#011 Der Traum vom guten Team

#011 Der Traum vom guten Team
Brennende Themen im Führungsalltag...

 
 
00:00 / 21:02
 
1X

Träumen auch Sie von einem guten Team – ohne Streit, ohne Konflikte, ohne Diskussionen, einer für alle, alle für einen?

Team-O-Meter Begeisterungsland, Mitarbeiterführung

Die Realität ist: Ein Team entwickelt sich nicht von alleine. Es braucht Begleitung, Unterstützung, einen klaren Rahmen – einen Kodex, der für alle verbindlich ist. Richtige Teamentwicklung kommt im Alltag viel zu kurz. Jeder spricht davon und wünscht sich Teamarbeit, doch es wird viel zu wenig aktiv dafür getan.

Wir nehmen Sie in dieser Folge mit auf die Reise, ein Team mit Geist und Spirit zu entwickeln. Denn diese Aufgabe ist Chefsache.

Erfahren Sie was es mit unserem Geistlauf auf sich hat, wie Sie eine

Teamkultur etablieren und Teamgeist entwickeln. Es geht um Kommunikation im Team, um geteilte Verantwortung, um echte Zusammenarbeit.

Komplettes Transkript

Hier als PDF-Datei zum Download

Oder jetzt direkt zu einem Thema springen:

Der Traum vom guten Team
Begeisterte Mitarbeiter in unserem Geistlauf
Teamentwicklung im Alltag?!
Teamkultur etablieren | Teamgeist entwickeln
Die Rolle der Führungskraft
Im Team kommunizieren und umsetzen
Geteilte Verantwortung
Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  1. Der Traum vom guten Team

  2. Ralf:

    Chefs wollen immer ein gutes Team, oder?

  3. Jennifer:

    Oder? Du bist Chef. Willst du ein gutes Team?

  4. Ralf:

    Ja.

  5. Jennifer:

    Ja. Also ich denke …

  6. Ralf:

    Warum?

  7. Jennifer:

    Warum? Damit es …

  8. Ralf:

    Läuft.

  9. Jennifer:

    … harmonisch funktioniert, einfach funktioniert. Das sind glaube ich so die Gedanken, die beim Chef sind. Habe ich ein Team, was gut funktioniert, dann läuft’s.

  10. Ralf:

    Ja. Wenn das wie Zahnräder läuft, ineinander ohne Sand im Getriebe, boah, da muss ich mich nicht kümmern. Keine Konflikte oder wenig Konflikte.

  11. Jennifer:

    Da sage ich direkt, zack, da platzt die Seifenblase. Das klingt wie ein Wunschkonzert. Es läuft halt eben nicht von alleine. Unser heutiges Thema, Teamgeist entwickeln.

  12. Ralf:

    Ach, entwickeln. Ja das …

  13. Begeisterte Mitarbeiter in unserem Geistlauf

  14. Jennifer:

    Ja. Wir haben ja vor vielen, vielen Jahren mal den Geistlauf entwickelt, was ja so unsere Basis für begeisterndes Leben, begeisterndes Arbeiten. Erläutere mal aus deiner Perspektive.

  15. Ralf:

    Naja, ich bin ja angefangen zum Thema Kundenbegeisterung und habe schnell gemerkt, da fehlt eine Komponente, Mitarbeiter. Also du brauchst Mitarbeiter, die brennen. Also begeisterte Mitarbeiter können Kunden begeistern und das führt zu begeisterten Unternehmen, die von Kunden angezogen werden oder von selber zum Unternehmen kommen. So. Und das ist dann statt Kreislauf unser Geistlauf. Der Geist, der Spirit, wenn Mitarbeiter diesen Spirit haben und den Funken zum Kunden bringen, dann zahlt das der Kunde zurück durch Treue.

