#002 Was ist das Schlimmste, das Ihnen passieren kann?

#002 Was ist das Schlimmste, das Ihnen passieren kann?
Brennende Themen im Führungsalltag...

 
 
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Was ist das Schlimmste, das in den kommenden zwölf Monaten passieren kann?

Rückschläge und Schicksalsschläge sind ein Teil des Lebens. Deshalb ist es so wichtig, vorbereitet zu sein und passend damit umzugehen. In dieser Folge sprechen wir über den Umgang mit fordernden Situationen. Es geht um Achtsamkeit, Einstellung, mentale Fitness, die richtigen Fragen stellen, „free hugs“, und die Wichtigkeit von bereichernden Beziehungen.

Also, hören Sie mit und holen Sie sich Ihre Espressobohne ab.

Komplettes Transkript
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Einstellung und mentale Fitness
Zukunftsängste
Trauern erlaubt, aber: das Leben geht weiter
Bewusstheit entwickeln
Feedback und Selbstreflexion
Umgang mit Fehlern – positive Fehlerkultur?
Unsere praktischen Tipps – Einstellung wählen, die richtige Fragen stellen und Free Hugs

    1.  

      Jennifer:

      Du wolltest heute ein ganz spannendes Thema mitbringen.

    2.  

      Ralf:

      Also ich sprenge mal wieder unseren Plan.

    3.  

      Jennifer:

      Okay. Das kannst du gut.

    4.  

      Ralf:

      Ja genau.

    5.  

      Jennifer:

      Dann bin ich gespannt.

    6.  

      Ralf:

      Ja, weil ich eine Diskussion hatte. Kennst du auch, aber spielt keine Rolle, wo es ging, wenn man sich als Unternehmer Gedanken macht, wie wird das kommende Jahr. Manchmal ist es ja eine Achterbahn. Im Grunde haben wir gute Zeiten, wirtschaftlich gute Zeiten, es gibt gar keinen Grund.

    7.  

      Jennifer:

      Nein, also ich denke, es ist ja ganz berechtigt, dass jeder Unternehmer sich Gedanken machen darf und soll, wie das folgende Jahr aussehen soll, was man sich wünscht, welche Ziele man hat, und von daher ein durchaus wichtiger Aspekt. Aber ich bin gespannt, wie genau deine Fragestellung oder dein explosives Thema lautet.

    8. Einstellung und mentale Fitness

    9.  

      Ralf:

      Ja, da habe ich diskutiert und gesagt, naja gut, was gibt mir Kraft oder was gibt mir die Stärke, und das wirklich meine Grundhaltung ist, wenn ich mir überlege, das ist etwas, was ich bei vielen Themen mache, nämlich wenn es um mentale Fitness geht, dass ich eine Frage stelle, was ist das Schlimmste, was passieren kann. Als Unternehmer wäre es vielleicht das Schlimmste in Konkurs zu gehen oder seine Firma zu verlieren. Wenn ich das für mich durchdenke, dann finde ich einen Weg, dass wir uns noch sehen, das wäre vielleicht das Schlimmste an der Geschichte, aber der Rest hier, das Gebäude, all die Dinge, und meine Kunden, würde ich auch noch eine Lösung finden, aber das Wirtschaftliche dahinter, bereitet mir keine schlaflosen Nächte.

    10.  

      Jennifer:

      Was meinst du konkret damit, dass sich viele zu viele Gedanken machen, zu viel angstbehaftet sind, was Zukunft angeht?

    11.  

