Stay in touch
Stay in touch

#022 Jahreszielplanung – Zahlen planen reicht nicht

#022 Jahreszielplanung – Zahlen planen reicht nicht
Brennende Themen im Führungsalltag...

 
 
00:00 / 24:44
 
1X

Setzen Sie sich mehr als reine Zahlenziele? 

Dann sind Sie vielen Führungskräften einen Schritt voraus. Denn oft sind Jahreszieplanungen reine “Zahlenplanspiele” und gleichen einer “Wunschliste”.  Dabei gehört zu einer wirklich zielführenderen Jahresplanung auch die Planung der Mitarbeiter- und KundenBegeisterung. In dieser Folge sprechen wir außerdem über die große Bedeutung von mentaler Verankerung und Visualisierung Ihrer Ziele. Und warum wirtschaftlich gute Zeiten eine konsequente Jahreszielplanung behindern können.

Hören Sie mit und planen Sie für begeisternden Erfolg.


Unsere Empfehlungen aus dieser Folge
  • Laden Sie sich unser Tool für Ihre persönliche Zielplanung HIER in unserem Shop runter.
  • Für die Planung (und Verfolgen) Ihrer Ziele können Sie auch wunderbar digitale Tools wie Trello und Wunderlist (oder als Alternative Microsoft To-Do) nutzen.

Das komplette Transkript
> Hier als PDF-Datei zum Download <

Jetzt direkt zu einem Thema springen:

Sind Zahlen Ziele?
Für die Kunden planen
Warum haben wir unsere Ziele erreicht?
Leitfragen für die Jahreszielplanung
Darum ist Planung so wichtig
Ziele für alle sichtbar machen und mental verankern
Weniger ist mehr!
Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  1.  
    Ralf:

    Jahreszielplanung. Ich glaube, eines meiner absoluten Lieblingsthemen. Und die Jahreszeit ist jetzt dafür, Ziele zu planen. Hallo Jenny.

  2.  
    Jennifer:

    Hallo Ralf.

  3.  
    Ralf:

    Ich weiß nicht, wie es bei deinen Partnern aktuell ist, meine haben zum Teil sogar die Ziele fürs kommende Jahr schon fertig.

  4.  
    Jennifer:

    Ja, habe ich auch einige davon. Die waren jetzt schon unterwegs zu ihren Strategietagen, außer Haus unterwegs oder wo es jetzt zeitnah ansteht. Aber man sagt so, bevor das letzte Quartal anbricht, im Idealfall schon einiges stehen zu haben.

  5. Sind Zahlen Ziele?

  6.  
    Ralf:

    Ja, finde ich immer herausfordernd, wenn man im August schon seine Ziele fürs kommende Jahr plant und wenn ich ehrlich bin, das sind aber die, die oft nur die Zahlen planen, und das ist gar nicht meins, wenn ich ehrlich bin. Also da könnte ich immer wieder diskutieren, sind Zahlen Ziele? Ich sage natürlich, Nein.

  7.  
    Jennifer:

    Dann schieß mal los, was sind denn für dich Ziele? Weil viele, die jetzt zuhören, die denken wahrscheinlich, ja klar, was plane ich denn außer Zahlen?

  8.  
    Ralf:

    Naja, für mich sind Zahlen das Ergebnis meines Tuns. Und ich kann natürlich schon ausrechnen, wo ich hinmöchte, was ich brauche, ich sollte auch einen Zahlenüberblick haben, aber was ich wirklich plane, ist, was der Kunde, was ich mit dem Kunden erreichen soll, was meine Vision runtergebrochen ist auf meine langfristigen, mittelfristigen und dann auf meine Jahresziele. Und welche Strecke wollen wir dieses Jahr erreichen? Was braucht der Kunde? So eine Analyse zu machen aus Sicht des Kunden, das in Maßnahmen runterbrechen und dann ein Ziel haben, wo wir am Jahresende sein wollen. Und die Zahlen plane ich dann auch, weil das muss ich natürlich wissen, wie viel Geld ich brauche, um dahin zu kommen. Ich nenne das immer, wie der Sauerstoff. Wenn ich sage, was ist der Sinn des Lebens, sagt niemand Sauerstoff, aber Ertrag ist Sauerstoff des Unternehmens. Ohne Ertrag geht jede Firma pleite. Und natürlich müssen wir Ertrag machen, wir auch, das weißt du, dass wir gucken, wenn wir mehr ausgeben wie wir einnehmen, das wird schlecht.

