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#001 Ich habe zu wenig Zeit!

#001 Ich habe zu wenig Zeit!
Brennende Themen im Führungsalltag...

 
 
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Immer wieder hören wir: „Ich habe zu wenig Zeit …. Mir fehlt Zeit …. Das sind Zeitfresser …“ Wissen Sie, wie viel Zeit Sie für welche Aufgaben brauchen? Wünschen Sie sich mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge? Verbringen Sie gefühlt zu viel Zeit mit administrativen oder operativen Aufgaben?

Klassisches Zeitmanagement liefert nicht mehr die passenden Antworten. Identifizieren und eliminieren Sie mit uns Ihre “Zeit-Killer”.

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Wir schenken Ihnen unsere besten Tipps für bewusst gelebte Zeit. Hören Sie mit! Passend zu dem Podcast haben wir ein Tool für Sie – das Zeit-Rad. Damit können Sie Ihre Zeit-Killer identifizieren und darauffolgend Maßnehmen ergreifen. Laden Sie sich die drei Versionen jetzt in unserem Shop runter:


Komplettes Transkript

(auch hier als PDF-Datei zum Download verfügbar)

Die Zeit-Uhr als Tool für die Analyse
Zeitmanagement bei Führungskräften und Mitarbeitern
Zeit für die wichtigen Dinge einplanen
Kommunikation und Zeitmanagement
Work-Life Balance und flexibles Zeitmanagement
Störungen beseitigen, Zeit effektiver zu nutzen
Unsere praktischen Tipps für effektiveres Zeitmanagement zusammengefasst

  1. Die Zeit-Uhr als Tool für die Analyse

  2.  
    Ralf:

    In der heutigen Folge geht es um den Kittelbrennfaktor Nummer 1 meiner Kunden, um diesen Engpass, diesen Engpass Zeit. Auch wenn ich immer sage, keine Zeit ist immer, wenn ich meine Kunden befrage, was wünschen Sie sich, wenn Sie sich was wünschen könnten, dann ist es mehr Zeit. Und das ist das Thema, was ich heute mitgebracht habe.

  3.  
    Jennifer:

    Ganz spannendes Thema. Freue ich mich drauf, weil auch ich höre immer wieder das Thema, Zeit, ich habe keine Zeit, und zu viel Zeitdruck, geht alles viel zu schnell. Bin ich gespannt.

  4.  
    Ralf:

    Ja, mein Gefühl ist, man hat immer mehr zu tun als man schaffen kann, und auch der Ausblick, das wird so bleiben, das ändert sich nicht.

  5.  
    Jennifer:

    Ist aber auch heutzutage wirklich ganz normal, oder? Also ich kenne kaum noch jemanden, der sagt, ich habe zu viel Zeit, ich weiß gar nicht, wie ich meine Arbeitszeit mit Aufgaben füllen soll.

  6.  
    Ralf:

    Finde ich immer lustig, wenn ich so Projektplanung oder Jahreszielplanung habe, und zu Beginn frage ich immer, wem ist langweilig? Und du ahnst, es meldet sich keiner und ich weiß, so eine Planung, so eine Jahreszielplanung wird dann ganz viele neue Projekte und neue Ziele beinhalten. Nur mein gesunder Menschenverstand lässt mich dann immer selber fragen, wie geht denn das, wenn ich schon in einem vollen Zustand komme und noch mehr plane, das geht doch nicht. Verstehst du, was ich meine?

  7.  
    Jennifer:

    Mhm (bejahend).

  8.  
    Ralf:

    Also, wenn ich schon ankomme und sage, ich bin voll und schaffe noch nicht mal das, was ich schaffen wollte, und jetzt gehen wir in die Planung fürs kommende Jahr. Neue Projekte, neue Ziele, wie geht das, oder? Lustig.

  9.  
    Jennifer:

    Wie sieht denn deine direkte Empfehlung da aus? Ich meine, dann wirst du ja gerufen als Experte und dann heißt es, Herr Strupat, wir wollen jetzt Projektmanagement anders aufziehen, 2019 soll es anders werden.

