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#009 Erfolgreiche und begeisternde Meetings leiten

#009 Erfolgreiche und begeisternde Meetings leiten
Brennende Themen im Führungsalltag...

 
 
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Meetings und Besprechungen sind ein wichtiger Teil des Führungsalltags – sie helfen Ihnen und Ihr Team beim Erreichen Ihrer Ziele. So sieht zumindest der Idealfall aus. Oft sind Meetings jedoch langwierig, ineffizient und wenig zielgerichtet. Dann verschwenden Sie Zeit und Geld anstatt voranzukommen. Viele Besprechungen sind Energiefresser!

In dieser Folge sprechen wir über ganz praktische Tipps und Tricks, mit denen Sie Ihre Meetings effizienter und effektiver gestalten können. Einfache Regeln zu Pünktlichkeit und Sprechzeit sowie eine klare Agenda und zielgerichtete Moderation des Meetings sparen Ihnen Geld, Zeit und Nerven.

BegeisterungsLand-Tools für erfolgreiche Meetings

Unser Meeting-Kodex
Unsere Tipps für den richtigen Ablauf einer Besprechung und einer guten Gesprächsführung auf einer Seite zusammengefasst.

Impulse für erfolgreiche Kommunikation mit Ihrem Team
Impulse und Anregungen mit denen Sie die Kommunikation mit Ihrem Team erfolgreich gestalten können.

Weitere Tools für Ihre Meetings

Meetingmeter – was kostet Ihr Meeting?
Online-Tool mit dem Sie die Kosten eines Meetings ganz einfach im Blick haben können.

Meeting-Uhr als App
Die Kosten eines Meetings für alle sichtbar beziffern.

Benken Meeting-Cube – der Begleiter für Ihre Meetings 
Wenn Sie lieber etwas greifbares haben, dann ist der Meeting-Cube etwas für Sie. Machen Sie Zeit und Kosten für jeden Teilnehmer sichtbar.

Das komplette Transkript
> Hier als PDF-Datei zum Download < 

Meetings als Kostenfaktor – Kosten visualisieren
Vorbereitung, Pünktlichkeit und Konsequenz
Ein Regelwerk für Meetings erstellen
Gute Vorbereitung und erfolgreiche Moderation
Protokoll führen und To-Dos formulieren
Auch wichtig: Das richtige Setting für ein Meeting
Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  1.  
    Jennifer:

    Schön mit dir heute hier zu sein. Wir haben uns jetzt ein paar Tage nicht gesehen und auch komischerweise nicht gehört, umso mehr freue ich mich heute mit dir hier den Espresso genießen zu dürfen auf unserem orangen Sofa, und bin gespannt, was für ein Thema du uns heute mitgebracht hast.

  2. Meetings als Kostenfaktor – Kosten visualisieren

  3.  
    Ralf:

    Ja, schön, dass ich hier bin. Ich habe das Thema Meeting, Besprechung mitgebracht, weil ganz viele nicht wissen, wie teuer das ist, wenn man unnütze Besprechungen macht. Und kannst du dir vorstellen, dass man Meetings mit 30 und regelmäßige Meetings mit 30 und mehr Teilnehmern macht?

  4.  
    Jennifer:

    Nein.

  5.  
    Ralf:

    Wo die Hälfte einschläft und …

  6.  
    Jennifer:

    Nein, das finde ich schon ein bisschen crazy und verrückt. Ich weiß, manche Meetings sind zu groß oder so Massen-Meetings. 30 Leute, das ist natürlich schon verrückt. Ich erinnere mich, du hast angesprochen, wie teuer sowas ist. Ich glaube, die wenigsten machen sich Gedanken darüber, was so ein Meeting tatsächlich kostet. Im Endeffekt hast du dann vielleicht 5, 6, wenn noch nicht 30, aber schon eine Menge hochkarätiger Leute dasitzen, die ja alle was zu sagen haben, in der Regel Teamleiter, Abteilungsleiter, uns angucken, was die halt eben so verdienen und wenn die mal eine Stunde zusammensitzen und wenn wir das mal hochrechnen würden …

  7.  
    Ralf:

    Was die verdienen weiß ich nicht, aber was sie bekommen.