  9.  
    Jennifer:

    Mhm (bejahend).

  10. Für die Kunden planen

  11.  
    Ralf:

    So, und das ist so mein Thema bei der Jahreszielplanung und dass viele mehr Zahlen planen anstatt zu gucken, was wollen wir dieses Jahr erreichen, um den Kunden zu begeistern, um den Kunden süchtig zu machen, welchen Mehrwert bieten wir, welchen Nutzen, wie ist unser Alleinstellungsmerkmal?

  12.  
    Jennifer:

    Da ist für mich erstmal die Frage, meinst du diejenigen, die sich zur Zieltagung auf den Weg machen oder Jahreszielplanung, so wie du sagtest, oder Strategietage, dass die den Kunden im Fokus haben?

  13.  
    Ralf:

    Na, das hoffe ich ja wohl, weil er ist der Sinn des Unternehmens. Unser alleiniges Ziel ist der Kunde, der Kunde zahlt den Lohn.

  14.  
    Jennifer:

    Ja, ich glaube, für uns ist ganz selbstverständlich, nur ich glaube, es gibt ganz viele Menschen da draußen, die halt eben ihre Zahlen und konkrete Ziele im Kopf haben, was sie wie im Unternehmen auch machen, aber ob der Kunde da im Fokus steht, würde ich mit einem Fragezeichen versehen.

  15.  
    Ralf:

    Ja, das hoffe ich. Das hoffe ich, dass, wenn man in die Jahreszielplanung geht, dass man den Kunden im Fokus hat. Dass ich da noch mal eintauche, dass ich mich eingestimmt habe. Vielleicht habe ich noch mal Kunden befragt, habe meine Reklamationen noch mal angeguckt, bin noch mal in mich gegangen. Übrigens das wichtigste einer Jahreszielplanung ist der Rückblick. Und viele planen ja dann immer gleich nach vorne, was nehmen wir uns nächstes Jahr vor. Und ist für mich unvorstellbar, dass man eine Jahreszielplanung macht, ohne einen Rückblick zu machen und guckt, wo sind wir auf unserer Vision jetzt gelandet in diesem Jahr, in diesem vergangenen Jahr? Welchen Abschnitt haben wir geschafft? Sind wir vorangekommen, welche Rückschläge haben wir?

  16.  
    Jennifer:

    Woran machst du das denn fest? Halt eben so, dass viele vielleicht der Vergangenheit nicht so die Bedeutung schenken und einfach nur nach vorne gucken. Ich meine, oft ist es ja von uns auch so ein Antreiber zu sagen, gucke nach vorne. Was siehst du da als Beweggrund?

  17. Warum haben wir unsere Ziele erreicht?

  18.  
    Ralf:

    Ja, ich glaube, erstmal geht’s vielen zu gut. Viele erreichen ihre Ziele, ohne dass sie reflektieren, warum. Viele glauben, dass es aufgrund ihres Tuns ist. Ich sage, es war aber der Wind, der uns getrieben hat und nicht unseres Tuns, also viele sind gerade auf der falschen Welle unterwegs. Das spüre ich auch, weil der Kunde gar nicht mehr im Fokus ist, genau, sondern boah, wie erreichen wir unsere Zahlen? Und dann ist doch alles gut.

  19.  
    Jennifer:

    Alles super, dann machen wir so weiter.

