Unternehmensleitbild: So begeistert es Mitarbeiter und Kunden

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Ein Leitbild zu erstellen scheint nicht schwierig zu sein – schnell fallen einem gute Formulierungen ein.

Das Leitbild liest sich dann oft so:

„Wir kommunizieren offen und fair. Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut. Wir führen partnerschaftlich und auf Augenhöhe. Unsere Werte sind Freundlichkeit und Verantwortung….“

Kennst du solche Leitbilder, die häufig völlig unbeachtet in den Büros der Republik hängen?

Dann weißt du auch, dass es sich dabei in der Regel um nichts als hohle Phrasen handelt.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie ihr ein Leitbild erstellt, das authentisch ist und das seinen Zweck erfüllt.

Unternehmensleitbild Leitbild oder Leidbild BegeisterungsLand

Hält euer Leitbild, was es verspricht?

Habt ihr schon ein Leitbild?

Wenn ja, dann solltest du dich zuerst einmal fragen, ob die beschriebenen Werte wirklich gelebt werden.

Zum beispielhaften Leitbild von oben kann man zum Beispiel reflektieren:

  • Kommunizieren wir im Team wirklich offen und fair?
  • Werden Mitarbeiter tatsächlich wie das höchste Gut der Firma behandelt?
  • Und ist der Ton der Chefetage im Umgang mit den Mitarbeitern im wahrsten Sinne des Wortes partnerschaftlich?

Falls du jetzt spontan mit Nein antwortest, weil du dich an abwertende Kommentare der Kollegen oder an Brülltiraden des Vorgesetzten erinnern, hast du das vermeintliche Leitbild schon als das entlarvt, was es wirklich ist:

Ein Leidbild, das schneller wieder vergessen wird, als es geschrieben wurde.

Wie geht es nun besser? Wie können Führungskräfte Leitbilder entwerfen, die ihr Team wirklich voranbringen?

Was ist der Unterschied zwischen einem Unternehmensleitbild und einer Vision?

Oft höre ich die Frage: Ist die Vision nicht dasselbe wie das Leitbild eines Unternehmens?
Nein, auch wenn sich Leitbilder und Visionen in Unternehmen stark ähneln.

Eine Vision sehr bildhaft und zukunftsorientiert formuliert. Sie ist der Kompass für die langfristige Entwicklung des Unternehmens.

Meine Definition eines Unternehmensleitbild:

Eine schriftliche Erklärung eines Unternehmens, das das Selbstverständnis – also die Werte, die Philosophie (den Geist oder die Unternehmenskultur), die Identität und den Kundenstamm eines Unternehmens – beschreibt.

Hände weg von falschen Versprechungen

Lass uns zunächst einmal einen Blick darauf werfen, wie es NICHT geht.

„Wir möchten …“, „Unser Ziel ist es …“

Fällt dir etwas auf? Egozentrierter geht es kaum, und dennoch handelt es sich bei diesen Satzanfängen um typische Leitbild-Formulierungen.

Und was ist mit den Kunden?

Auch die kommen in so manchem Leitbild gar nicht vor, weil sich viele Unternehmen ausschließlich um die eigene Achse drehen.

Das Ergebnis dieser Egozentriertheit:

Uninspirierte Mitarbeiter, die muffelig statt freundlich sind und auf diese Weise einen enormen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Das glaubst du nicht?

Dann lass uns einen Blick auf den Engagement-Index 2019 des renommierten Gallup-Instituts werfen. Demnach machen 69 Prozent der Beschäftigten nur Dienst nach Vorschrift, und weitere 16 Prozent haben innerlich schon längst gekündigt.

Euch soll das nicht passieren? Ihr möchtet ein Leitbild erstellen, das wirklich umgesetzt wird und sowohl zu begeisterten Mitarbeitern als auch zu begeisterten Kunden führt?

Dann mach dir zuerst bewusst, dass du den Geist des Unternehmens nicht zwangsverordnen kannst.

Stattdessen gib ihm die Gelegenheit zu wachsen, indem er von den Führungskräften vorgelebt und von den Angestellten mitgetragen wird.

Merke dir:

Ein Unternehmensgeist äußert sich im Tun und er wird dadurch legitimiert, dass von der Führungskraft bis zum Praktikanten jeder genau weiß, welche Verhaltensweisen nicht geduldet und welche stattdessen erwartet werden.

So erstellt ihr ein Leitbild, das begeistert

Grundsätzlich solltet ihr euren Kunden in dem geplanten Unternehmensleitbild einen wichtigen Platz einzuräumen.

Sie sind schließlich der Grund dafür, dass das Unternehmen überhaupt existiert, und wenn deine Mitarbeiter nur Dienst nach Vorschrift leisten oder schlimmstenfalls sogar schlecht gelaunt ans Werk gehen, ist es damit möglicherweise bald vorbei.

