Stay in touch
Stay in touch

#012 Immer wieder diese Fehler

#012 Immer wieder diese Fehler
Brennende Themen im Führungsalltag...

 
 
00:00 / 17:18
 
1X

Glauben Sie wirklich Fehler gehören dazu? Glauben Sie auch es ist die falsche Denke, Fehler zu verteufeln? Und wie gehen Sie im Unternehmen mit Fehlern um? Darüber sprechen wir in dieser Folge.

Für den konstruktiven Umgang mit Fehlern braucht es Klarheit über die Anforderungen und eine gewisse Akzeptanz für Fehler. Dann die bewusste Entscheidung für den Aufbau einer Fehlerkultur. Letztendlich auch die Entwicklung einer Lösungskultur.

Diskutieren Sie im Unternehmen zum Beispiel auch, ob Sie den „Fehler der Woche“ feiern, oder einen „Fehlermonat“ einführen sollten. Und bleiben Sie dabei wie immer positiv.

Hören Sie mit und machen Sie den ersten Schritt zu einer gelebten Fehlerkultur.

Das komplette Transkript
> Hier als PDF-Datei zum Download <

Jetzt direkt zu einem Thema springen:

Zeit und Bewusstheit zum Thema „Fehler“
Fehlerkultur entwickeln | Umgang mit Fehlern
Fehlerkultur <-> Lösungskultur
Konsequenz bei wiederholten Fehlern
Die Entwicklung einer Fehlerkultur braucht Zeit
Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  1.  
    Jennifer:

    Du weißt, ich habe 2 Jungs.

  2.  
    Ralf:

    Ja.

  3.  
    Jennifer:

    Der große, Jasper, kommt diesen Sommer in die Schule. Letztens noch eine Kundin, die sagte, was, Frau Zacher? Sie waren doch gerade das erste Mal schwanger, jetzt kommt der schon in die Schule? Und du weißt, manchmal bin ich ja schon so eine Helikopter-Mama und jetzt bin ich mal gespannt, wie ich damit umgehen werde, wenn mir irgendwas nicht so passt wie die Lehrerin das dann macht oder wenn Jasper mit den ersten Arbeiten nach Hause kommt mit, boah, wie konntest du denn den Fehler machen? Rate mal, welches Thema wir heute auf der Schiene haben?

  4.  
    Ralf:

    Fehlersuchanstalt, nämlich eine Schule. Also es geht um Fehler.

  5.  
    Jennifer:

    Genau. Wir gehen ja positiv damit um und schauen heute mal hin, wie sieht’s aus mit einer Fehlerkultur, gelebte Fehlerkultur im Unternehmen. Und welche Erfahrungen bringst du mit?

  6. Zeit und Bewusstheit zum Thema „Fehler“

  7.  
    Ralf:

    Ja, ich glaube, dass wir uns zu wenig Zeit nehmen Fehler zu besprechen in den Unternehmen. Das ist bei uns so, hier bei uns selbst so und in den Unternehmen auch. Also die Fehler werden aufgezeigt, aber wer nimmt sich wirklich die Zeit sich hinzusetzen und solche Themen in Ruhe zu besprechen, damit Fehler nicht nochmal passieren?

  8.  
    Jennifer:

    Spannend. Ich habe ja das Beispiel von Schule gebracht. Wer legt denn überhaupt fest, was Fehler sind? Du weißt, haben wir oft schon diskutiert, du hast ja auch 4 Kinder, so, und dann kommen die nach Hause und dann ist mit Rotstift markiert, Fehler, Fehler, Punktabzug. So, wie läuft es in Unternehmen?

  9.  
    Ralf:

    Ja, da gibt’s Augen verdrehen, genervt sein, vielleicht ein Kommentar, den man nebenbei macht, man spricht es nicht richtig an, sondern man zeigt, dass man unzufrieden ist oder man sagt das auch, aber so eine Berichtigung also wie in der Schule, dass man dann nochmal sich Zeit nimmt, wie es richtig hätte sein sollen, glaube ich findet nicht statt.

  10.  
    Jennifer:

    Ja, für mich geht’s noch einen Schritt weiter vor. Wer legt denn überhaupt fest, was ein Fehler ist? Ich sag mal Schule, Mathe, ist einfach, 5 + 5 = 10. So, und wenn da 9 steht, ist falsch. Beim Unternehmen ist es ja manchmal nicht so einfach, also da sind ja unterschiedliche Maßstäbe, wann ein Fehler ist, also was einen Fehler ausmacht.