  10.  
    Ralf:

    Bleibt ja unter uns, oder? Früher war es ja so, ich habe genauso mitgeplant, neue Projekte, neue Ziele, dafür habe ich ja auch gebrannt und habe mir diese Frage gar nicht gestellt. Und das ist mir erst irgendwann aufgefallen, warum die Umsetzungsqualität und die Umsetzungsmenge nie gestimmt hat, also warum sind die Projekte nicht fertig geworden, warum haben wir die Ziele nicht erreicht? Dann ist das erst bei mir gewachsen. Aber ich verrate es dir trotzdem, auf deine Frage, was ich mache. Meine 1. Frage ist: Was lassen wir weg? Also ich fülle dann so eine Karaffe und sage, in diesem Zustand kommt ihr, nämlich voll, und wir müssen als erstes fragen, was lassen wir weg, und nicht, was machen wir noch und was können wir uns noch ausdenken.

  11.  
    Jennifer:

    Die Mitarbeiter schreien doch ganz sicher dann erstmal, Juchuh, was lassen wir weg?

  12.  
    Ralf:

    Ja klar. Ich habe das noch feiner gemacht, du kannst auch gerne gleich mal gucken, aber rücke mir noch nicht ganz so nah auf die Pelle.

  13.  
    Jennifer:

    Nee, das sind wir doch gewohnt.

  14.  
    Ralf:

    Nee, weißt du, was ich noch mal mache? Ich lasse, bevor es richtig losgeht, jetzt kommt es doch schon rüber, äh das …

  15.  
    Jennifer:

    Einladung.

  16.  
    Ralf:

    kippt, na, pass auf meinen Espresso auf.

  17.  
    Jennifer:

    Ich nehme meinen mit rüber.

  18. Zeitmanagement bei Führungskräften und Mitarbeitern

  19.  
    Ralf:

    Wir sind ja verkabelt, auch wenn es keiner sieht. Also ich lasse ganz oft überhaupt erst mal so ein Zeitbudget aufmalen. Was sind meine Aufgaben, die täglich kommen? Welche habe ich wöchentlich, monatlich? Und gucke, wie viel Zeitbudget habe ich in so einem ganzen Jahr?

  20.  
    Jennifer:

    Ich freue mich an der Stelle, wenn wir unsere Hörer mitnehmen. Die sehen das jetzt ja gerade nicht, ich habe den Blick hier auf dein iPad und ich sehe so eine Zeituhr.

  21.  
    Ralf:

    So eine Zeituhr. Das ist jetzt eine grobe, ich habe die noch viel feiner, aber das ist jetzt eine grobe, die ich beim letzten Coaching gemacht habe, dass wir überhaupt mal geguckt haben, wie viel Zeit ist hier eine Führungskraft, wie viel Zeit verbringst du womit? Und dann haben wir das, das siehst du auch schön, sehr bunt gemacht.

  22.  
    Jennifer:

    Vielleicht nochmal für unsere Hörer, also wir haben wirklich einen Kreis, wie so eine Torte mit verschiedenen Tortenstücken und da wird prozentual mal aufgeschlüsselt, wie viel Zeit verbringe ich mit meinen Mitarbeitern, wie viel für Besuche vor Ort et cetera.

  23.  
    Ralf:

    Administrative Sachen, Dispo, sind Aufgaben, die die Führungskraft hier hat. Ja. Und du ahnst es, dass am Ende sie selbst sehr verwundert waren, dass für die wichtigen Dinge am wenigsten Zeit da war.

  24.  
    Jennifer:

    Wahrscheinlich nicht nur verwundert, sondern sogar erschrocken oder schockiert, wenn das mal so bunt auf weiß sieht, oder?

  25.  
    Ralf:

    Ja, genau. Und dann haben wir einfach hier noch mal eine Selbsteinschätzung, eine Fremdwahrnehmung gemacht, weil der Chef auch dabei war, was der sich wünscht. Das war erstmal das Aha, dass man sieht, man hat viel zu viel Administrative in diesem Fall, viel zu viel Administrative, die auch von der Zentrale kommt, mit dem man sich beschäftigen muss, und sonstiges. Die Erkenntnis war sowieso, die Störungen, die täglich reinkommen, sind hier noch unterrepräsentiert, aber das ist einmal die Erkenntnis.