  20.  
    Ralf:

    Ja klar, es läuft.

  21.  
    Jennifer:

    Klar, wir gucken weiter nach vorne.

  22.  
    Ralf:

    Wir feiern uns, weil das Ergebnis stimmt. Und vielleicht bräuchten wir uns gar nicht feiern, weil wir gar nicht im Sinne des Kunden unterwegs waren.

  23.  
    Jennifer:

    Das eher ein Stück weit Zufall und Glück war halt eben so oder gerade in der Zeit.

  24.  
    Ralf:

    Ja, der Wind der Konjunktur, es läuft grad. Aber das wird sich brutal noch ändern, und dann kommt ein böses Erwachen. Also das ist das erste, dass viele sagen, …

  25.  
    Jennifer:

    Also Rückblick.

  26.  
    Ralf:

    … ja klar, warum sollen wir kritisch zurückgucken? Haben wir die Maßnahmen wirklich umgesetzt? Haben wir in den einzelnen Bereichen die Dinge umgesetzt? Das machen die gar nicht, weil das Ergebnis richtig ist.

  27.  
    Jennifer:

    Vielleicht haben wir auch Zuhörer, die jetzt noch gar keinen eigenen Strategietag gemacht haben oder gar keine Zielplanung gemacht haben.

  28.  
    Ralf:

    Nein, das glaube ich nicht.

  29.  
    Jennifer:

    Meinst du, nicht?

  30.  
    Ralf:

    Hast du Ziele?

  31.  
    Jennifer:

    Ja klar habe ich Ziele, aber ich weiß nicht, wie bewusst die jedem sind. Und ich meine jetzt vom Unternehmenskontext her, wenn man sagt halt so, bis jetzt haben wir noch nie so richtige Strategietage gemacht. Also bin ich mir sicher, dass es draußen Zuhörer gibt. So was ist da dein Tipp, dein Rat, wenn man sagt, okay, jetzt der Herbst ist angebrochen, das letzte Quartal steht bevor, jetzt will ich für nächstes Jahr planen. Wie steige ich da ein?

  32. Fragen für die Jahreszielplanung

  33.  
    Ralf:

    Ja, ich mache erstmal, also was ich brauche, meine Meinung ist, das große Ziel des Unternehmens. Wo wollen wir überhaupt hin? Was für eine Firma wollen wir sein? Viele nennen das eben die Vision des Unternehmens, der Polarstern. Wofür soll diese Firma da sein? Was ist die DNA? Dass ich so ein Bild von dieser Firma habe, was wir sein wollen. Wie machen wir den Kunden süchtig? Welche Werte haben wir? Ich bin ja ein sehr visueller Mensch. Ich müsste jetzt so einen Film haben, den Film, wie meine Firma in 20 Jahren aussehen würde. Oder überhaupt so mein Traum so eine Firma aufzubauen. Ja, kleinfein, wie sieht sie aus? Welche Sinne berühre ich? Und was führt dazu, dass der Kunde hier Schlange steht? So, und wenn ich dieses Bild habe, sage, so eine Firma will ich mal haben, also mir gibt das Kraft dann. Und sage, ey, das motiviert mich. Das ist wie so ein Traum. Wenn ich das mal erreiche, dafür brenne ich. Und das ist wirklich jetzt mein größter Traum diese Firma zu entwickeln. Und dann habe ich mir ja Mitstreiter gesucht, die auch Lust haben so eine Firma zu gestalten. Dann sage ich, was ist unser Auftrag? Also was ist der Auftrag an den Kunden? Was ist die Mission? Und dann breche ich das runter und sage, okay, wo wollen wir in 5 Jahren sein, wo wir in 3 Jahren sein? Und wenn ich das weiß, sage ich, welchen Schritt wollen wir jetzt nächstes Jahr machen? Das definiere ich und dann gucke ich, also die Balance Score Card, lassen wir mal das Fremdwort weg, ich gucke dann in 4 Bereiche. Hin zum Kunden erstmal, was wollen die Kunden? Unser Ziel ist ja, die Wünsche und Bedürfnisse von Kunden zu erfüllen. Verändern sich die Kunden? Was machen andere? Dann natürlich meine Mitarbeiter, nur begeisterte Mitarbeiter können Kunden begeistern. Müssen wir unsere Mitarbeiter oder wollen wir unsere Mitarbeiter, wo wollen wir sie weiterentwickeln? Da, vielleicht definiert ich mir ein paar Kennzahlen, gucke hin. Dann ein Riesenthema für die Zukunft, wo müssen wir unsere Abläufe verbessern? Haben wir wirklich Klarheit? Weiß jeder Bescheid?