      Ralf:

      Die einen gibt’s, die in guten Zeiten Angst haben, was ist, wenn es schlechter wird, also sich gar nicht freuen können an den Dingen, die gerade da, nicht im Hier und Jetzt sind, sondern sagen, haha, aber wer weiß, ob das noch so lange ist und was passiert dann? Also die Sorge in die Zukunft, vielleicht auch aus einer Erfahrung, ein Glaubenssatz, der dahinter ist. Das kommt sowieso wieder, nach dem Aufschwung kommt ein Abschwung, das war immer so, und dann? Da muss ich mich jetzt vorbereiten, also bin ich überhaupt nicht entspannt. Und wenn es mal schwer ist, sagen, ja, habe ich ja gleich gewusst, jetzt ist es so und sich bedauern und jammern. Wenn ich das für mich durchdenke, habe ich das nicht. Ich sage, dann wäre das so, ich wüsste auch, das Leben geht weiter, und ich wüsste, egal in welchem Alter ich bin, ich würde überleben. Das Wichtigste in meiner Wertewelt hat nichts mit diesem Unternehmen zu tun. Das gibt mir eine Gelassenheit, das gibt mir eine Kraft, und unnütze Sorgen mache ich mir nicht. Das ist einfach, dass ich mir über das kommende Jahr Gedanken mache, was die Mitarbeiter wohl als Depression empfinden. Lerne ich gerade, ist überhaupt nicht so, sondern dass ich natürlich als Unternehmer schon sage, wir müssen Ziele haben, lass uns gucken, welche Strategie, ich mache eine Spannungsbilanz, sind wir nach so viel Jahren noch spannend für unsere Kunden. Also das sind unternehmerische Aufgaben, die ich übers Jahr nicht so thematisiere, aber dann ist die Zeit sich damit zu beschäftigen. Es ist auch eine generelle Haltung, oder?

    12.  

      Jennifer:

      Generelle Haltung.

    13.  

      Ralf:

      Mentale Fitness.

    14. Zukunftsängste

    15.  

      Jennifer:

      Ja, für mich kam gerade so der Impuls, aber so eine generelle Haltung ist halt eher, so negativ zu denken oder eher so Schwarzmalerei in Bezug auf Zukunft oder Blick nach vorne. Weil das ist schon häufig eine Tendenz, die so in Coachings und Seminaren stattfindet, wo dann eher so Schwarzmalerei betrieben wird halt so. Es ist alles halt so anstrengend, das ist alles halt eben zu wenig da und ist mein Job noch sicher? Oder Unternehmen, die sagen, ah, soll ich wirklich den Schritt so mutig gehen oder nicht bei dem bleiben, was ich habe? Ich weiß, du brachtest irgendwann mal den Spruch, wer nicht mit Zeit geht, geht mit der Zeit. Aber wie stark das vielleicht halt eben doch eher auch angstbehaftet ist bei vielen Menschen, ob man das aus eigener Kraft ohne sage ich mal Impulse von außen auch schafft, na, vielleicht in diese positive Fokussierung reinzukommen. Also das merke ich bei vielen Partnern von mir, die es von alleine nicht so sehen würden, die so einen Anstoß brauchen, die sagen, danke Frau Zacher, dass Sie mir die Augen geöffnet haben, stimmt, da gibt’s ja diese andere Sichtweise. Du brachtest gerade diese Frage, was ist das Allerallerschlimmste, was passieren kann? Ich finde, wenn man sich die mal bewusst stellt und für sich bewusst beantwortet, ich finde, solange man gesund ist und Menschen um sich herum halten, die man gerne hat, die einem nah sind, dann finde ich kann nicht viel Schlimmes passieren. Also nicht wirklich, wirklich Schlimmes.

    16. Trauern erlaubt, aber: das Leben geht weiter

    17.  

      Ralf:

      Ja, ich gehe noch weiter. Selbst, wenn du nicht gesund bist …

    18.  

      Jennifer:

      Jetzt wird’s spannend.

    19.  