  26.  
    Jennifer:

    Wir haben jetzt so diesen Tipp, können wir an der Stelle schon mal festhalten, ein praktischer Tipp. Gucke überhaupt mal hin, wo deine Zeit hinfließt.

  27.  
    Ralf:

    Ja genau.

  28.  
    Jennifer:

    Ja?

  29.  
    Ralf:

    Ja. Vielleicht durch können wir auch noch mal einen Download anbieten, also für dieses Formular. Viele haben gesagt, nee, weiß ich gar nicht, mal 4 Wochen jeden Tag so eine kleine Strichliste führen. Ich habe da so ein kleines Formular vorbereitet, dann wird das noch viel deutlicher, wie viel Zeit so täglich weggeht. Also das ist so diese Erkenntnis, dass viel zu viel Zeit verfließt und meine Nettoarbeitszeit für meine wesentlichen Aufgaben überhaupt nicht vorhanden ist. Ja. Das ist die 1. Erkenntnis. Macht das mal. Auch wenn ich immer sage, keine Zeit ist immer, du kennst ja diesen Spruch, wer sich keine Zeit nimmt, dann war es dir nicht wichtig, aber es darf eben nicht zur Ausrede werden und trotzdem muss ich mich damit beschäftigen.

  30. Zeit für die wichtigen Dinge einplanen

  31.  
    Jennifer:

    Ich sehe so die Herausforderung, häufig kommen ja Führungskräfte auf uns zu, und sagen so, meine Mitarbeiter nehmen sich nicht ausreichend Zeit für die wichtigen Dinge.

  32.  
    Ralf:

    Ja, stimmt vielleicht auch.

  33.  
    Jennifer:

    Ja, bin ich auch bei dir. Genauso setze ich aber auch beim Chef an, wo ich immer sage, schauen Sie selbst mal hin, wie sehen denn die wichtigen Dinge, Führungsaspekte Ihrerseits aus und nehmen Sie sich für die relevanten Dinge Zeit? Weil die Erfahrung machen wir doch sicherlich beide, dass auch Führungskräfte bestimmte originäre Aufgaben haben am Unternehmen auch zu arbeiten, nicht nur im Unternehmen und operativ, und dass sich häufig dann für die entscheidenden Aufgaben in der Position auch zu wenig Zeit genommen wird.

  34.  
    Ralf:

    Ja. Hast du völlig recht. Genauso. Das wiederholt sich, spiegelt sich dort genauso wider, und weiß ich nicht, kennst du dieses Video, wo man Steine und kleine Steine und große Steine verteilen muss?

  35.  
    Jennifer:

    Mhm (bejahend).

  36.  
    Ralf:

    Ich finde, das passt bis heute, haben wir ja auch gemacht. Die großen Brocken, du musst, es geht einfach nicht anders, du musst gucken, meine großen Steine, meine dicken Brocken am Anfang zu verteilen und sagen, und die sind gesetzt und die verteidige ich. Und da muss ich auch Nein sagen lernen.

  37.  
    Jennifer:

    Mach es nochmal für unsere Hörer auch konkret im Sinne von, praktischer Tipp, das interessiert die Bohne. Was sind zum Beispiel so dicke Steine?

  38. Kommunikation und Zeitmanagement

  39.  
    Ralf:

    Ja, haben wir hier nochmal, meine Standortsbesuche vor Ort, Zeit für Arbeitgebermarke, Zeit für den Kundenkontakt, das sind hier bei dem Kunden, den ich gecoacht habe, die dicken Steine. Was haben wir hier noch? Feiern, Stimmung sogar, Neukundengewinnung und Teamsitzungen und Mitarbeitergespräche, das waren seine dicken Steine. Und die müssen wir verteidigen, die müssen wir einplanen, und zwar realistisch, mit Vor- und Nachbereitung. Es nützt nichts das grob zu machen, sondern ich muss es wirklich fein planen. So und die muss ich verteidigen, da muss ich ein paar Dinge lernen. Nein zu sagen, das ist bis heute, Störung nicht annehmen.

  40.  
    Jennifer:

    Eine der größten Herausforderungen dieses Nein sagen.

  41.  
    Ralf:

    Ja.

