternehmen noch für den überforderten Angestellten. Stattdessen muss eine Möglichkeit her, mit dem Druck, der in vielen Branchen völlig normal ist, sinnvoll umzugehen. Wie das geht? Indem Führungskräfte ihr Team dabei unterstützen, nicht nur fachlich, sondern auch mental zu wachsen. Sei es das Setzen von Prioritäten oder die Fähigkeit, in Krisensituationen einen klaren Kopf zu behalten – all das kommt nicht von selbst, sondern muss erst erlernt werden.

Sobald Führungskräfte damit beginnen, ihren Mitarbeitern Stressbewältigungsmethoden an die Hand zu geben, wird zumindest der psychische Druck verpuffen. Und damit ist bereits eine Menge erreicht.

Alles eine Frage der Einstellung

Wer krank ist, gehört ins Bett, um schnellstmöglich wieder auf die Beine zu kommen. Das ist der Deal, den jeder Mitarbeiter mit der Unterzeichnung seines Arbeitsvertrags abschließt. Selbst in „gesunden“ Unternehmen brauchen manche Teammitglieder dafür allerdings länger als andere. Woran kann das liegen? Meiner Erfahrung nach liegt der entscheidende Unterschied häufig in der Einstellung. Sehen sich Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag als Opfer, tendieren sie dazu, öfter und langfristiger krank zu sein. Aus Zipperlein werden dann schnell schwere – und häufig eingebildete – Krankheiten, die den Gang zur Arbeitsstelle unmöglich machen. Die große Gefahr: Diese Einstellung kann sich auch auf die anderen Kollegen übertragen. Das wiederum kann zu einem Teufelskreislauf führt, der nur unter großen Mühen wieder zu durchbrechen ist.

Was Sie dagegen tun können? Schärfen Sie das Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter und machen Sie ihnen klar, welche Konsequenzen ein solches Verhalten hat. In der Regel müssen andere Kollegen den Arbeitsausfall auffangen – und das kann selbst der anfälligste Mitarbeiter nicht wollen. Vor allem dann nicht, wenn der Rest des Teams bereits an der Leistungsgrenze agiert und wichtige Projekte dadurch möglicherweise ins Stocken geraten. Wenn Sie sich zusätzlich darum bemühen, Ihr Team über den Zusammenhang von Körper und Geist beziehungsweise über Stressbewältigungsmechanismen aufzuklären, bekommen Sie die Chance, die Einstellung Ihrer Mitarbeiter zu ändern. Probieren Sie es aus – Sie werden sehen, dass der Krankenstand Ihres Unternehmens mit Unterstützung derartiger Maßnahmen dauerhaft sinkt.

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