  11.  
    Ralf:

    Ja, ein Fehler ist dann, wenn etwas nicht so umgesetzt wird, wie es besprochen wird, wie es geregelt ist und wie es vom Chef gewünscht wurde.

  12.  
    Jennifer:

    Da finde ich, ist schon ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Du sagst ja, wie es besprochen ist. Das heißt, wir brauchen ein gemeinsames Verständnis, wie Sachen überhaupt sein sollen, damit wir hinterher sagen können, ist passend oder weniger passend gelaufen.

  13.  
    Ralf:

    Ja, wir antworten innerhalb von 24 Stunden. Wenn wir das vereinbart haben und es wird nicht gemacht, dann ist es ein Fehler.

  14.  
    Jennifer:

    Ja, ist das ein Fehler?

  15.  
    Ralf:

    Ja.

  16.  
    Jennifer:

    Ja, nein, ist eine Frage halt so. Wir haben gesagt, auch bei uns ist manchmal herausfordernd, dann sind vielleicht so Sachen, wo wir sagen, ah, das wünschen wir uns anders, aber sind es denn dann Fehler oder sind es Dinge, die im Alltag dann einfach anders laufen, untergehen?

  17. Fehlerkultur entwickeln | Umgang mit Fehlern

  18.  
    Ralf:

    Wir wollen ja auch über Fehlerkultur sprechen. Was ist denn eine Fehlerkultur? Also, wenn ich Fehler zulasse, wenn ich sage, Mensch, es gibt ja Unternehmen, die feiern den Fehler der Woche?

  19.  
    Jennifer:

    Spannend, spannend. Erzähl mal.

  20.  
    Ralf:

    Ja, da gibt es jede Woche eine E-Mail mit dem Fehler der Woche, damit der nicht vertuscht wird, damit wir eine Fehlerkultur entwickeln, damit wir alle aus den Fehlern lernen können, damit die Fehler nicht nochmal passieren. Und dann wird der Fehler der Woche beschrieben, der wird fast gefeiert, damit es nicht so einen negativen Touch hat wie in der Schule mit einem Rotstift und dann wird die Note versaut, sondern es geht darum aus Fehlern zu lernen. Und das wird dann aufgezeigt, welche Folgen das hat und das wird beschrieben und der, der den schlimmsten Fehler präsentiert, der kriegt auch einen Gutschein.

  21.  
    Jennifer:

    Spannend. Auf jeden Fall spannend. Ich finde so einen Punkt, den du gerade reingebracht hast, einen Fehler, in Anführungszeichen, „feiern“ und nicht zu vertuschen und wirklich eine Fehlerkultur zu entwickeln. Ich denke, dass es ja häufig eher so, lieber nichts sagen, es ist was schiefgegangen, in der Hoffnung, dass es gar nicht erst durchkommt. Weil ich finde, wenn ein Fehler aufgedeckt wird, das ist sage ich mal so meistens der Fall, dass, in Anführungszeichen, „gemeckert“ wird.

  22.  
    Ralf:

    Ja, mich nerven aber auch Fehler, sorry. Also als Chef …

  23.  
    Jennifer:

    Die sind ja auch nervig, ja klar, du findest sie nicht nur als Chef nervig, es ist nervig. Ja, aber was konkret dann tun? Oft ist es ja so, dann finden wir es nervig, verdrehen vielleicht die Augen so wie du sagtest und denken, meine Güte schon wieder? Aber es wird zu wenig thematisiert.

  24.  
    Ralf:

    Ja, richtig. Also das ist mein Learning, dass ich sage, ich sollte mir mehr Zeit nehmen diesen Fehler zu besprechen, die Konsequenzen zu besprechen, mir so ein ganz kleines Redeskript vorher überlegen, dass ich das thematisiere, welche Folgen der Fehler hat und was ich mir in Zukunft wünsche, und was machen wir, wenn es nochmal passiert. So, dann muss es für mich auch eine Art Konsequenz haben. Und diese Zeit, die nehme ich mir nicht ausreichend, sondern ich zeig den Fehler, ich leg den Fehler hin und ich kenne es sogar auch an mir, wenn ich merke, ich habe jetzt die Zeit nicht das zu besprechen, und man merkt es mir an, oder?