  8.  
    Jennifer:

    Ja, okay. Mhm (bejahend). Aber ich denke, da wäre schon der Faktor Schmerz für den ein oder anderen Unternehmen dabei, wenn man sagt, wir sitzen einmal die Woche zusammen.

  9.  
    Ralf:

    Ja, so eine Meeting-Uhr ist Pflicht.

  10.  
    Jennifer:

    Ja, wenn du dann siehst, wie das Geld da wegrasselt und was dann unterm Strich stehenbleibt, das finde ich schon noch mal eine gute Visualisierung. Das wäre vielleicht was für unsere Hörer, dass wir euch mal Input zur Verfügung stellen, was es für Tools gibt, wo man mal sieht, wie die Zeit rennt und was die Zeit für einen Wert hat.

  11.  
    Ralf:

    Ja, es gibt so eine digitale von Beam habe ich gesehen und ich habe hier beim Kunden, im Erzgebirge haben wir eine, so einen Cube, der ist total cool. Das rasselt dann das Geld weg von den Teilnehmern, gibt man nur schnell die Teilnehmer ein und dann drückt man auf die Starttaste und dann sieht man, wie viel Zeit man gerade verspricht. Und hier im Büro haben wir noch so eine etwas kostengünstigere Variante, die können wir alle mal in die Shownotes packen, also für die ist es sehr heilsam.

  12.  
    Jennifer:

    Ja. Ich denke, bei dem ein oder anderen Hörer rattert es jetzt schon im Kopf und Gott oh Gott oh Gott, was stecke ich da jetzt alles rein? Das heißt aber nicht, dass Meetings nicht stattfinden sollten, wir beide finden ja Meetings supersuperwichtig. Uns geht’s ja eher darum, dass die begeisternd, effektiv und effizient gestaltet werden.

  13. Vorbereitung, Pünktlichkeit und Konsequenz

  14.  
    Ralf:

    Und das ist auch der Spagat, finde ich. Vom einen, ich kriege zu wenig mit, wir kommunizieren zu wenig und auf der anderen Seite sind die Meetings ja ineffizient, Sprechdurchfall, also die, die permanent reden, Ergebnisse werden nicht nachgehalten, unvorbereitet, unpünktlich, zu lange, bringt nichts, ja, all diese Bandbreite erlebe ich im Alltag.

  15.  
    Jennifer:

    Hm, ich denke, jeder von uns kennt das ja so, man beruft das Meeting ein, kommt dann zusammen, die einen sind vorbereitet oder nicht vorbereitet, wie …

  16.  
    Ralf:

    Fällt mir wieder ein, bist du vorbereitet?

  17.  
    Jennifer:

    Ja, du lachst, ja, ja genau. Für unseren Podcast?

  18.  
    Ralf:

    Nein, für den Podcast nicht, aber …

  19.  
    Jennifer:

    Ja, immer.

  20.  
    Ralf:

    Ja, das weiß ich, aber so manches Meeting, was wir machen, Hand aufs Herz?

  21.  
    Jennifer:

    Naja, ja, manchmal schliddert man da so rein.

  22.  
    Ralf:

    Richtig.

  23.  
    Jennifer:

    Und ich weiß genau, wo du drauf anspielt. Montag hatten wir ja so ein Meeting, wo ich sagte, ah, können wir nicht doch nochmal irgendwie schieben? Und ich weiß, da drückst du bei mir dann ja manchmal auch zwei Augen zu. Da finde ich, ist schon ganz, ganz wichtig halt eben konsequent, wenn ein Termin vereinbart ist, den auch einzuhalten. Wenn ich jetzt mehrere Menschen zusammenrufe und sage, wir haben unsere Dienstagsrunde und kommen zusammen und dann kann vielleicht der eine oder andere nicht, aber dennoch wichtig, das Meeting stattfinden zu lassen.