      Ralf:

      … geht das Leben weiter. Was ist, wenn du im Rollstuhl landest? Das Leben geht ja trotzdem weiter. Ich weiß, selbst wenn du, jetzt nehmen wir mal das Schlimmste der schlimmsten Dinge, einen Angehörigen verlierst, also siehst du das, was du hattest und bist dafür dankbar oder läufst du jetzt den Rest deines Lebens mit dieser Trauer? Übrigens ich war 1 Jahr, als mein Bruder gestorben ist, also von deswegen kann ich mich nicht dran erinnern, aber das ist natürlich etwas, was schon in einer Familie da ist. Oder, ich glaube, das ist das Schlimmste, was passieren kann. Freue ich mich, gucke, gucke ich nach vorne. Selbst dann, also verstehe ich, ja.

    20.  

      Jennifer:

      Ja. Nein, da bin ich ja auch bei dir. Wir haben ja auch gerade halt eben einen Todesfall in der Familie und wo ich auch eher merke, dass hinterhergetrauert wird aktuell, was man nicht hatte oder welche Fragen nicht geklärt wurden, was man alles hätte machen können und wo ich die Einzige gerade bin, die so ein bisschen anders dann halt pusht und sagt, schaut doch hin, was wir hatten. Es ist doch schön, die Zeit, die Momente, die Impulse, dass jemand vielleicht auch durch Krankheit halt eben befreit wurde jetzt und dass es für die allernächsten Menschen auch ein Stück weit wieder Befreiung bedeutet. Aber das ist halt eben schon die Frage einer bewussten Entscheidung.

    21.  

      Ralf:

      Genau.

    22.  

      Jennifer:

      Will ich jetzt trauern, will ich dahinsiechen, will ich Angst haben, oder sage ich, es ist auch wieder, wie es ist, ein Teil des Lebens?

    23.  

      Ralf:

      Also finde ich, es ist, wie es ist. Punkt. Und dann finde ich, trauern darf man.

    24.  

      Jennifer:

      Ja.

    25.  

      Ralf:

      Man darf auch leiden. Die Frage ist, mache ich es bewusst, mache ich es begrenzt, in welcher Qualität, beeinträchtigt es meine Gesundheit, mein Leben? Das sind die Facetten, die wir berücksichtigen müssen. Aber bei mir und der Tim, der ja bei uns im Team ist, mein Sohn, der das oft hinterfragt, aber was ich da auch vermittele, aber nur mal für mich, ist natürlich auch eine Lebenshaltung, wenn ich sage, das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht. Wenn ich mal gucke, so ein Evolution, ist 80 Jahre ein Leben ein Wimpernschlag, und dafür mache ich mir Gedanken um Gott und die Welt und beraube mir meine Lebensqualität heute für Dinge, wo ich … also Sorgen machen ist eh dumm oder? Also sich Sorgen machen über Dinge, von denen man nicht weiß, ob es eintritt, ist das schlechteste Geschäft, was du machen kannst. Es ist einfach ein schlechtes Geschäft. Ein zu hoher Preis.

    26. Bewusstheit entwickeln

    27.  

      Jennifer:

      Ja. Uns beiden ist das jetzt bewusst. Wie bringen wir Bewusstheit rein? Klar, diejenigen, die uns jetzt lauschen, die werden ja auch ihre eigenen Gedanken dazu haben, aber die Menschen, die sagen, ich will jetzt Veränderung da reinbringen, was gibst du denen konkret mit auf den Weg? Wie stößt du andere an?

    28.  

      Ralf:

      Hör dir mal zu, hör dir mal zu, wenn du morgens aufstehst, wie sprichst du mit dir? Äh, ah, wie sieht denn das wieder aus? Und hör mal zu, wie du im Auto sitzt, wenn du zur Arbeit fährst, es ist Stau, es regnet. Worüber sprechen wir, was sehe ich? Bewusstheit, oder? Achtsamkeit oder Bewusstheit, sich mal zuhören. Manche wollen ja auch leiden und ich habe ja dieses Anti-Jammer-Armband. Ich bin ja Berufsoptimist wirklich absolut, ich glaube, der sich selbst motivieren kann, der mental fit ist, aber in der Perfektion habe ich gemerkt, hier und da gibt’s dann doch so, wo man anfängt zu jammern, was einen runterzieht. Als mir das bewusst wurde, war es weg, weil ich es nicht wollte.