  16. Jennifer:

    Also das heißt, heute haben wir so Fokus auf begeisterte Mitarbeiter. So und wenn die begeistert sind und als Team ineinandergreifen, dass dann halt eben Kundenbegeisterung gelebt werden kann. Ja. Im Endeffekt sagst du schon, in unserem Geistlauf ist dann ja auch der begeisterte Unternehmer, die begeisterte Führungskraft. Das heißt da halt eben die Desillusionierung für alle Führungskräfte, die zuhören, nicht einfach ein tolles Team zu haben, sondern wirklich das Team mitgestalten und entwickeln zu können, zu dürfen.

  17. Teamentwicklung im Alltag?!

  18. Ralf:

    Okay und wo findet das statt? Wo, wer entwickelt bewusst Teams im Alltag?

  19. Jennifer:

    Also ich glaube, dass das im Alltag ziemlich wenig bewusst passiert.

  20. Ralf:

    Ja.

  21. Jennifer:

    Dass man ganz wenig für bewusste Teamentwicklung macht. Klar, einige Partner, die wir haben, die sagen, lasst uns gemeinsam ein Team entwickeln, also wirklich auch bewusst Trainingsbausteine da einzubauen.

  22. Ralf:

    Und wann, übrigen?

  23. Jennifer:

    Was heißt wann?

  24. Ralf:

    Wann sollen wir die Teams entwickeln oder sie unterstützen bei der Teamentwicklung?

  25. Jennifer:

    Ja.

  26. Ralf:

    Wenn etwas …?

  27. Jennifer:

    Schiefgeht.

  28. Ralf:

    Genau.

  29. Jennifer:

    Wenn es knallt, wenn irgendwas nicht funktioniert, wenn es heißt, ah, das Team funktioniert nicht, da ist nur Zickenterror oder …

  30. Ralf:

    Genau. Krankenquote steigt.

  31. Jennifer:

    Genau. Oder irgendwelches Machtgerangel.

  32. Ralf:

    Konflikte. Ja.

  33. Jennifer:

    Genau. Dann …

  34. Ralf:

    Dann heißt es, jetzt müssen wir was machen. Fehler.

  35. Jennifer:

    Und da ist es schon viel zu spät. Genau.

  36. Ralf:

    Viel zu spät.

  37. Teamkultur etablieren | Teamgeist entwickeln

  38. Jennifer:

    Genau. Das heißt, frühzeitig anzusetzen und sage ich mal erstmal eine Teamkultur überhaupt zu etablieren. K, Kultur, ist ja eins unserer Ks, überhaupt zu schauen, was wünsche ich mir denn für eine Teamkultur? Was macht denn bei uns Teamgeist halt aus? Also es ist ja schon für uns, Geist steckt drin, Geisteshaltung, so und wie definieren wir für uns überhaupt Teamgeist? Sich da erstmal auch Gedanken zu machen, ja, und auch zu gucken, was soll denn für Gäste, für Partner, für Kunden überhaupt spürbar sein, dass man auch merkt, das ist ein Team, was wirklich miteinander funktioniert.

  39. Ralf:

    Ja.

  40. Jennifer:

    Und ich finde, das fängt ja allein schon an, wenn es heißt, ich suche da was, können Sie mich unterstützen, mir weiterhelfen? Wo es heißt, ja, bin ich nicht für zuständig, müssen wir in einer Abteilung fragen. So und da finde ich, ist ja schon das erste Zeichen gegeben, dass es halt nicht ein eingeschworenes einheitliches Team ist, sondern dass häufig halt eben in Abteilungen gedacht wird.

  41. Ralf:

    Ja oder ich höre es manchmal, wenn sich jemand arbeitsunfähig meldet und dann der Chef die Aufgabe hat für Ersatz zu suchen. Das heißt, er ruft seine Mitarbeiter nach und nach an und fragt, du, kannst du einspringen? Und da sagen die Kollegen, du, nö, kann ich nicht. Und ich finde, das muss das Team selber regeln. Das Team selber muss auch eine Regelung finden, wie gehen wir damit um, wenn einer von uns krank ist …

  42. Jennifer:

    Ja.

  43. Ralf:

    … und wo springen wir ein und thematisiert auch immer. Bei dir war es jetzt viermal hintereinander.