  24.  
    Ralf:

    Total.

  25.  
    Jennifer:

    Statt zu sagen, schieben wir, machen wir ein andermal oder so, weil dann bekommt es ja auch wieder so eine Negativkultur, hat halt nicht den Wert, nicht die Wichtigkeit.

  26.  
    Ralf:

    Absolut. Meetings regelmäßig und wenn sie kürzer sind, dann kürzer, aber sie müssen stattfinden.

  27.  
    Jennifer:

    Also ich mag es ja, wenn die kurz und knackig sind. Häufig ist es ja so, erstmal einen Kaffee holen, alle setzen sich zusammen und bis man dann erstmal loslegt, bis die Technik startklar ist. Da find ich es sehr gut, wenn es kurz und knackig ist. Vielleicht wirklich auch mal überlegen am Stehtisch zu tagen, jeder kommt zusammen, die Sachen auf den Punkt bringen, durchpowern, dann lieber kürzer als lange.

  28.  
    Ralf:

    Ja, das sind sogenannte Meetups, Meetups sind ganz kurze Meetings, wo es oft um Projektthemen geht, die ganz kurz und knackig sind. Weißt du, was ich gelernt habe beim SchmidtColleg, damals noch bei Josef Schmidt, jede Minute 5 Euro. Das ist heilsam. Und das durchziehen, wirklich, ich meine ganz ernst. Du guckst gerade so. Konsequent und ganz ehrlich, dann läuft es.

  29.  
    Jennifer:

    Ja, sag genau, was du meinst. 1 Minute 5 Euro?

  30.  
    Ralf:

    Ja. Ja, 1 Minute Verspätung.

  31.  
    Jennifer:

    Ah okay.

  32.  
    Ralf:

    Sorry, pro Minute 5 Euro in den Topf und das konsequent einfordern, bezahlen.

  33.  
    Jennifer:

    Damit meinst du aber halt …

  34.  
    Ralf:

    Oder du fängst mit 2 Euro an.

  35.  
    Jennifer:

    … ja, aber damit meinst du halt Regelwerk für eine Meeting-Kultur.

  36.  
    Ralf:

    Ja.

  37.  
    Jennifer:

    Zu sagen, okay, wir haben bestimmte Regeln, das heißt wirklich pünktlich und vorbereitet treffen.

  38.  
    Ralf:

    Ja.

  39.  
    Jennifer:

    Wer zu spät kommt oder Handy anhat, Störung durch Handy, 5 Euro. Also für sich wirklich eine Agenda zu erstellen und zu sagen, das sind die Aspekte, die konsequent gestraft werden, wenn sie nicht eingehalten werden.

  40.  
    Ralf:

    Ja. Und das konsequent einführen. Und gut, dann lohnt es sich für die anderen. Du kennst das, es ist unhöflich, es nervt die anderen, wenn man zu spät kommt, es sind immer die gleichen, die zu spät kommen. Komisch, ne. Also mit Einsicht klappt das nicht, mit Geld klappt es ganz oft. Sorry.

  41.  
    Jennifer:

    Das heißt, für dich Sparkasse, äh Spardose, Sparbüchse, halt irgendwie wirklich …

  42.  
    Ralf:

    Sparkasse, genau. Sparkasse.

  43.  
    Jennifer:

    … konsequent. Ja, ist ein bisschen wie Sparkasse, Sparbuch einzahlen.

  44.  
    Ralf:

    Gut, früher habe ich als gesagt, das Geld geht an mich. Kam aber nicht so gut, heute würde ich sagen, Teamkasse oder wirklich einen guten Zweck.