  34.  
    Jennifer:

    Also auch ganz stark das Thema Prozesse dort wirklich im Blick zu haben.

  35.  
    Ralf:

    Total. Vor allen Dingen Verschwendung. Leute, wir müssen Verschwendung beseitigen. Unternehmertum heißt immer auch, sparsam sein. Und das ist der letzte Punkt, eben meine Finanzen, total wichtig. Ich muss ja wissen, also Geld ist ja nicht so meine Stärke.

  36.  
    Jennifer:

    Von Luft und Liebe allein lässt es sich nicht leben.

  37.  
    Ralf:

    Nee, genau. So, ich kann nicht mehr ausgeben, als ich einnehme. Was kommt auf uns zu? Wie viel Rücklagen brauchen wir? Wo wollen wir investieren? Was steht an? Und wieviel Geld brauchen wir dafür? So, und das muss sich natürlich ausrechnen, sonst kommt irgendwann ein böses Erwachen. Ich habe den Kunden begeistert und pleite. Bringt ja nichts.

  38.  
    Jennifer:

    Also das ist für mich so ein ganz wichtiger Punkt. Du sagtest direkt halt eben, neben dem Fokus des Kunden den Fokus auf das eigene Team halt zu setzen und Mitarbeiter.

  39.  
    Ralf:

    Ja.

  40.  
    Jennifer:

    Also das ist für mich so ein Herzensthema bei Zielplanung, eben auch, wenn der Kunde derjenige ist, der unseren Lohn zahlt und auf den wir uns fokussieren sollten und wo wir schon in einigen Folgen auch resümiert haben, dass der Kunde oft in letzter Zeit eher so ein bisschen in den Schatten tritt, weil so viele Herausforderungen mit Mitarbeitern da sind, aber auch im Rahmen von Zielplanung wirklich bewusst hingucken, was tue ich für mein Team, wie entwickle ich es, wie nehme ich es mit auf die Reise, damit wir wirklich auch für Zukunft dann gewappnet sind.

  41. Darum ist Planung so wichtig

  42.  
    Ralf:

    Genau. Und vielleicht noch mal, warum, ich bin ja Minimalist, und mein Lehrmeister war Josef Schmidt oder die Großmann-Methode und die EKS. Und ich bin absoluter Minimalist, alles was kompliziert ist, was nicht zielführend ist, das langweilt mich und das mache ich nicht. Aber ich habe so verinnerlicht, wie wichtig ein Plan ist, weil im größten Chaos hilft mir dieser Plan Überblick zu behalten und meine Ziele zu erreichen. Also deswegen kann ich nur aufrufen zu lernen, für sein Leben auch, also ich habe ja selber so ein Vision-Board für mich, wo ich mal hinwill, und für sich selber sowieso, also mein Buch oder die Bücher wären nie entstanden, wenn mir nicht klar ist, also dass ein Buch ein Projekt ist, um ein großes Ziel zu erreichen. Und das Buch ist nur ein Meilenstein und ohne diese Zielklarheit, ohne diese Vision hätte ich nie ein Buch geschrieben, weil es im Grunde nicht die Einnahmen hat, einen hohen Aufwand, aber mir war klar, wenn ich meine Vision erreichen will, brauche ich ein Buch, um Reputation, um Marke zu machen. Und dann hat es mich motiviert, es umzusetzen. Sonst hätte ich es gar nicht geschafft. Und für so ein Teilprojekt habe ich mir immer vorgestellt, wie mein Buch bei Thalia steht. Und als ich keine Lust mehr hatte und wollte nicht mehr, habe ich gesagt, komm, ich will das Buch mal bei Thalia sehen. Deswegen war ich ja so enttäuscht, als es nicht bei Thalia war.