  44. Jennifer:

    Also da merkt man ja schon, wo das anders funktioniert, wo sich das Team kümmern muss. Dass da schon auch ein anderer Teamgeist dann herrscht, dass man eben nicht bei einem kleinen Schnupfen sagt, ah, ich kann jetzt nicht, Chef kümmert sich schon, wird schon sorgen, sondern wenn ich wirklich dem Team mitteile, ich bin heute krank, ich kann nicht, wer kann einspringen, dass es ja schon auch eine andere Hemmschwelle dann ist.

  45. Ralf:

    Das sowieso, aber das ist auch ein bisschen Verantwortung, ich fühle mich fürs Team mitverantwortlich, ich weiß, dass die Kollegen den Preis bezahlen. Das hatten wir ja bei dem Thema Krank- und Fehlzeitenmanagement, überhaupt das Thema, und deswegen kann ich nur nochmal sagen, Teamgeist zu entwickeln ist eine Riesenaufgabe und ich erschlage damit so viele Faktoren. Das ist wirklich für mich einer der Erfolgsfaktoren der Zukunft. Deswegen auch nochmal diese besondere Folge dazu. Weil Prozesse, Abläufe, der Kunde spürt das. Also wenn ein Team richtig funktioniert, dann springt der Funke über, das spürt ein Kunde. Der sagt, wenn ich hier reinkomme, hier ist Spirit, hier Geist. Deswegen lege ich ja viel mehr Wert darauf zu sagen, wir fangen erstmal bei mir an, Selbstbegeisterung und dann kommt Mitarbeiter und Team, weil das der Kunde spürt. Und wenn wir gleich beim Kunden anfangen, was können wir für Kunden tun, dann überspringen wir viel zu viel Ebenen.

  46. Die Rolle der Führungskraft

  47. Jennifer:

    Wenn du sagst, ich fange bei mir selbst an, also da jetzt so in Richtung Führungskraft gesprochen, erstmal bei sich selbst anzusetzen und zu gucken, was wünsche ich mir für eine Kultur, wie soll mein Team überhaupt aussehen. Wir haben ja heute leider nicht mehr so die Möglichkeiten aus diesem riesengroßen Pool Teammitglieder zu fischen, die vielleicht fürs Team halt passend sind. Manchmal, in Anführungszeichen, muss ich mich dann für Teammitglieder entscheiden, die vielleicht auch von der Konstellation gar nicht so stimmig sind, aber dann auch zu gucken, wie gehe ich damit um. Wenn jetzt jemand auf dich zukommt, jetzt nicht mit uns zusammenarbeitet, und sagt, knackige, schnelle, praktische Tipps, damit ich wirklich in die Teambildung gehen kann, was schlägst du vor?

  48. Ralf:

    Ja, überhaupt das Thema Teamarbeit einfordern. Also es wird viel zu wenig eingefordert, also ich bin ja jemand, der gleich bei der Einstellung des thematisiert und sagt, hier ist Teamarbeit Pflicht. Was bedeutet denn Teamarbeit überhaupt? Erst das Team, dann ich. So. Also und wann kümmere ich mich drum, wann zahle ich auf das Team ein, auf den Teamgeist? Also doch nicht mit einer Weihnachtsfeier. Das reicht doch nicht. Doch nicht, indem ich sage, wir gehen ein, ja, Herr Strupat, wir gehen ja auch bowlen. Okay. Wir machen eine Weihnachtsfeier und wir gehen einmal bowlen. Das ist, ja, können wir, das beste war ja noch mal, können wir was fürs Team, für die Teamentwicklung tun? Wir würden gerne klettern gehen. Okay. Also das kann man machen, das finde ich auch, machen wir ja auch, aber das löst doch nicht das Thema, was ich habe, nämlich einen Teamgeist zu entwickeln, überhaupt das mal zu thematisieren, dass auch jemand sagt, das ist nicht mein Ding, mache ich nicht mit. Ja, also das gleich bei der Einstellung zu thematisieren, dass man an außerbetrieblichen Veranstaltungen auch teilnimmt.