  45.  
    Jennifer:

    Ja, einen guten Zweck finde ich auch immer einen schönen Impuls, den du reinbringst. Zu überlegen, ist zwar jetzt ein kleiner Exkurs, aber was mache ich mit Geld? Auf der einen Seite kann es Geld sein, was man als Team gemeinsam halt verwendet, verbrät, auch Feierkultur et cetera, aber auf der anderen Seite kann es natürlich auch einer tollen Initiative zugutekommen, wenn man sagt, man hat etwas, was man durchgängig halt eben unterstützt oder begleitet. Dan finde ich, hat es dann nochmal eine schöne Sinnstiftung. Ja. Da haben wir ja schon tolle Partner auch, die tolle Organisation unterstützen. Ob es so ein Ronald McDonald Haus ist oder so, also wirklich schöne Sachen. Guter Impuls. Ja.

  46. Ein Regelwerk für Meetings erstellen

  47.  
    Ralf:

    Also Regelwerk.

  48.  
    Jennifer:

    Wer erarbeitet das Regelwerk?

  49.  
    Ralf:

    Puh! Wer erarbeitet das? Also ich weiß nicht, wir haben ja eins, was wir auch mit in die Shownotes nehmen können, das habe ich für einen Partner mal erstellt. Können wir einfach mal gucken, ob wir es mit reinpacken. Also kurz und knapp, im Grunde, sorry, aber Jenny, es ist das, was jeder weiß. Da steht jetzt nichts drin, wo du sagst, wow, halt dich kurz, lösungsorientiert, sei pünktlich, Handys aus, ein Moderator, vielleicht auch ein wechselnder Moderator, das bringt es. Immer ein Kurzprotokoll, wer macht was bis wann? Das nachhalten, also jetzt habe ich schon alles aus dem Kopf vorgetragen, was da drinsteht. Und jetzt sagst du, nichts Neues.

  50.  
    Jennifer:

    Na, also erst, ja, ich finde es ja gut, sich verbindlich daran zu halten. Das ist es ja auch. Wenn du sagst, ist nichts Neues, nee, für unsere Hörer sicherlich auch nicht, aber die Dinge wirklich konsequent umzusetzen. Zu sagen, da habe ich halt eben einen Vielredner mit Sprechdurchfall und denn dann wirklich auch bewusst zu unterbrechen. Oder wenn wir sagen, unterschiedliche Moderatoren, das geht reihum, ist ja noch mal eine andere Verbindlichkeit, wenn ich weiß, ich habe den Hut auf und bin derjenige, der da heute knackig durch die 30 Minuten halt führt, dann komme ich auch anders vorbereitet, will vielleicht auch anders Aufmerksamkeit von den anderen haben. Und das finde ich, ist ja schon ein Ansatzpunkt, wo fast jeder dran ansetzen kann. Und sagt halt eben, eigene Meetings nochmal kritisch hinterfragen.

  51.  
    Ralf:

    Ja. Man kann üben, also als Moderator auch. Und auch da, was ich gelernt habe, wenn es hierarchieübergreifend ist, das heißt, als Mitarbeiter kann ich vielleicht oder tue ich mich schwer meinen Chef einzubremsen, dass ich sage, keine Beiträge länger als 3 Minuten und da ist eine sichtbare Uhr, die läuft. Das habe ich mal bei so einer Unternehmergruppe eingeführt, das hat mir geholfen, die Menschen mit Sprechdurchfall in den Griff zu kriegen, weil oft sind es ja auch Chefs, die dann ellenlang reden. Und da habe ich es als Mitarbeiter schwerer vielleicht den einzufangen und dann ist so eine Regel, die hilft.

  52.  
    Jennifer:

    Ja, finde ich super. Also dass es auch visualisierte Regeln sind, vielleicht der Raum, wo Besprechungen stattfinden, da gibt es ein Plakat, da sind kurz und knapp die Regeln nochmal drauf und dass man vielleicht einfach auch hinweisen kann und gar nicht viel sagen müsste als Mitarbeiter, weil nicht jeder, in Anführungszeichen, gleich mutig genug ist. Du runzelst die Stirn?