  42.  
    Jennifer:

    Was rätst du denn konkret einem Chef, wenn dann häufig aber das Nein sagen, sage ich mal von den Mitarbeitern kommt, wenn die das vielleicht an bestimmten Stellen ganz gut können?

  43.  
    Ralf:

    Dem Chef?

  44.  
    Jennifer:

    Mhm (bejahend).

  45.  
    Ralf:

    Wenn die Mitarbeiter Nein sagen?

  46.  
    Jennifer:

    Ja. Angenommen ich habe so einen Mitarbeiter, der ist total taff, mit einem hohen Rotanteil und sagt, nee, mache ich nicht. Dann kommt der Chef und sagt, nee, mache ich nicht, habe ich keine Zeit für.

  47.  
    Ralf:

    Ja, dann müssen wir gucken, warum nicht, oder? Also einen Tod muss ich sterben. Will ich Ja-Sager als Mitarbeiter? Ich achte auch immer, dieses harte Nein, sage nicht, „das geht nicht, weil“, „das geht nur, wenn“ ist immer mein Rat. Das geht nur, wenn ich dafür was weglasse. Ist ja bei euch auch so, ich gebe euch ja auch manchmal mehr Aufgabe und dann heißt es, gut, schaffen wir nicht alles, was können wir weglassen? Klingt ja viel konstruktiver, als wenn ich sage, da habe ich keine Zeit zu.

    „Die Tasse ist halb voll, nicht halbleer. Positiv bleiben!“

    Auch da noch mal, achte auf deine Kommunikation.

  48. Work-Life Balance und flexibles Zeitmanagement

  49.  
    Jennifer:

    Ja, finde ich einen ganz, ganz wichtigen Tipp noch mal.

  50.  
    Ralf:

    Ja, das geht nur, wenn. Also die dicken Brocken wirklich sauber planen. Und weiß ich nicht, was dein Tipp oder mein Tipp dazu ist noch mal, wenn es um die Bohne geht, ist wirklich morgens auch, morgens um 7 Uhr rückwärts planen. Ich plane meinen Tag immer zielemäßig, was will ich an dem Tag erreicht haben und das setze ich und da beginnt der morgens um 7 Uhr beim Frühstück wirklich ganz grob meinen Tag zu planen. Also das ist etwas, was mir noch mal hilft.

  51.  
    Jennifer:

    Das heißt an der Stelle wirklich auch noch mal eine Umorientierung, weil die meisten starten ja morgens und gucken, wie ist der Tag durchstrukturiert sage ich mal bis 17 Uhr und nicht genau umgekehrt anzusetzen. Das ist ja schon noch mal ein anderer Impuls.

  52.  
    Ralf:

    Ja. Also mir hat es geholfen zu sagen, was muss ich am Ende wirklich an dem Tag geschafft haben, was sind die dicken Brocken. Und du kennst das ja, auch hundertmal gehört, „Eat the Frog“, mache das, was dich nervt, morgens als allererstes.

  53.  
    Jennifer:

    Ja. Aber ich finde das ist hier noch eine der spannendsten Herausforderungen. Also das ist bei mir auch so hängengeblieben so dieses „Eat that Frog“ und das hat sicher jeder von uns, dass man so Themen hat, wo man denkt, ah ja, mache ich nachher in meiner Frühstückspause, mache ich morgen, ach, habe ich heute gar nicht geschafft, mache ich dann lieber morgen so. Und das sind ja schon die Sachen, die lasten und die dann wirklich auch mit in den sag ich mal, in Anführungszeichen, „Feierabend“ reingehen. Also für uns ist ja immer so Arbeitszeit gleich Lebenszeit, also deshalb gibt’s ja nicht den kategorischen Feierabend, aber dass es dann ja schon mit in die Stunden reingeht, wo man sagt, hey, da hätte ich gerne schon ein Häkchen hinter.

  54.  
    Ralf:

    Absolut. Ja.