  25.  
    Jennifer:

    Das heißt aber auch so Appell an der Stelle an unsere Hörer, wir haben ja ganz viele tolle Hörer, die auch immer nach praktischen Tipps halt eben hungern, sozusagen okay, erstmal halt für dich den Fehler aufdecken, aber dann eben nicht eine E-Mail schreiben oder einen Zettel hinlegen oder vielleicht spürbar anders zu sein, wobei man denkt, ey komm, alles im grünen Bereich, sondern sich das auf die Fahne zu schreiben, bewusst Zeit dafür zu nehmen. Also bewusst auch anzusprechen.

  26.  
    Ralf:

    Mal vorher anfangen. Guck dir doch mal die E-Mails an, die du bisher geschrieben hast zum Thema Fehler, guck dir mal an, wie du bisher reagiert hast, das erst einmal reflektieren.

  27.  
    Jennifer:

    Also Selbstreflexion, Hingucken?

  28.  
    Ralf:

    Genau. Habe ich es überhaupt ganz klar benannt oder bin ich vielleicht doch ein netter Chef, der das irgendwie umschreibt, aber gar nicht auf den Punkt bringt? Manchmal versteht der Mitarbeiter gar nicht, was gemeint war, weil ich als Chef auch nicht immer meckern will und trotzdem es dann erwähne, aber nicht klar rüberbringe. Also erstmal reflektieren, wie bringe ich es überhaupt rüber, wie schreibe ich so eine E-Mail? Versteht jeder, was gemeint ist? Und dann sich zu überlegen, es mit dem Mitarbeiter mal zu besprechen, wie gehen wir mit Fehlern um, ein Meeting zu machen und sagen, so, ab jetzt möchte ich eine Fehlerkultur oder will mit euch über Fehler sprechen, mich nerven auch manche Dinge, die sich nicht bessern und in Zukunft will ich das direkter ansprechen, also das mal anzukündigen in einem Meeting.

  29.  
    Jennifer:

    Ja. Einen schönen Punkt finde ich, wenn du sagst, eine Fehlerkultur zu entwickeln, weil ich glaube, das ist nichts, was man von oben überstülpen kann und da sind wir beide ja denke ich derselben Meinung, dass Chef nichts von oben herab, in Anführungszeichen, „delegieren“, reinbringen, sondern dass es etwas ist, was man gemeinsam entwickelt. Weil ich finde, klar, auch gerade als Chef ist man nicht unfehlbar, dass man ja auch aus eigenen Fehlern lernen darf und auch die mit dem Team gemeinsam reflektiert. Also dass man schon so eine gemeinsame Fehlerkultur hat und das Team sich aktiv und offen auch miteinbringen kann, dass man ein gemeinsames Verständnis davon hat.

  30. Fehlerkultur <-> Lösungskultur

  31.  
    Ralf:

    Ja. Genau. Und zur Fehlerkultur gehört die Lösungskultur. Auch zu gucken, was hast du denn gemacht, als der Fehler passiert ist? Immer die Lösungskultur, ich glaube, mir geht’s als Chef manchmal gar nicht um die Fehler an sich, sondern dass danach nichts passiert ist, dass keine Lösungskultur vom Mitarbeiter gekommen ist, was hast du denn dafür getan, dass es besser wird oder hast du den Fehler überhaupt noch selbst beseitigt? Irgendwie, ich musste dann nach Hause, habe ich auch nicht mehr geschafft, bin ich nicht zuständig, ich habe es ja Peter Bescheid gesagt, sowas nervt mich. Und das zu besprechen, was es ist, dass es nicht nur der Fehler ist, der mich nervt, sondern das fehlende Engagement, das fehlende Lösungsdenken, sich zu kümmern, dass mir das gefehlt hat, das sollte man als Führungskraft viel intensiver besprechen. Also wäre doch mal schön zu sagen, jetzt machen wir so einen Fehlermonat und in dem Monat thematisiere ich das Thema Fehlerkultur und Lösungskultur mal ganz ausdrücklich, in den Meetings, ich suche ein paar Artikel daraus, sodass wir ein Bewusstsein dafür kriegen. Jeder sagt ja, ja, Fehler müssen sein und trotzdem sind wir sehr genervt davon.