  53.  
    Ralf:

    Ja. Ich glaube eine Regel ist, keiner redet länger als 3 Minuten und dass es sichtbar einfacher ist als dieser Appell, wen es um Logorrhö geht, also um Sprechdurchfall, wo einer da permanent redet. Und das muss sichtbar sein. Übrigens sichtbar sollte auch immer die Agenda sein, das ist meine Erfahrung. Und was ich noch mitgenommen habe, hinter der Agenda ein paar Minuten aufzuführen, wie lange dieser Punkt besprochen werden soll. Also dahin zu schauen, 15 Minuten, dass da auch ein Stück Disziplin reinkommt.

  54. Gute Vorbereitung und erfolgreiche Moderation

  55.  
    Jennifer:

    Spannend finde ich immer, wie die Agenda zustande kommt, von wem wird die reingebracht? Oft ist es ja so, dass die, in Anführungszeichen, auch wenn wir gerne von flachen Hierarchien sprechen, die von oben kommen, aber oft sind es ja gar nicht die Punkte, die das Team so richtig bewegt. Also da finde ich es auch wichtig Impulse vom Team zu kriegen, die miteinfließen.

  56.  
    Ralf:

    Da kommt ja nichts, Jenny. Sorry. Also ich kenne genug Chefs, die fragen, habt ihr Punkte und da kommt nichts. Also da sehe ich die Welt ein bisschen anders.

  57.  
    Jennifer:

    Ja. Nur wenn wir jetzt, sage ich mal das Thema Moderation nochmal aufgreifen und sagen, jeder ist mal reihum dran und verantwortlich und derjenige, der ist auch für die Abstimmung der Agenda da. Erfahrungen, die du machst, meinst du nicht, da kriegen wir mehr Impulse von den Mitarbeitern?

  58.  
    Ralf:

    Nein, nein. Ganz ehrlich, da kommt nichts. Sorry. Also fast jeder Moderator läuft hinterher und fragt, habt ihr noch Themen, kommt was? So viel zum Empowerment und Beteiligung, ganz schwer. Also ich bin, mach es einfach, ich habe eine fixe Agenda, die übrigens mit weichen Punkten anfangen sollte, also auch mal zum Thema Team, wie wir es in der letzten Folge hatten, oder Mitarbeiter und dann Zahlen, Daten, Fakten. Also ich habe eine feste Agenda und Ergänzungen dann lieber spontan, kurz vorher noch mal die Minuten. Mach es dir einfach. Also diese ganze Vorbereitung, die eh nicht stattfindet, einzufordern, frustriert doch nur. Dann lass uns doch ehrlich bleiben, heute schaffen wir es kaum noch so richtig gut vorbereitet in eine Besprechung zu gehen, eine Agenda vorher zu schicken, dann ist es, wie es ist, das hinzunehmen und trotzdem aber konsequent zu moderieren, harte Feedbacks zu geben. Ich glaube, das …

  59.  
    Jennifer:

    Das finde ich, ist natürlich noch mal ein interessanter Punkt, harte Feedbacks geben. Was meinst du konkret mit, harte Feedbacks?

  60.  
    Ralf:

    Ja, ich finde Jenny, das hätten wir uns sparen können. Hier ist nichts bei rumgekommen bei dem Meeting, weil das, was wir besprochen haben, auch letzte Mal hier notiert haben, bis zum nächsten Mal machst du das, oh, habe ich vergessen, ist nicht und dann auch konsequente Feedbacks. Glaub mir, das erzieht einen.

  61.  
    Jennifer:

    Ja, hart, aber fair, denke ich, ist so ein …

  62.  
    Ralf:

    Ja.

  63.  
    Jennifer:

    Ja, ja. Weil ich sage immer, wenn ganz unterschiedliche Menschen am Tisch sitzen, der eine kann mit einem harten Feedback eher umgehen als der andere.

  64.  
    Ralf:

    Aber ehrliches Feedback. Ja.

  65.  
    Jennifer:

    Ja, offenes ehrliches Feedback. Das gefällt mir besser.