  49. Jennifer:

    Ja. Also das heißt halt eben, dass gar nicht so die Chance gegeben ist sich da rauszuziehen, also zu sagen einfach, ich mache hier nur einen Job, sondern ich bin wirklich Teil des Teams und das von Anfang an halt eben auch klarzumachen, dass jemand die Entscheidungsgrundlage hat, ja, will ich oder will ich nicht.

  50. Ralf:

    Genau.

  51. Jennifer:

    Weil manche kommen ja schon mit der Haltung, ich will arbeiten, aber bloß nicht zu nahe, bloß nicht zu viel. Aber das heißt ja automatisch auch nicht, auch wenn man private Zeit teilt, dass es automatisch zu nah sein muss, sondern einfach ein Teil von Team, von Haltung, von Geist ist.

  52. Ralf:

    Absolut. Also das verstehe ich auch, ich will auch nicht jetzt jeden Monat, dass wir außerbetrieblich irgendwo hingehen. Das meine ich damit nicht. Aber wenn ich zweimal im Jahr was mache, da ist doch klar, da kann jeder, also ich würde das als Unternehmer nie zulassen, dass hier jemand sagt, Schnaps ist Schnaps, Bier ist Bier, und ich bleibe auch gerne eine Stunde länger, aber da komme ich nicht mit. Ich komme nie mit, ist nicht meins. Du, dann kannst du mitkommen, ein Bier trinken und dann wieder gehen oder ein Wasser trinken. Verstehst du, die Haltung dahinter, das ist ja entscheidend, die Einstellung dazu. Wie will ich denn zusammenarbeiten, wie will ich einspringen, wie will ich jemand fragen, wenn ich merke, der integriert sich nicht. Also ich bin ja immer eher dafür, mir hilft keiner, sondern zu sagen, nee, frag mal bitte. Viele sagen, naja, hier kriegst du keine Unterstützung. Ich bringe immer bei, ey, frag danach, dann wird dir geholfen.

  53. Jennifer:

    Ja. Also es ist halt eben schon dieses Miteinander wirklich, nicht nur zu sagen, auch wenn ich als neues Team vielleicht, ein Teammitglied hinzukomme halt so und mich unterstützt ja keiner, zeigt mir keiner, das auch positiv einzufordern, sich auch als aktives Teammitglied zu zeigen.

  54. Ralf:

    Ja. Keiner hat eigentlich ein Recht da drauf.

  55. Jennifer:

    Bitte?

  56. Ralf:

    Würdest du sagen, hat man als Chef ein Recht da drauf vom Mitarbeiter Teamarbeit einzufordern?

  57. Jennifer:

    Hach, mir fällt es ein bisschen schwer mit dem Begriff des Rechts. Habe ich da ein Recht drauf? Also ich finde, wichtig ist, wenn man sagt, ich wünsche mir Teamgeist und dass das die Basis von unserem Erfolgsrezept ist, Kunden zu begeistern, Kunden zu binden, das ein Stück weit einzufordern, aber halt mit dem Team gemeinsam zu leben. Ich denke, die Herausforderung ist, dass manche Chefs dann sagen, ja, wichtig ist, dann soll das Team halt irgendwie klettern gehen oder die sollen sich zusammensetzen, die sollen mal definieren, was heißt ein Team, aber sich dennoch rausziehen. Ich finde, klar, ein Chef führt, sollte führen und aktiv auch führen und entwickeln, aber dennoch auch Teil des Teams zu sein. Manchmal ist es ja so, dass dann Anfragen an uns herangetreten werden, machen Sie auch was im Rahmen von Teamentwicklung? Ja, dann nehmen Sie sich mal die Abteilungen, machen da mal was und so, und dass man sich dann wieder aus der Verantwortung rauszieht und die Verantwortung dann abgibt und sagt, ja, die machen das schon, die sind dann schon ein tolles Team.

  58. Ralf:

    Wer hat denn die Verantwortung fürs Team?

  59. Jennifer:

    Ich finde, die Führungskraft.

  60. Ralf:

    Okay. Ja.