  55. Störungen beseitigen, Zeit effektiver zu nutzen

  56.  
    Jennifer:

    Wo wir so ein bisschen beim Thema, Brückenschlag, Freizeit sind, ich meine, wir beide wir lieben unseren Job, machen den leidenschaftlich gern, da gibt es eben nicht diese Arbeitszeit, diese Parallele zu Freizeit oder Lebenszeit. Bei vielen Mitarbeitern sieht es aber anders aus. Dann höre ich immer, dann kommt so ein Chef und sagt, hey, mittlerweile sind die so auf Freizeit gepolt, denen ist es lieber 30 Stunden zu machen, weniger Geld zu verdienen als eine Vollzeit-Position zu haben und an der eigenen Erfolgsgeschichte zu arbeiten. Wie sieht das denn bei deinen Partnern aus, die du so begleitest? Auch dieses Freizeitsyndrom?

  57.  
    Ralf:

    Ja. Sogar bei meinem Sohn, das ist der Tim, Tim macht ja was bei uns, und das erste, was er gesagt hat, Geld ist nicht alles.

  58.  
    Jennifer:

    Ja, Tim hat gesagt, die Flexibilität, die er liebt heute.

  59.  
    Ralf:

    Flexibilität, ja.

  60.  
    Jennifer:

    Flexibilität. Genau. Das ist ja bei ganz vielen, gerade bei der jüngeren Zielgruppe so und da haben ja Chefs schon halt mit zu kämpfen.

  61.  
    Ralf:

    Tim ist auch nicht mehr jung, der ist 27.

  62.  
    Jennifer:

    Ja, er zählt immer noch zu der jüngeren Generation für mich mit fast 40.

  63.  
    Ralf:

    Ich habe ihn auch gefragt, willst du nicht ein bisschen mehr arbeiten, um was anzusparen für ein Haus? Was war sein Spruch? Immobilien machen immobil.

  64.  
    Jennifer:

    Ja, sicher ein wahrer Kern aus so einer speziellen Perspektive.

  65.  
    Ralf:

    Also haben meine Kunden auch, habe ich selber, deswegen mein Rat an dieser Stelle, Nettoarbeitszeit für die wirklichen Dinge. Aufpassen, dass die Nettoarbeitszeit für Vertrieb, für den Kunden, für meine Mitarbeiter, dass die Nettoarbeitszeit, dass du da nicht sägst, nagst. Wir nagen immer an diesen Zeiten und irgendwann wachst du auf und siehst, wo meine Zeit verdaddelt wird. So und das ist mein Rat. Guckt noch mal hin und sage, das musst du verteidigen, gerade was Vertrieb, Neukundengewinnung, Mitarbeiter angeht, für die wichtigsten Kernthemen, das musst du verteidigen. Wirklich und ich kenne das selber, sonst nagt es überall ein bisschen Zeit weg und ab. Und habe ich noch einen Tipp: Störungsfreie Arbeitszeit. Mal 2 Stunden störungsfrei arbeiten. Ich glaube, das kennen wir beide auch. Ich setze mich gerne raus aus dem Büro, du setzt dich gerne raus, wenn es geht, weil wir sind zu sehr abgelenkt, wir kommen immer wieder raus aus dem Arbeitsprozess. Erinnerst du dich noch an den Workshop, den wir gerade mit Christian gemacht haben, was es kostet dich einzudenken, einzuarbeiten? Ich höre letztens noch vom Kunden, ich fange gern um 6 Uhr morgens an.

  66.  
    Jennifer:

    Weil da noch Ruhe ist.

  67.  
    Ralf:

    Teamleiter, ja, weil dann Ruhe ist. Dann schaffe ich doppelt so viel. Ich staune nur, das sagt jeder, ja, kenne ich, kenne ich vom Urlaub, und dann staune ich doch, dass wir diese störungsfreie Arbeitszeit wenig zulassen in den Unternehmen und auch nicht verteidigen.

  68. Unsere praktischen Tipps für effektiveres Zeitmanagement zusammengefasst

  69.  
    Jennifer:

    Ist aber auch ein Umdenken, was da stattfinden darf an der Stelle, in unserem Sinne, NIPSILD, Nicht In Problemen, sondern In Lösungen Denken. Jemand sagte, ja, ich kann gar nicht in Ruhe telefonieren, der eine telefoniert parallel, klar, dann poppt wieder halt eben Outlook auf und da kommt wieder eine Nachricht rein. Ich weiß gar nicht, wie ich es machen soll. Und ich finde, manchmal sind es ja die Kleinigkeiten, vielleicht einfach mit dem Bürostuhl schon mal umdrehen, gar nicht zum Bildschirm hingucken und dass man gar nicht sieht, wie es aufpoppt oder wirklich den Ton auch auszustellen, um sich auf eine Sache halt eben zu konzentrieren. Das hatten wir auch, Danke an Christian, Multitasking ist eben nicht.