  32.  
    Jennifer:

    Wobei, sagen das wirklich viele, Fehler müssen sein? Also manchmal erlebe ich das im Kontext von Coachings oder auch Trainings, wo man sagt, keine Fehler, keine Fehler, dass sie nicht zugelassen werden oder nicht sein sollen. Für mich ist es so, dass die schon Teil des Tagesgeschäftes sind, dass man aus diesen vermeintlichen Fehlern, so wie Fehler der Woche, wirklich ja lernen kann, dass das auch ein Stück weit Geisteshaltung ist, Dinge, die halt nicht so laufen, wie wir sie uns wünschen, genutzt werden, um daraus halt eben zu lernen und uns auch weiterzuentwickeln als Team.

  33.  
    Ralf:

    Also ich glaube, vom Kopf haben es ganz viele auch unserer Hörer und Partner klar, im Alltag wird es nicht gelebt. Also die sagen, klar, Fehler passieren, passieren mir auch, wir sind alle nur Menschen, ich glaube, das sagen alle unsere Partner, und dann hört‘s auf. Also ich glaube, die Einsicht ist da und dann die Umsetzung, warum Fehler trotzdem dann vertuscht werden, obwohl der Chef das sagt, ist, weil wir dann doch eben genervt sind. Bin ich ja auch in dem Moment, und sie sind ja auch oft ärgerliche Fehler, es sind sogar teure Fehler. Ich habe jetzt gerade einen Fall, da geht’s in die tausende, in die fast 100.000 Euro. Da sagst du auch nicht mehr, hurra, ein Fehler!

  34.  
    Jennifer:

    Was ist, wenn solche Fehler dann passieren oder wiederholt passieren? Du sagst auch, dann ist man genervt, wenn es nochmal und nochmal ist. Jetzt haben wir so eine Fehlerkultur etabliert, auch besprochen.

  35.  
    Ralf:

    Du kennst doch den Spruch, Fehler dürfen einmal passieren und nicht nochmal. Das ist ja der …

  36. Konsequenz bei wiederholten Fehlern

  37.  
    Jennifer:

    Also was ist aber, wenn die dann doch nochmal passieren, weil es eben nicht so einfach ist diesen Fehler aus dem Tagesgeschäft rauszukriegen? Dann kommt es ja zum Thema Konsequenz, haben wir ja auch schon drüber gesprochen, auch eins unserer Ks. So, was macht man denn, wenn jetzt wirklich halt eben ein Fehler mehrfach auftaucht mit aller Lösungsorientierung, wo wir gemeinschaftlich drangehen, es passiert dennoch, und so ein Fall, wie du jetzt hast, tausende Euro, die verlorengehen?

  38.  
    Ralf:

    Gut. Mein Rat ist, das immer im Vorfeld zu besprechen, also dass ich sage, Jenny, was machen wir denn, wenn es nochmal passiert?

  39.  
    Jennifer:

    Warum sprichst du mich denn jetzt gerade so an?

  40.  
    Ralf:

    Wenn es nochmal passiert, wie gehen wir dann damit um? Und wie gehen wir damit um, wenn der Firma ein Schaden entsteht. So.

  41.  
    Jennifer:

    Also das auch als Teil der Fehlerkultur im Vorfeld schon zu besprechen, also die Relevanz aufzuzeigen und deutlich zu machen, hey, ist total wichtig Verantwortung zu übernehmen, da wirklich auch verantwortlich zu agieren und wenn es dennoch passiert, wie gehen wir damit um?

  42.  
    Ralf:

    Ja, ich finde, das muss auch Konsequenzen haben, dann möchte ich, dass es eben nachgearbeitet wird, dann möchte ich auch, dass es vielleicht hinten drangehangen wird nach der Arbeitszeit, dass der Fehler dann selbstständig in der freien Zeit erledigt wird. Aber das würde ich im Vorfeld besprechen. Schlimm ist es immer, wenn ich es erwarte, genervt bin und es dann so nicht umgesetzt wird, es wird dann eben während der Arbeitszeit der Fehler behoben, ich habe mir aber gedacht, das macht er eben außerhalb der Arbeitszeit, dann entstehen nochmal zusätzlich Konflikte, die müssen nicht sein.