  61. Jennifer:

    Für mich ist es so, dass die Führungskraft verantwortlich ist für das Team, auch wenn ich merke, da ist irgendwie wenig gute Stimmung, und nicht so, ach, wird schon wieder legen oder so, sondern dann auch bewusster Position, Stellung zu beziehen, Team zusammen zu holen. Klar finde ich, ist es wertvoll bei einem Team einen Teamleiter, Teamsprecher zu haben, auch jemand, der sich innerhalb des Teams verantwortlich fühlt. Weil ich sage, im Endeffekt kann ja nicht alles beim Chef auf dem Schreibtisch dann halt eben landen, aber dennoch, dass der Chef halt eben als nahes Teil des Teams auch begleitet, involviert ist, und nicht die Verantwortung komplett abgibt und sagt, da habe ich jetzt einen Teamleiter, ja, der soll das mal machen.

  62. Im Team kommunizieren und umsetzen

  63. Ralf:

    Absolut. Ich finde auch wichtig, dass man genau überlegt, dass Teams mal über sich selbst sprechen als Team. Und wir sprechen viel zu viel auf der Sachebene, über was läuft nicht, was können wir verbessern. Das ist alles total wichtig, aber wann sprechen wir mal über uns selbst als Team? Wie gehen wir miteinander um? Was erwarte ich von dir? Wirklich auf der Beziehungsebene. Man weiß, dass Teams, die über sich und ihre Zusammenarbeit sprechen, über sich, am Ende ein erfolgreiches Team sind und viel, viel besser als wenn es nur auf der Sachebene bleibt. Also in der Regel sprechen Teams über Konflikte, Dinge, die sie verbessern wollen, aber nicht über sich selbst.

  64. Jennifer:

    Mhm (bejahend). Ja. Also ich finde es immer spannend so im Rahmen von Trainings, wenn man wirklich so am Thema Team arbeitet, am Team, also mit dem Team am Team arbeitet, und wenn wir dann auch so praktische Aspekte machen, die vorher sage ich mal theoretisch vielleicht auch erarbeitet wurde, dass die Welt dann auch wieder anders aussieht, wo sie sagen, doch, wir sind doch ein Team, wir halten Absprachen, wir tauschen uns aus. Wichtig ist, dass wir ein gutes Miteinander haben, einen positiven Ton. So, dann machen wir so praktische Übungen, für uns beide ist immer ganz wichtig auch viel praktisch zu erproben, auszuprobieren. Und auf einmal merkst du, es ist nur eine Übung, inszeniert im Rahmen unseres Trainings. Vielleicht läuft auch die Kamera und alle denken, ja, wir machen hier einen super Team-Job und auf einmal wird es laut. Dann, hey, warum macht ihr nicht … und du und du. Und ich finde, das ist immer so ein ganz schöner Spiegel, wo man sagt, hey, wenn das so in so einer Übung schon läuft, wie wird es dann auf der Fläche sein? Also da ist für mich so ein Appell auch an Teams, seid ehrlich zu euch selbst.

  65. Ralf:

    Wobei Jenny, das habe ich jedes Mal. Also vorher sprechen über Teamarbeit, appellieren, jeder ist dabei, dann machst du die erste Übung und es geht sofort in die Hose. Genau das, was du auch beschreibst, auch meine Erfahrung. Obwohl wir es gerade noch thematisiert haben in so einem spielerischen Ehrgeiz, auch in einer bewusst herbeigeführten Stresssituation, ist alles wieder weg. Und das ist so eine wunderbare Erkenntnis, die kenne ich auch manchmal zuhause, wie schnell so die Absicht dann auch wieder verlorengeht.

  66. Jennifer:

    Da finde ich, ist es so wichtig halt eben auch im täglichen Tun, wenn man merkt, dass Teamgeist, den man vielleicht gemeinsam erarbeitet hat, definiert hat, vielleicht gibt’s sogar was Schriftliches dazu, wenn dieser Teamgeist aber dennoch dann im Alltag nicht gelebt wird, dass das dann auch thematisiert wird. Das finde ich, ist nur die Herausforderung, jeder macht seinen Job, alles sind in allen Bereichen halt eben gut unterwegs. Dann merkt man, es knatscht und dann passiert es ja doch eher wenig. So und das dann aber zeitnah und schnell auch zu thematisieren, sich dafür bewusst die Zeit zu nehmen und dann auch …

  67. Ralf:

    Ja, das ist ja mein Wusch.