  66.  
    Ralf:

    Das gefällt dir besser. Und dann einfach zu sagen, hey, das war heute nichts, muss ich sagen. Und das hilft, weil dieser Wunsch und Appell, wir haben da einen tollen Kodex und jeder hält sich dran und dann hält man sich nicht dran, bringt ja auch nichts.

  67.  
    Jennifer:

    Ja. Jeder von uns kennt das ja sicherlich, dann haben wir halt die Vielredner da oder die, die sowieso immer den Hut aufhaben und dann gibt’s ja welche, die sitzen da manchmal wie so stille Zuhörer, so stille Beteiligte. Das finde ich, ist ja oft ganz schwierig, die dann auch halt zu locken, naja, ich sitze da sowieso nur dabei, muss doch gar nicht dabei sein. Welche konkreten Tipps haben wir denn da für unsere Hörer?

  68.  
    Ralf:

    Naja, ich finde, erstmal abklären müssen, die, die dabei, also das Setting finde ich noch mal wichtig. Also die, die da eingeladen sind, müssen die wirklich dabei sein? Und dann ein guter Moderator holt auch die mit ins Boot, um ein Statement abzugeben. Also der achtet ein bisschen drauf.

  69.  
    Jennifer:

    Spricht aber an der Stelle auch ein bisschen für Moderationstraining, oder?

  70.  
    Ralf:

    Ja, für Moderationstraining, Sensibilität, Körpersprache lesen, und dann nochmal reinnehmen, Zeitwächter haben. Also das sind schon mal ganz elementare Dinge, um auch die vielleicht zum Sprechen zu bekommen, die in der Regel wenig sagen.

  71.  
    Jennifer:

    Oft sind es ja auch die stillen Gedanken, die da sind, die toll und wertvoll sind.

  72.  
    Ralf:

    Total.

  73.  
    Jennifer:

    Manchmal sind es ja die stillen Typen, die sich dann auch nicht trauen. Wir sagen ja immer, mutig sein, mach dein Ding, bring dich halt eben ein, aber ist ja nicht für jeden so einfach.

  74.  
    Ralf:

    Nee, absolut. Und das glaube ich, macht ein guter Moderator, der achtet dann drauf.

  75. Protokoll führen und To-Dos formulieren

  76.  
    Jennifer:

    Ja. Und dann gibt’s noch das leidige Thema Protokolle. Du sagst ja, im Prinzip vorher eine kleine Agenda zu haben, dann ist es das Thema Zeitüberwachung. Ja, schon eine Herausforderung dahinter.

  77.  
    Ralf:

    Ja, ich habe da schon so viel ausprobiert bei unseren Partnern zu gucken, was ist das richtige, ein Simultanprotokoll, aber Minimum muss sein, wer macht was bis wann zum Schluss. Zum Schluss wirklich nochmal gucken, wer macht was bis wann, verteilen. Und dann habe ich immer das Gefühl, dass es den einen Chef gibt, der das Gefühl hat, überall aufzupassen, dass auch diese To-dos eingehalten werden. Das ist ja nicht leistbar. Deswegen ist wichtig, beim nächsten Meeting konsequent die Liste vom letzten Mal fortzuführen und zu sagen, was ist offen?

  78.  
    Jennifer:

    Ja. Und schon manchmal dann vielleicht auch Fokus wirklich, weniger ist mehr.

  79.  
    Ralf:

    Total.

  80.  
    Jennifer:

    Nicht massig viele Punkte, sondern zu sagen …

  81.  
    Ralf:

    Viel zu viel.

  82.  
    Jennifer:

    … oh komme, Handvoll Punkte, die wir wirklich umsetzen, verantwortlich machen.

  83.  
    Ralf:

    Fokus, Fokus, Fokus, weniger.

  84.  
    Jennifer:

    Ja.