  70.  
    Ralf:

    Gibt’s nicht. Ja genau.

  71.  
    Jennifer:

    Funktioniert nicht. Sich wirklich auf eine Sache zu konzentrieren und auch wirklich mal hinzuschauen, wo kommen denn meine Störungen her oder was sind für mich vermeintliche Störungen?

  72.  
    Ralf:

    Ein kleiner Ausblick in die Zukunft.

  73.  
    Jennifer:

    Das heißt, da sind wir bei unserer Kategorie Kaffeesatzleserei.

  74.  
    Ralf:

    Und ein kleiner Ausblick in Zukunft dazu, Jenny. Es wird sich nicht ändern. Wenn der Wunsch ist, dass ich durch das beste Zeitmanagement, durch meine Selbstorganisation hinkriege, dass ich all meine Arbeit schaffe, sage ich, das ist ein Trugschluss in der Zukunft. Allein die Geschwindigkeit, Zukunft heißt Geschwindigkeit, du wirst mit diesem Gefühl auch leben müssen, immer wieder mit dir zu kämpfen, immer wieder an dir zu arbeiten und dieser Zustand, der frustriert auch viele, unheimlich viele. Lass mich gerade erzählen, es frustriert dieses Gefühl nicht fertig zu werden. Einmal den Schreibtisch richtig leer zu kriegen. Kaum hast du eins weg, rutschen drei Dinge nach. Deswegen glaube ich, nutzen auch Zeitmanagement-Geschichten nichts mehr, weil was machst du mit dieser freien Zeit? Du packst neue Sachen rein, die wieder neue Dinge mit sich bringen. Verstehst du? Und dann komme ich natürlich auch in so ein Stressgefühl, wenn ich die Hoffnung habe, dass ich durch mein tolles Zeitmanagement jetzt irgendwann in so einem Zustand der Erleichterung bin und alles fertig habe. Das ist ein Trugschluss.

  75.  
    Jennifer:

    Also für mich heißt das ja an der Stelle, es ist Haltung und Einstellung. Es geht gar nicht um Zeitmanagement, sondern Haltung und Einstellung halt eben dem, in Anführungszeichen, „Wandel“ gegenüber. Einfach bewusst auch zu sagen, okay, ich werde nicht fertig und dass es aber auch nicht schlimm ist und gar kein Kampf ist, sondern sozusagen, ich werde eben nicht fertig. So wie man mit dem Thema Begeisterung nicht fertig wird.

  76.  
    Ralf:

    Aber auch schlau zu sein, also bitte Prioritäten setzen. Wirklich am Tag natürlich auch zu wissen, was lasse ich weg, was lasse ich nicht weg, und nicht dem Chef sagen, ja, das habe ich nicht mehr geschafft. Das würde mich jetzt nerven, also wenn die …

  77.  
    Jennifer:

    Ja, die meisten Chefs.

  78.  
    Ralf:

    Genau. Wenn die wichtigen Dinge nicht erledigt werden. Also das setzte ich schon natürlich voraus.

  79.  
    Jennifer:

    Jetzt greifst du das so auf, was lasse ich weg, was mache ich stattdessen oder worauf fokussiere ich mich. Da sind wir ja schon glaube ich so ein bisschen bei unseren heutigen Espressobohnen angekommen. Zum Ende verteilen wir ja immer noch mal unsere Espressobohnen.

  80.  
    Ralf:

    Du hast sie auch mitgebracht. Weißt du, was ich wieder vergessen habe, jetzt ist er bestimmt kalt. Den Espresso zu trinken. So. Hier die Bohnen. Ich mach’s mal hörbar.

  81.  
    Jennifer:

    Sind ganz schön viele heute, oder?

  82.  
    Ralf:

    Du hast ein paar Espressobohnen mitgebracht. Ich nehme mal wieder welche weg, sonst verzetteln wir uns.

  83.  
    Jennifer:

    Also ich fände es gut, wenn wir den Fokus auf 3, 4 Stück hätten.