Die Konkurrenz ist groß, und wenn eure Wettbewerber bessere Begeisterungsstrategien haben als ihr, dürft ihr euch nicht wundern, wenn Kunden abwandern.

Doch damit ist es noch lange nicht getan, denn zusätzlich zum Kundenfokus ist es elementar, dass ein Leitbild nicht von oben diktiert wird.

Gute Leitbilder werden gemeinsam mit den Mitarbeitern im Team entwickelt – und zwar präzise, individuell und branchenspezifisch.

Idealerweise lasst ihr euch dabei von folgenden Fragen leiten:

  • Was erscheint euch heute völlig unmöglich, für eure Kunden zu tun, wäre jedoch fantastisch, wenn es gelänge?
  • Wie würde dies das Unternehmen – dich und deine Mitarbeiter eingeschlossen – verändern?

Ob die Antworten, die ihr darauf findet, wirklich ein tragfähiges Leitbild ergeben, das authentisch genug ist, um im täglichen Handeln als Richtschnur zu dienen, spürt ihr beim Lesen.

Das sind die wichtigsten Punkte, die ein begeisterndes Unternehmensleitbild in jedem Fall erfüllen sollte, im Überblick:

  • Das Leitbild muss von allen Mitarbeitern mitgetragen und daher auch gemeinsam im Team entwickelt werden.
  • Hütet euch vor Plattitüden. Euer Leitbild sollte so einzigartig sein wie das Unternehmen.
  • Schreibt auf, was das Unternehmen einzigartig macht. Was ist das besondere an eurem Unternehmensgeist, eurer Unternehmenskultur?
  • Formuliert euer Leitbild so einfach und verständlich wie möglich.
  • Das ultimative Zeichen, dass das Leitbild gelungen ist? Es wirkt begeisternd!

Wo bleibt die Begeisterung? Erweckt eure Werte wieder zum Leben!

Ihr habt bereits ein Unternehmensleitbild erarbeitet, das einst tragfähig erschien, und du wunderst dich, warum es plötzlich von allen ignoriert wird?

Dann darfst du dir zwei Fragen stellen:

  • Habt ihr wirklich alle oben aufgeführten Punkte beachtet?
  • Kann es vielleicht sein, dass die Begeisterung, die einst von diesem Leitbild ausging, im Laufe der Zeit einfach nur verschüttet wurde?

In letzterem Fall habt ihr die Chance, das kleine Flämmchen der Begeisterung wieder zum Leben zu erwecken und in ein großes Feuer zu verwandeln.

Sollte die Begeisterung, die in eurer ursprünglich Vision zum Tragen kam, tatsächlich nur verschüttet sein, überlegt euch doch einfach ein paar kleine Überraschungen, mit denen ihr eure Kunden eine Freude bereitet.

Die Sogwirkung, die dadurch entsteht, wird dich überraschen:

Sind die Kunden begeistert, sind auch deine Mitarbeiter begeistert, und es wird nicht lange dauern, bis sie noch mehr Freude schenken und noch mehr Kunden begeistern, denn Erfolg macht süchtig.

Auf diese Weise entwickelt sich langsam eine Aufwärtsspirale aus wachsender Anziehungskraft und Begeisterung.

Diese Begeisterung zieht nach und nach weitere Aktionen und Handlungen nach sich und führt letztlich dazu, dass deine Mitarbeiter ihr Tun von sich aus unter einen verbindenden „Leitstern“ stellen.

Fazit: Ist ein Leitbild sinnvoll? Natürlich – doch nicht um jeden Preis.

Immer wieder wird mir die Frage gestellt, ob wirklich jedes Unternehmen ein Leitbild braucht.

Meine Antwort:

Jein, denn Leitbilder bringen nur dann den gewünschten Erfolg, wenn sie eine Vision vermitteln, die im täglichen Arbeitsleben umgesetzt werden kann.

Bereits die gemeinsame Diskussion darüber kann dein gesamtes Team für die Kultur und den Geist des Unternehmens sensibilisieren.

Doch wenn du dich im Moment noch außerstande siehst, eine von Herzen kommende, echte und auf das Unternehmen zugeschnittene Vision zu entwickeln, dann lass es besser fürs Erste bleiben.

Besser gar kein Leitbild als ein Leidbild, das niemandem etwas bringt.

Du traust es dir zu, gemeinsam mit deinen Mitarbeitern ein Leitbild zu entwickeln, das wirklich begeistert? Wunderbar!

Dann greife auf die Tipps aus diesem Artikel zurück und mache dich im Team ans Werk. Sammelt Ideen, diskutiert und gebt eurer Begeisterung einen Rahmen, der den Namen Leitbild verdient.

Eure Kunden werden es euch danken!

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