  85.  
    Ralf:

    Und keine neuen To-dos, wenn die alten nicht abgearbeitet sind. Und dann die To-dos übertragen, gleich vom letzten Mal die offenen To-Dos in das nächste Protokoll übertragen. Ganz wichtig, weil sonst hast du nachher 6 Protokolle, wo überall noch To-dos offen sind. Wobei jetzt sprechen wir über Papier. Wer dann heute, was weiß ich, …

  86.  
    Jennifer:

    Digitale Lösungen. Ja.

  87.  
    Ralf:

    Todoist oder Wunderlist oder digitale Tools nutzt oder Trello. Und dann an die Wand wirft, da sieht man es ja sowieso.

  88.  
    Jennifer:

    Aber da finde ich, ist es auch wichtig ein System zu haben, weil ich denke, wir haben ja viele verschiedene Generationen so im Unternehmen. Der eine sagt, ach komm, doch noch das Papierprotokoll, wir schicken es nochmal rum. Halt eben so der andere sagt, hey, komm, lass uns wirklich halt Trello oder irgendwas Aktuelles halt nehmen. Ja, dass da nicht so eine Verzettelung stattfindet.

  89.  
    Ralf:

    Dann bin ich fürs Digitale, definitiv.

  90.  
    Jennifer:

    Ja, Digitalisierung hatten wir ja schon unsere Folge, auch wenn es dann vielleicht heißt, raus aus der Komfortzone für, in Anführungszeichen, “ältere” aber da dann auch entsprechend wieder mitzunehmen, also einfach deutlich zu machen, vielleicht auch einzuführen in das System. Das finde ich da noch mal ganz wichtig, weil sonst ist es, ah ja, kriege ich nicht hin, weiß ich nicht. Aber es heißt ja wirklich auch bewegen im Umgang dann mit den digitalen Lösungen, die wir für Meetings halt nutzen.

  91. Auch wichtig: Das richtige Setting für ein Meeting

  92.  
    Ralf:

    Ich wollte noch mal kurz aufs Setting, Jenny, eingehen. Also Setting auch Räume. Wie sieht der Raum aus? Also brrr.

  93.  
    Jennifer:

    Ja, ich muss halt schmunzeln.

  94.  
    Ralf:

    Man will spannend den Raum gestalten. Was sehe ich? Wie sitzen wir? Was ist auf dem Tisch? Was ich ja hasse, ist, wer gar nichts mitbringt, weil er dachte, da liegt alles. Also darauf auch mal zu achten. Ja, dass ich gucke, ist der Raum schön, was heißt schön, aber ist er praktisch? Kann man nicht ein Meeting mal im Stehen machen?

  95.  
    Jennifer:

    Ist ja schon so ein Moment der Wahrheit. Ich musste jetzt gerade so ein bisschen schmunzeln, weil ich letztens ein Training gemacht habe und du weißt, ich liebe unser BegeisterungsLand hier, weil da ist alles so, wie ich es halt mag. Es ist halt schön vorbereitet, es ist so ein heimeliges Gefühl. Und dann kam ich dahin, da waren noch so Kaffeeränder auf dem Tisch und der Raum war nicht vorgeheizt. Und irgendwie, so eine Wohlfühlatmosphäre ist was anderes.

  96.  
    Ralf:

    Ich glaube, dann dauert es nicht so lange.

  97.  
    Jennifer:

    Hahaha! Der pragmatische Chef, der da durchkommt. Nein, ich finde, so eine Wohlfühlatmosphäre soll ja sein. Also es muss ja nicht der Kuschelfaktor sein, aber dennoch sagen, okay, es sind aufgeräumte Räumlichkeiten, ordentlich, nicht, dass ihr da irgendwie zwischen Kisten sitzt. Also, dass man schon halt eben vernünftige Rahmenbedingungen einfach hat, um da auch gerne und mit einem positiven Mindset zusammenzukommen. Ja.

  98.  
    Ralf:

    Jo. Also da war jetzt schon eine Menge dabei. Wir packen es noch mal in die Shownotes von den Tools.

  99.  
    Jennifer:

    Genau. Ja.