    29.  

      Jennifer:

      Wir möchten unseren Hörern ja immer so praktische Tipps mit auf den Weg geben und du sagst, dieses Anti-Jammer-Armband. Die, die uns jetzt zuhören, aber es nicht sehen können, erläutere mal kurz, was hast du da, was machst du damit?

    30.  

      Ralf:

      Das habe ich ja machen lassen. So, hier steht da, lebe und arbeite begeistert jetzt. Wenn ich mich beim Jammern erwische, kenne ich von einem amerikanischen Pastor, wechsele ich die Seite, um mir das Jammern bewusster zu machen, also einfach ein bewusster Prozess. Ich habe gedacht, na, ich brauche es ja nicht wechseln, weil ich ja nicht, auch interessant. Dann ist mir doch aufgefallen, hier und da gab es so Situationen, die glaube ich auch antrainiert waren unbewusst, die aber manchen auf den Senkel gingen. Ich habe es nicht gemerkt. Also da liegt ganz viel, dass wieder Selbst- und Fremdwahrnehmung da nicht funktioniert. Das zieht andere runter, also dieses Jammern zieht andere runter. Ich liebe dieses Zitat: „Gefällt dir etwas nicht, dann ändere es. Kannst du es nicht ändern, ändere deine Einstellung, jammere nicht.“ Das ist eine Haltung geworden und das muss man trainieren, also trainieren, trainieren, trainieren. Das habe ich auch nicht.

    31.  

      Jennifer:

      Na, ich finde das ganz wichtig, weil ich hatte letztens eine junge Seminarteilnehmerin und die sagte, geht das wirklich, dass ich meine Einstellung wähle? Da war ich so ein bisschen überrascht, wie ich sagte, ja klar, natürlich. Aber da fand ich es noch mal interessant zu sehen, dass es gar nicht so einfach ist, wenn ich mich dann nicht wie wir mit beschäftige oder halt eben, dass zu einer bewussten Lebenseinstellung mache, dass es doch etwas ist, was man erstmal erlernen darf und auch trainieren darf. Also auch zu sagen, wie komme ich denn jetzt zu einer positiven Einstellung hin? Eine andere Partnerin, die ich begleite, das finde ich, ist ein schöner Fall, die ist gerne in Hamburg unterwegs und die sagt auch, wo wir es gemeinsam im Coaching thematisiert haben, so einen Anker zu haben für sich, zu merken, wenn ich jammere halt so und in meinem Gewohnheitsmuster drin bin, wie schaffe ich es da auszubrechen? Die hat sich aus Hamburg dann so ein total schönes Armband mitgebracht, du weißt, ich mag Schmuck sehr gerne. Da ist so ein Anker dran und sie sagt, wenn ich dann dabei bin und Haare schneide und frisiere, dann wechsele ich halt eben die Seite des Armbands und des Arms und merke ich bin wieder drin in meinem Muster.

    32.  

      Ralf:

      Ja und die Erlaubnis geben meinem Umfeld, manchmal tun sie es auch ohne Erlaubnis, aber einen drauf aufmerksam zu machen, das hilft schon. Tut weh, ärgert mich dann total, dass ich es manchmal gar nicht annehmen kann, ich doch nicht, aber habe ich gedacht, habe ich gar nicht mitgekriegt. Da ist ganz viel unbewusst. Also mir hilft es, wenn jemand in der Familie sagt, ah, was stönst denn da oder was jammerst du denn da? Und dann denke ich: Wer? Ich? Habe ich gar nicht gehört. Wir hatten ja jemand im Team mal eine Zeitlang, ah, ich fand das ganz fürchterlich, jeder Anruf, jede Tätigkeit wurde mit einem, ah hm. Und ich habe dann gemerkt, wie es mich runtergezogen hat. Dann beim Anrufen habe ich schon gedacht, hoffentlich geht die nicht ran oder weißt du, wie ich das meine?