  68. Jennifer:

    … mutig zu sein, zu sagen, hey, ich merke da gerade, läuft nicht so, wir haben uns gemeinsam auf die Fahne geschrieben. Welche konkreten praktischen Tipps hast du da sag ich mal an unsere Hörer? Viele Führungskraft dabei, die dann sagen vielleicht, ja, was mache ich denn da konkret?

  69. Ralf:

    Konkret würde ich das erstmal thematisieren, ich würde ein Meeting zu diesem Thema einberufen, würde sagen, lasst uns mal heute über uns selbst sprechen, was verstehen wir unter Teamarbeit und lasst uns mal den Rahmen abstecken. Was ist Teamarbeit, was ist … und dann Beispiele richtig rausarbeiten. Wenn jemand ausfällt, wenn jemand eine Reklamation hat, dass ich dann dazu gehe und nicht weglaufe. Dass ich ihn unterstütze. So. Dann vielleicht so eine Art Teamkodex erarbeite und dann einmal im Monat mal so ein Teamometer mache und sage, wie sieht’s denn aus mit unserer Teamarbeit? Über uns selbst sprechen. Und ich glaube, dass das ein Prozess ist, dass man das lernen muss über sich selbst zu sprechen. Und dann jeden Monat und nicht nur, oder regelmäßig, und nicht nur, wenn wieder was schiefgegangen ist.

  70. Jennifer:

    Mhm (bejahend). Ja.

  71. Ralf:

    Dass das dann so ein Learning wird, zu einer Kultur. Ich glaube, da gehört auch eine Konflikt- und Streitkultur dazu, dass wir das im Team lernen.

  72. Jennifer:

    Also das finde ich, ist auch ein ganz spannendes Thema, wo du sagst, Streitkultur. Also dazu glaube ich machen wir auch noch mal eine separate Folge. Weil ich finde, die wenigsten haben ja gelernt konstruktiv zu streiten, dass es sowas wie eine Streitkultur gibt. Oft ist es dann ja doch, dass man dann eher bockig ist, sich zurückzieht, so ah.

  73. Ralf:

    Ist nicht so wie bei uns, ne.

  74. Jennifer:

    Nee, wir können gut streiten.

  75. Ralf:

    Ja, wir können das.

  76. Jennifer:

    Ja. Mhm (bejahend). Nein, ich finde, wie nanntest du es? Teamometer, Teambarometer?

  77. Ralf:

    Ja genau.

  78. Jennifer:

    So eine eigene Wortschöpfung, Kreation.

  79. Ralf:

    Weißt du, dass ich immer frage, wie läuft’s gerade. Also, um es ins Bewusstsein zu holen, das ist einfach nur der Hintergrund. Und das als festen Punkt auf der Agenda. Wir sprechen, wir sprechen wieder über Zahlen, Daten, Fakten, was machen die Umsätze und machen die Abschriften, was machen die Retouren? Darüber sprechen wir regelmäßig. Das gucken wir uns an.

  80. Jennifer:

    Aber das ist auf der Zahlen-, Daten- und Faktenebene …

  81. Ralf:

    Ja.

  82. Jennifer:

    … und nicht emotional, nicht zwischenmenschlich halt so und dann ist man überrascht, warum es dann krankt.

  83. Ralf:

    Ja und dass das Team auch lernt selber, da, wo ich das erlebe, sehe ich ja auch, dass Superergebnis, wenn das Team selber thematisiert im Meeting und nicht nur die Führungskraft. Jenny, wollte ich dir noch mal sagen, fand ich gestern unmöglich, fand ich einfach blöd, dass du abgehauen bist.

  84. Jennifer:

    Hey, was war denn gestern unmöglich?

  85. Ralf:

    Ja, sprechen wir gleich noch mal drüber. Verstehst du?