  43.  
    Jennifer:

    Und gerade, wenn vielleicht sowieso schon Spannungen da sind, ne.

  44.  
    Ralf:

    Genau. Ja, ja, klar. Dann reagiere ich ja schon sehr sensibel und genervt, verdrehe die Augen und rede dann mit mir, ah, Mann. So, und das glaube ich, kann man besser machen, das vorher thematisieren.

  45.  
    Jennifer:

    Ja, finde ich ganz, ganz wichtig. Ja.

  46.  
    Ralf:

    Also vorher die Konsequenzen schon festlegen, im Team, wir gehen wir damit um?

  47.  
    Jennifer:

    Also auch da die Impulse vom Team einholen.

  48.  
    Ralf:

    Ja.

  49.  
    Jennifer:

    Vielleicht sind dann ja wirklich auch Lösungsvorschläge dabei, die wir gar nicht im Blick haben oder wo wir gedacht hätten, hätten wir uns gar nicht erlaubt. Und wenn das vom Team kommt, und sagt, so und so gehen wir damit um oder wirklich halt diese freie Zeit, das freie Nacharbeiten, dass überhaupt das Team halt eben eine andere Verantwortlichkeit dafür entwickelt und ich glaube, generell auch anders sensibilisiert ist, das dann schon ganz anders damit umgehen kann.

  50. Die Entwicklung einer Fehlerkultur braucht Zeit

  51.  
    Ralf:

    Und das muss ich entwickeln, das muss ich auch nochmal sagen. Es muss sich entwickeln. Also ich kann nicht morgen hingehen und das thematisieren und hoffen, dass es gelebt wird, sondern so eine Kultur ist ja, das steckt ja schon im Wort, das ist eine Kultur, die sich entwickeln muss. Da muss ich die Mitarbeiter mitnehmen, die sollen sich damit beschäftigen, sollen Vorschläge machen. Es ist jetzt ein Thema, was sich entwickeln muss im Unternehmen.

  52.  
    Jennifer:

    Also was Zeit braucht?

  53.  
    Ralf:

    Was Zeit braucht.

  54.  
    Jennifer:

    Dass dein eigener Anspruch an mich als Führungskraft auch nicht zu hoch ist, dass man sagt, innerhalb von 2, 3 Monaten habe ich jetzt so eine Fehlerkultur entwickelt, sondern dass es etwas ist, was wirklich mit der Zeit Step by Step dann aufgebaut wird und wirklich Zeit bedarf.

  55.  
    Ralf:

    Was mir auch gefallen hat, ich habe gesehen, dass Fehler aufgehangen wurden und auf unserem schwarzen Brett im Flur, und da konnte man auch sehen, was waren die Auswirkungen? Und das ist eben auch wichtig, dass es gar nicht jetzt um den Fehler geht, sondern eher um, dass der Kunde die Zeche bezahlt hat, diese Unzufriedenheit beim Kunden. Und das nervt mich ja auch als Chef, wenn der Mitarbeiter den Fehler vielleicht noch rechtfertigt und dann übersieht, worum es wirklich geht. Es geht dann um den Kunden und der Preis ist ja unter Umständen viel, viel höher.

  56.  
    Jennifer:

    Da sehe ich dann aber auch die Stellschraube wirklich bei der Führungskraft, weil als Führungskraft habe ich ja schon nochmal meinen Bereich oder mein Unternehmen ganzheitlicher im Blick als ein Mitarbeiter. Dafür zu sorgen, dass halt eben auch ein Mitarbeiter diesen ganzheitlichen Blick überhaupt hat. Natürlich ist für uns schon halt eben Focus, den Kunden im Blick, …

  57.  
    Ralf:

    Ja.

  58.  
    Jennifer:

    …, denn der Kunde zahlt unseren Lohn.

  59.  
    Ralf:

    Absolut.

  60.  
    Jennifer:

    Aber dafür dennoch zu sorgen und nicht zu sagen, ist doch klar, das müssen die doch alle wissen und natürlich steht der Kunde im Fokus. Also da wirklich noch mal auch als Führungskraft wirklich diese Auswirkungen deutlichmachen.