    33. Feedback und Selbstreflexion

    34.  

      Jennifer:

      Ja. Wobei auch da, ich meine, das haben wir ab und an immer mal wieder das Thema bei uns in unseren Folgen, dann auch da so offen und ehrlich sein und sagen, hey, da ist es wieder. Also sich den Darf-Schein im Team einzuholen und sagen, wenn dein Muster wieder da ist und du dran arbeiten willst, dann gib mir die Erlaubnis, dass ich den Spiegel halt vorhalten darf. Und das finde ich, macht das dann ja schon wertvoll, weil diese Selbstreflektion ja in den meisten Fällen doch eher geringer ausfällt als das fremde Spiegeln.

    35.  

      Ralf:

      Du musst ja eine perfekte Ehefrau sein. Also …

    36.  

      Jennifer:

      Total.

    37.  

      Ralf:

      Wenn man so ein Coach ist wie du und dann verheiratet ist, dein Mann, der muss ja weinen vor Freude, weil du das ja alles …

    38.  

      Jennifer:

      Genau, genau. Du siehst, wie ich schmunzle und lächle halt so. Das kennst du ja von zu Hause selbst auch. Was man beruflich halt sehr, sehr gut hinkriegt, was man super vermittelt, das scheitert ja häufig bei den Menschen, die einem am allerliebsten und nächsten und wichtigsten sind. Da bin ich dann auch in meinen, in Anführungszeichen, „negativen“ Verhaltensmustern drin. Dann meckere ich auch so und dann bin ich doch bewertend und nicht beobachtend.

    39.  

      Ralf:

      Ja. Kenne ich ja selber, auch da Training finde ich wichtig. Ich glaube, ich habe mal irgendeinem Teilnehmer gesagt, jetzt schreibe ich auf die Webseite, ich bin nicht perfekt, weil es hieß ja, das gleiche, was ich gerade dir da gesagt habe, hat mir der Teilnehmer gesagt. Mensch, das muss ja bei Ihnen alles super sein, und dann läuft ja im Auto auch so ein Film ab und dann siehst du all die Dinge, die nicht funktionieren. Der unterschied bei mir, glaube ich, ist, dass ich die gleichen Fehler mache wie jeder andere, aber mir viel schneller bewusstwerden und ich sie schneller abstelle und keinen Leidensgrad habe. Also das ist vielleicht der Unterschied, aber Fehler mache ich genauso. Weil wir müssen davon ausgehen, dass unsere Partner und die Familie so eine Folge auch hört.

    40.  

      Jennifer:

      Ja.

    41.  

      Ralf:

      Deswegen weiß ich …

    42.  

      Jennifer:

      Und das sind ja oft die größten Kritiker.

    43.  

      Ralf:

      Weiß Bescheid, dass ihr was postet, was wir gar nicht wollten und dann gibt’s Ärger. Also deswegen auch gesagt, nein, du bist nicht perfekt, ich auch nicht, wir arbeiten auch dran, und trotzdem ist es ihr Selbsttherapie, oder?

    44. Umgang mit Fehlern – positive Fehlerkultur?

    45.  

      Jennifer:

      Manchmal schon ein bisschen. Ja. Also ich finde da ja immer Fehlerkultur noch ein ganz spannendes Thema, das ist mir jetzt auch an der ein oder anderen Stelle wieder aufgekommen. Dem sollten wir auch noch mal eine Folge widmen. Umgang, eine positive Fehlerkultur, auch ein ganz, ganz spannendes Thema.

    46.  

      Ralf:

      Aber mich nerven Fehler. Also ich sehe schon, das hat einen Grund, dass wir beide den Podcast machen, weil ich habe ja oft manchmal so eine andere Sichtweise. Ja, Fehlerkultur ist ja schön, aber ich sehe Fehler, die so oft auch sich wiederholen von den gleichen und dann ist es nicht mehr in Ordnung, dann wird es schwierig mit der Fehlerkultur.