  86. Geteilte Verantwortung

  87. Jennifer:

    Ja. Ja, finde ich gut. Also da die Verantwortung auf beiden Seiten auch. Wir haben ja am Anfang schon gesagt, wichtig halt irgendwie die Chefs, die sich verantwortlich fühlen auch ein Team zu entwickeln, aber jedes einzelne Teammitglied sich auch in der Bringschuld sieht auch zu sagen, wenn was nicht läuft und das auch beim Team einzufordern und das sag ich mal ein Teil von der Meeting-Kultur wird. Dass es ganz normal ist übers Team zu sprechen, nicht nur über die anderen, Zahlen, Daten, Fakten, sondern über sich selbst.

  88. Ralf:

    Und wer das nicht gelernt hat, zu Hause nicht gelernt hat, in anderen Unternehmen nicht gelernt hat, der wird das auch nicht mitbringen. Und deswegen gebe ich dir recht, Teamgeist muss man entwickeln. Das ist ein bewusster Prozess.

  89. Jennifer:

    Ja. Das finde ich, ist noch mal ein wichtiger Punkt, auch da wieder diesen Perspektivwechsel einzunehmen aus Blick des Chefs, eben nicht zu sagen, ist doch klar, dass wir ein Team sind und dass man Teamgeist leben muss. Nein! Das hat nicht jeder gelernt. Wenn man das halt eben merkt, da finde ich halt eben nicht zu bewerten und dann boah, ist ja überhaupt gar kein Teammitglied oder versteht der keinen Teamgeist, sondern die Chance zu nutzen jemanden da mitzunehmen und zu einem wahren Teammitglied werden zu lassen.

  90. Ralf:

    Ja, absolut. Zeit für Bohnen.

  91. Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  92. Jennifer:

    Zeit für Bohnen. Ja. Magst du mit der ersten Bohne starten?

  93. Ralf:

    Ja, für mich wäre es das Thema Teamkodex, wirklich diesen Rahmen abzustecken, ganz genau, was Teamgeist ist, was wir erwarten, wie wir miteinander umgehen wollen und das richtig mal rausarbeiten und fixieren.

  94. Jennifer:

    Okay.

  95. Ralf:

    Schmeiße mal meine mit rein bitte.

  96. Jennifer:

    Oh, jetzt ist die Bohne noch gestürzt. So. Dann haben wir den Teamkodex. Für mich wäre es, ein Team entwickelt sich nicht von alleine, sondern es braucht Entwicklung, Begleitung, Unterstützung durch den Chef und das ist eine gemeinsame Entwicklungsreise.

  97. Ralf:

    Und ich finde gut, wenn man einen Jahresplan macht, dass man monatlich Team thematisiert, also als bewussten Prozess. Entweder so ein Teamometer oder eine Abfrage macht, für sich etwas findet im Sinne von kapieren und nicht kopieren. Finde etwas, damit es sichtbar ist, dass Teamarbeit hier ganz oben steht.

  98. Jennifer:

    Also das heißt, vielleicht nicht, dass jetzt jemand glaubt, oh, ich muss jeden Monat eine Teamaktion machen, sondern nur, dass monatlich das Thema Team ein festes Thema ist.

  99. Ralf:

    Ja, thematisiere, so wie in einer Agenda, so wie wir über Umsätze sprechen, Abschriften et cetera, sprechen wir auch vielleicht zuerst über uns und dann über die Zahlen.

  100. Jennifer:

    Ja, finde ich super. Also als erstes, Besprechung über Team, Teamgeist sprechen. Das ist unsere 3. Bohne. Die Bohnen wollen heute nicht ganz ins Glas.

  101. Ralf:

    Stimmt.

  102. Jennifer:

    Okay.

  103. Ralf:

    So. Jetzt raus in die Sonne.

  104. Jennifer:

    Und für alle, viel Erfolg beim Team entwickeln. Bis zum nächsten Mal.

  105. Ralf:

    Bis zum nächsten Mal.

  106. Jennifer:

    Ciao!

  107. Ralf:

    Ciao!

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!