  100.  
    Ralf:

    Weißt du, bei dem Thema haben wir ja gesagt, wollen wir darüber überhaupt sprechen? Es ist so selbstverständlich. Und trotzdem ist es Riesenpotenzial, Einsparungspotential, Effizienz, überhaupt mal die Besprechung wieder durchgehend, welche streichen.

  101.  
    Jennifer:

    Ja wirklich halt so eine Bestandaufnahme.

  102.  
    Ralf:

    Agenda verändern. Ja.

  103.  
    Jennifer:

    Gucken halt eben, was haben wir überhaupt, wo wird vielleicht halt unnötig besprochen, wo wir nichts besprochen, wo es total wichtig wäre? Und auch mal Menschen mit ins Boot zu holen, die sonst eben, in Anführungszeichen, “standardmäßig” nicht dabei sind.

  104.  
    Ralf:

    Auch nochmal ein guter Hinweis.

  105.  
    Jennifer:

    Also wirklich noch mal anders-, querdenken. Wer kann einem wirklich wertvolle Impulse halt liefern zu dem Thema? Ja und dann halt eben machen, wirklich machen.

  106.  
    Ralf:

    Okay.

  107.  
    Jennifer:

    Gar nicht viel drum herumreden, sondern machen. Und an der Stelle, wir haben heute gar keinen Espresso geschlürft. Irgendwie waren wir so drin.

  108. Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  109.  
    Ralf:

    Doch, ich habe einen Schluck genommen. Ich packe mal hier die Bohnen, das letzte Mal hast du immer.

  110.  
    Jennifer:

    Mhm (bejahend).

  111.  
    Ralf:

    Ich hole mal hier die Bohnen. So. Deine Bohne für heute. Also vielleicht erklärst du nochmal, warum hier Bohnen auf dem Teller liegen.

  112.  
    Jennifer:

    Ja, für uns ist es ja so, bei unserem Espresso, doppelter Espresso, dass wir ja schon immer noch mal so auf den Punkt bringen wollen, was ist Quintessenz oder Essenz oder halt eben Bohne. Und in der Regel verteilen wir ja die 3 Bohnen pro Folge. Und dann starte ich gerne mit der 1. Bohne und das ist für mich das Thema, in jedem Fall stattfinden lassen. Dann lieber kurz und knackig, bevor man sagt, ah nee, lässt das Tagesgeschäft nicht her. Also in jedem Fall stattfinden lassen.

  113.  
    Ralf:

    Ja. Bei mir ist: Fokus, Fokus, Fokus. Ich glaube, viele Besprechungen können kürzer, effizienter sein und sich wirklich auf die wichtigen Dinge fokussieren.

  114.  
    Jennifer:

    Begeisterung ist ja unser Thema, unser Herzensthema, das, wofür unser Herz halt eben schlägt. Wir haben ganz zu Anfang gesagt, ja, effektive, effiziente, aber auch begeisternde Meetings und ja, da ist es vielleicht für mich nicht so die Bohne, sondern eher den Impuls noch mal an unsere Zuhörer reinzugeben, was kann so ein Begeisterungsmoment in Ihrem Meeting sein?

  115.  
    Ralf:

    Total gute Idee. Hatten wir gar nicht auf der Agenda in der Vorbereitung. Haben unser Thema verloren. Nee, aber total wichtig, wirklich. Nochmal ganz wichtige Bohne, am Ende muss ich, außer manchmal, motiviert rausgehen und einen positiven Abschluss und nicht mit so einer negativen Haltung da rausgehen. Auch ein bisschen bei der Agenda aufpassen, ein positiver Abschluss. So, den finde ich jetzt auch. Die Sonne scheint, es ist Freitag und jetzt gehen wir …

  116.  
    Jennifer:

    Noch einen Espresso trinken.

  117.  
    Ralf:

    Genau. Gehen wir noch einen Espresso trinken. Tschüss!

  118.  
    Jennifer:

    Ciao!

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