    47.  

      Jennifer:

      Ja, aber auch trotzdem da eine Fehlerkultur zu entwickeln, heißt ja nicht, dass wir sie halt tolerieren.

    48.  

      Ralf:

      Nein.

    49.  

      Jennifer:

      Also da merke ich schon, ja, ja genau. Das ist notwendig, dass wir da noch mal in den Austausch gehen.

    50.  

      Ralf:

      Oh ja. Genau. Was ich dir schon immer mal sagen wollte.

    51.  

      Jennifer:

      Genau, genau.

    52.  

      Ralf:

      So zurückfahren. Mentale Fitness.

    53. Unsere praktischen Tipps – Einstellung wählen, die richtige Fragen stellen und Free Hugs

    54.  

      Jennifer:

      Du hast Einstellungen wählen.

    55.  

      Ralf:

      Ja, bewusste Einstellung kann man wählen. Da bin ich gerade auch ganz, ganz viel unterwegs. Das hast du ja letztens mitbekommen, als wir hier Besuch hatten, habe ich auch gefragt, wo haben Sie im Leben mal Ihre Einstellung verändert? Hier war es ja in der Wahrnehmung, ich weiß nicht, ob du dich noch erinnerst?

    56.  

      Jennifer:

      Mhm (bejahend).

    57.  

      Ralf:

      In der Wahrnehmung, in der Klarheit. Dann habe ich oft das Feedback bekommen, als ich Verantwortung bekommen habe. Mir hat mal jemand gesagt, ich kriegte von dem Chef Schlüssel fürs Unternehmen, vorher war ich ein Luffi, und danach bin ich anders geworden. Das hat meine Einstellung verändert, Verantwortung zu bekommen, Erfahrung. Die Frage, woher kommt überhaupt Einstellung, warum bin ich so geworden, wo habe ich diese Ängstlichkeit, warum habe ich diese Gedanken, wer hat mir die eingepflanzt in meinem Geist?

    58.  

      Jennifer:

      Aber ist ja auch wieder Reflektion und Bewusstheit. Also das liebe ich ja immer so an 1:1 Coachings, wo man schön ans Eingemachte gehen kann und wo man sagt, für einen selbst liegt das als Coach auf der Hand, und wenn du merkst, durch tolle Fragen, wie dann wirklich so Bausteine für Bausteine gelöst werden und jemand sagt, wow, danke, also der Schlüssel liegt wirklich in meiner Hand, ich kann daran wirklich selbst was tun, ich habe immer noch die anderen.

    59.  

      Ralf:

      Stichwort Fragen. Die Qualität meiner Fragen bestimmt die Qualität der Antworten. Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Bin ich bereit den Preis zu bezahlen? Was denke ich über die Situation in 10 Jahren? Als ich letztens mein Auto zerlegt habe unnütz im Parkhaus, 5.000 Euro weg, gebe ich zu.

    60.  

      Jennifer:

      Schon ärgerlich.

    61.  

      Ralf:

      Ja.

    62.  

      Jennifer:

      Du warst auch wütend.

    63.  

      Ralf:

      Aber am Ende, wenn es mich dann überdurchschnittlich beansprucht, wie denke ich in 10 Jahren drüber? So what, oder? So, also das hilft mir dann. Die Qualität meiner Fragen bestimmt die Qualität der Antworten. Stell dir die richtigen Fragen, die dich zur Bewusstheit bringen, zur Klarheit bringen. Wichtig ist aber diesen Prozess zu unterbrechen, diesen Quatsch in uns. Also das ist ja die Herausforderung, wenn du dann einen Anker hast, das hilft, wenn du einen Partner hast, der das mit verursacht dieses Reflektieren oder dieses Unterbrechen von Mustern.

    64.  

      Jennifer:

      Also ich mag ja den Ausspruch von dir total gerne in den Vorträgen, ich darf ja ab und an immer noch dabei sein und finde für mich immer noch den einen oder anderen Moment, wo ich sag, jo, recht hast du.