  84.  
    Ralf:

    Okay. Gut. So.

  85. Ü8

  86.  
    Jennifer:

    Aufs Wesentliche.

  87.  
    Ralf:

    Aufs Wesentliche. Die liegen jetzt hier. Also mein 1. Bohne ist: Sich stärker mit Planung zu beschäftigen, also morgens 7 Uhr in den Kalender zu gucken, den Tag rückwärts zu denken, und dann die dicken Brocken konsequent anzugehen und zu verteidigen.

  88.  
    Jennifer:

    Ich grätsche noch einmal an der Stelle rein. Ich bin ja Mama von zwei kleinen Jungs, die sind ja auch manchmal ein Zeitfresser. Und jetzt sagst du, um 7 Uhr starten. Da sind wir dabei das Haus zu verlassen. Hast du einen Tipp dann für engagierte arbeitswillige Mütter wie mich?

  89.  
    Ralf:

    Ja, halb 6 oder wann schickst du wirklich erst E-Mails.

  90.  
    Jennifer:

    Also die kommen doch schon nachts.

  91.  
    Ralf:

    Ja genau. Ja, weiß ich nicht. Hast du nicht störungsfreie Zeit für dich, wo du sagst, vor den Kindern brauche ich eine halbe Stunde für mich? Bestimmt.

  92.  
    Jennifer:

    Also das ist heute eine Espressobohne, die ich mir nehme, die Extra-Bohne, die ich mir gönne, und die ich auch allen Hörerinnen da draußen mit auf den Weg gebe oder allen Hörern, die stark mit den Kindern verbunden sind. Sucht euch eure störungsfreien Zeiten. Also ich habe die noch nicht gut genug. Also das ist mein To-Do, meine Extra-Bohne heute.

  93.  
    Ralf:

    Okay. Ja. Eine weitere Bohne ist: Nein sagen. Keinen Affen auf die Schulter setzen. Differenzieren, gucken. Hast du noch eine Bohne? Vielleicht die Zeituhr noch, die könnte ich noch reinschmeißen.

  94.  
    Jennifer:

    Ja. Das ist ein schönes Tool. Genau. An die Hörer, reinschauen, die Zeituhr mal testen.

  95.  
    Ralf:

    Ja. Und zu wissen, ich werde nicht fertig. Es geht nicht darum, nicht die falschen Ziele setzen, irgendwann denken, ja, aber mit dieser Zeituhr habe ich das im Griff, sondern es geht mehr um Klarheit und Bewusstheit dann.

  96.  
    Jennifer:

    Mein Wunsch heute noch an dich. Dass wir mehr gemeinsame Zeit haben.

    Da lachst du laut.

  97.  
    Ralf:

    Ja, da kriege ich jetzt bei jeder Folge zu hören, mehr gemeinsame Zeit. In jeder Jahreszielplanung steht das drinnen. Warum kriegen wir das nicht hin?

  98.  
    Jennifer:

    Wir lassen es einfach mal so stehen an der Stelle.

  99.  
    Ralf:

    Okay.

  100.  
    Jennifer:

    Ich freue mich auf die Zeit.

  101.  
    Ralf:

    Sprechen wir nach dem Podcast drüber. Ja, vielen Dank, Jenny. Danke dir.

  102.  
    Jennifer:

    Danke an dich.

  103.  
    Ralf:

    Tschüss!

  104.  
    Jennifer:

    Ciao!

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4 Antworten
  1. Klasse Podcast!!! Sehr praxisnahe und authentisch. Ich werde begeistert weiter am Ball bleiben und freue mich auf die nächsten Folgen. Wichtig finde ich zusätzlich auch, sich Zeit zu nehmen seine (kleinen) Erfolge zu notieren und zu feiern. Zum Beispiel in Form eines Erfolgsjournals. Denn häufig gehen genau diese wichtigen kleinen Erfolge auf dem Weg verloren.

  2. Thomas Dose

    Sehr interessant und gut gemacht. Auch wenn ich jetzt in Rente gehe, werde ich Ihre Podcastfolgen gern anhören. Aktuelle, gute und begeisternde Themen werden von Ihnen auf den Punkt gebracht. Danke…

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!