  61.  
    Ralf:

    Genau. Ja, kommen wir zu den Bohnen.

  62. Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  63.  
    Jennifer:

    Ja, unsere ja unsere Bohnen heute, wir haben keinen Espresso geschlürft, wir waren direkt so drin in unserem Fehler-Thema. Und jetzt steht unser Espresso hier.

  64.  
    Ralf:

    Ist schon kalt geworden.

  65.  
    Jennifer:

    Und kalt geworden, ne. Und ja, Bohnen, unsere Bohnen, genau. Meine Bohne wäre definitiv, weg von der Fehlersuche. Ich bin vorhin ja auch gestartet mit dem Thema Schule, also schreibe ich mir auch ganz persönlich dann auf die Fahne, wenn der Schulstart ist, gar nicht bewusst hingucken, wo sind denn die Fehler, wo läuft was anders, sondern wirklich halt eben positiv auch hinzugucken, was läuft gut und auch eine positive Bestärkung, Rückkopplung da zu geben, also weg von der Fehlersuche, als erste Bohne.

  66.  
    Ralf:

    Für mich ist wichtig, aufzeigen, welche Auswirkungen ein Fehler hat, und zwar nicht nur den tatsächlichen monetären unter Umständen oder zeitlichen Faktor, sondern hier aufzuzeigen, welche Auswirkungen hat das aufs Team unter Umständen und welche Auswirkungen hat das auf den Kunden unter Umständen. Sodass mir klar wird, warum ich als Chef vielleicht da sauer bin, dass es gar nicht nur um den Fehler an sich geht, sondern um die Auswirkung.

  67.  
    Jennifer:

    Ja, finde ich eine super Bohne, auf jeden Fall eine ganz, ganz wichtige.

  68.  
    Ralf:

    Und was mir noch am Herzen liegt, ist, die Mitarbeiter zu entwickeln zu einer Lösungskultur. Das ist das, was mir als Führungskraft am meisten bringen wird, wenn ich meine Mitarbeiter zur Lösungskultur entwickele. Immer dieses NIPSILD, nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken, was ist deine Lösung, was hast du dafür getan? Mir ein paar gute Fragen überlegen, was hast du dafür getan, was hättest du besser machen können, damit ein Mitarbeiter schon die Lösung mitbringt, dann profitiere ich da auch am meisten von.

  69.  
    Jennifer:

    Schöne Ergänzung finde ich an der Stelle, du sagst, unser NIPSILD bedeutet ja nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken und handeln.

  70.  
    Ralf:

    Und handeln.

  71.  
    Jennifer:

    Das Handeln ist noch wichtig, dass es dann auch wirklich in die Umsetzung geht, …

  72.  
    Ralf:

    Absolut.

  73.  
    Jennifer:

    … dass es eben nicht nur bei diesem Lösungsvorschlag halt bleibt, sondern dass es dann wirklich in die Umsetzung geht.

  74.  
    Ralf:

    Und sprechen.

  75.  
    Jennifer:

    Ja.

  76.  
    Ralf:

    Ja.

  77.  
    Jennifer:

    Ja. Ich denke, das schreiben wir uns auch beide auf die Fahnen, wenn nächstes Mal Fehler sind, …

  78.  
    Ralf:

    Fehler?

  79.  
    Jennifer:

    … wirklich mehr sprechen. Eben nicht die E-Mail schreiben oder einen Zettel hinlegen, sondern sich bewusst dafür die Zeit zu nehmen. Wir wissen alle, wie kostbar Zeit ist, aber wirklich sich bewusst dann auch die Zeit zu nehmen und das anzusprechen, zu thematisieren, nicht so, ach, jetzt keine Zeit für, weiter, weiter, weiter. So bewusst Zeit nehmen und schenken.

  80.  
    Ralf:

    Okay. Also bei deinem nächsten Fehler werde ich dann das berücksichtigen.

  81.  
    Jennifer:

    Ich lasse das jetzt mal so stehen.

  82.  
    Ralf:

    Du lässt es so stehen.

  83.  
    Jennifer:

    Alles klar.

  84.  
    Ralf:

    Danke dir.

  85.  
    Jennifer:

    Danke dir.

  86.  
    Ralf:

    Tschüss!

> Das Transkript hier direkt in Chat-Form anzeigen <

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!