    65.  

      Ralf:

      Und ich frage mich immer, gut, dass wir mal gerade drüber sprechen, lachst du aus Höflichkeit oder entdeckst du immer noch was?

    66.  

      Jennifer:

      Nein, es gibt immer noch von Herzen …

    67.  

      Ralf:

      Ach schön.

    68.  

      Jennifer:

      … echte Momente, wo ich sage, jo, das stimmt. Ja, immer wieder schön zu hören.

    69.  

      Ralf:

      Und welcher war das zuletzt?

    70.  

      Jennifer:

      Nein, die Qualität deiner Gedanken bestimmt deine Lebensqualität. Und das ist das, was dann auch unsere Partner immer wieder berührt, wo sie sagen, ja, es ist oft dieses Gedankenkino, diese Negativgedanken, wie du schon sagst, ah, wieder schlechtes Wetter, Auto springt nicht an, die Kinder sind krank, ah, das und das muss ich noch machen. Da umzuswitchen und zu sehen, okay, ich habe eine ganz andere Lebensqualität, wenn ich sage, wow, es ist schön, dass heute Regen fällt, weil dann hat die Natur wieder die Chance ein bisschen grüner zu werden. Auch selbst, wenn ich kein Regen mag, einfach versuchen das Positive daran zu sehen.

    71.  

      Ralf:

      Und sich an den Kleinigkeiten freuen und die Menschen in den Arm nehmen. Also bist du ja Vorbild mit Free Hugs.

    72.  

      Jennifer:

      Die Heldin.

    73.  

      Ralf:

      Da bist du die Heldin. Und ich genieße das aber auch und mache das übrigens bei meinen Kindern. Ich habe, Henning ist jetzt 30, Hilfe, aber als der so 5, 6 war, habe ich alle Kinderbücher gelesen, „Erziehung leicht gemacht“. Und stand drinnen, wie erklärt man seinem Sohn, dass man ihn ganz doll liebhat. Nehme ihn so doll in den Arm bis er kurz vorm Erstickungstod ist. Und das haben wir beibehalten, übrigens seitdem mache ich das. Gut, jetzt klappt das nicht mehr, aber unsere Free Hugs, also unsere Umarmungen sind nicht flüchtig, sondern sie sind immer sehr intensiv. Was mich dann immer ins Hier und Jetzt bringt. Dankbarkeit beim Verabschieden, ich lebe ja auf der Autobahn. Diese Momente, da Bewusstheit reinzubringen, also das kann schon mal der erste Schritt sein, um dahin zu kommen, das ist meine Energietankstelle. Deswegen buche ich auch ab, aber ich habe auch eine große Energietankstelle. Das andere ist eben immer sich zu fragen, also tanke ich Energie und welchen Preis zahle ich? Ich kann nicht nur abbuchen, weder woanders, ich muss auch einzahlen, und wenn ich das jetzt schon mal schaffe und mit den richtigen Fragen, glaube ich, dann haben wir diese Folge schon wertvoll gestaltet.

    74.  

      Jennifer:

      Also ich finde nochmal schön den Impuls, den du reinbringst. Free Hugs, ist ja was, was vielleicht hier, wir sind mitten in Ostwestfalen, nicht so häufig gelebt wird, aber ich habe es halt eben schon auch in Bielefeld in der Innenstadt halt eben erlebt. Und ich finde es immer spannend die Menschen zu beobachten, wie sie damit umgehen. Du hast da vielleicht 80 Prozent, die erstmal flüchten, einen großen Bogen …

    75.  

      Ralf:

      Hast du das denn mal mitgemacht?

    76.  

      Jennifer:

      Ja, ich habe das mitgemacht. Also ich bin ja schon, du sagtest ja selbst, die Heldin der Umarmung. Nein, ich finde das schon spannend halt eben fremde Menschen zu umarmen, was da passiert. Also für mich gehört eine große Portion Mut dazu, es ist auch so der Wunsch und Appel halt eben an unsere Hörer, Dinge mal anders zu tun. Wenn man es sonst halt eben nicht macht, sich einfach mal drauf einzulassen.

    77.  

      Ralf:

      Das ist Wachstum.

    78.  

      Jennifer:

      Ja. Raus aus der Komfortzone.

    79.  

      Ralf:

      Ich habe es auch gemacht in Amsterdam, waren auch Studenten und auch ganz bewusst immer von Erzählen und Machen und dann selbst auch aus der Komfortzone gehen. Das ist Wachstum. Wachstum findet immer statt. Berg rauf und mit Gegenwind. Und dann ist der nächste Schritt. So, bevor ich jetzt von dir die Umarmung kriege für diese Folge, machen wir noch die Kaffeebohne.

    80.  

      Jennifer:

      Unsere Espressobohnen. Ja. Du merkst, ich schnaufe so kurz, weil ich denke so, ja, ist so ein spannendes Thema. Also ich finde, da könnten wir auch weiterreden, weiterreden, ich finde das ja auch eine sehr, sehr nahes Thema, wo wir halt viel teilen mit denen, die uns zuhören, wo ich sage, fällt mir schwer jetzt so die Bohne in die Schale zu legen.

    81.  

      Ralf:

      Sagen wir doch, die große Bohne ist für Umarmung.

    82.  

      Jennifer:

      Genau.

    83.  

      Ralf:

      Da, wo es geht, entweder auch die körperliche oder die geistige.

    84.  

      Jennifer:

      Nehme sie auch von Herzen an.

    85.  

      Ralf:

      Nimm sie von Herzen an. Ha, kennst du das, wenn du Menschen umarmst, aber sie sich ganz steif machen, weil sie das gar nicht kennen?

    86.  

      Jennifer:

      Mhm (bejahend). Ja.

    87.  

      Ralf:

      Weil die so diese Nähe nicht kennen.

    88.  

      Jennifer:

      Aber ich finde das toll. Nein, deswegen mache ich das auch so gerne. Wenn ich es schaffe, die, die vielleicht in unserer Sprache so blau sind, so verkopft, so zahlen-daten-fakten-mäßig, und ich merke so anfangs, oh, na bloß nicht zu nahe, und wenn die dich dann zurückdrücken. Ich find’s cool. Also von daher, lass uns weiter die Welt mit unserer Begeisterung verändern.

    89.  

      Ralf:

      Ja und umarmen. Habe einen Film gesehen über Minimalismus.

    90.  

      Jennifer:

      Au, das kann eine Folge für uns werden.

    91.  

      Ralf:

      Na, da müssen wir.

    92.  

      Jennifer:

      Mhm (bejahend).

    93.  

      Ralf:

      Aber nee, der Typ hat nach dem Vortrag immer die Menschen umarmt. Ja. Und den umarmenden Richter habe ich auch noch, der dann zu seiner Rente anfing die Kinder, die er verurteilt hatte, war Jugendrichter, zu umarmen. Und jetzt kommt der Hammer. Das, was die Urteile alle nicht gebracht haben, nämlich Veränderungen, haben auf einmal seine Umarmungen gebracht, weil die Kinder, die da verteilt wurden, in ihrem Leben noch nie umarmt wurden.

    94.  

      Jennifer:

      Tja.

    95.  

      Ralf:

      Krass, oder?

    96.  

      Jennifer:

      Mhm (bejahend).

    97.  

      Ralf:

      Das war schon die Zugabe. Das war jetzt …

    98.  

      Jennifer:

      Lass uns das einfach so stehen lassen.

    99.  

      Ralf:

      Also dann lass dich umarmen.

    100.  

      Jennifer:

      Komm her.

    101.  

      Ralf:

      Tschüss!

    102.  

      Jennifer:

      Ciao!

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