  43.  
    Jennifer:

    Aber das ist das Thema dann wieder Sichtbarkeit und die Visualisierung, die ja schon für uns beide halt eben so ein Schlüsselelement ist, wenn ich Ziele halt habe, die halt eben sichtbar zu machen, zu visualisieren. Also nicht nur in der Führungsrunde, wo man zusammenkommt, sondern das auch in Richtung Team halt eben zu transportieren und deutlich zu machen, da geht die Reise 2020 hin oder halt eben auch noch weiter in die Zukunft gedacht. Und dass für alle halt eben ja auch eine gleiche Vorstellung davon da ist.

  44.  
    Ralf:

    Also das wird am allerwenigsten gemacht und finde ich ein Riesendefizit. Ziele mental zu verankern, also eine mentale Zielverankerung findet gar nicht statt. Das findet alles auf Papier statt meistens eine Jahreszielplanung oder in Dateien, dann wird die rumgeschickt. Und wenn ich sehr offen bin, erlebe ich oft Firmen, die ein Jahr später nochmal reingucken, was haben wir denn geplant? 1. Fehler, also übers Jahr findet es nicht statt. Und leider reicht ja diese Folge nicht dafür aus, es gibt ja heute schon agile Methoden wie OKR, wo man aus dem Silicon Valley gemerkt hat, ein bisschen andere Art der Jahreszielplanung, eher in Quartalen zu planen, Ziele nicht smart zu machen, also SMART ist ja die Abkürzung für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert, so sollen Ziele aufgebaut sein, das ist die klassische Zielmethode. Es gibt aber heute agile Methoden, die ein bisschen davon abweichen, wo man gemerkt hat, dass eine Jahreszielplanung im Grunde ein zu langer Zeitraum ist, und da geht man in Quartale. Und das machen wir vielleicht mal in einer extra …

  45.  
    Jennifer:

    Denke ich auch.

  46.  
    Ralf:

    … bleiben wir mal bei der klassischen Methode.

  47.  
    Jennifer:

    Genau, genau.

  48. Ziele für alle sichtbar machen und mental verankern

  49.  
    Ralf:

    Also ich mache so ein Jahreszielplanung und der große Fehler ist, das verschwindet. Leute, ein Ziel muss sichtbar sein. Ich war grad bei einem unserer ganz tollen Edeka Partner mit Peter und Julia Wehrmann unterwegs, und es ist so toll, wenn ich dann in den Niederlassungen, in den Märkten sehe, dass hinten die To-dos, die Ziele definiert sind, übers ganze Jahr sind Ziele sichtbar. Du kommst in den Aufenthaltsraum und die arbeiten das ganze Jahr mit ihren Zielen und Maßnahmen.

  50.  
    Jennifer:

    Aber das heißt halt eben auch für alle sichtbar.

  51.  
    Ralf:

    Für alle.

  52.  
    Jennifer:

    Häufig ist es ja so, also ich sag mal zu Zieltagen fährt man dann raus, im Führungskreis halt oder im erweiterten Führungskreis, da hat man für sich dann auch Klarheit, aber häufig versäumt wird halt eben, es bis zum letzten ausführenden Teammitglied runter zu brechen, dass auch derjenige weiß, was ist mein Sinn, mein Antreiber für das nächste Jahr? Wo geht die Reise hin? Wo sehe ich meinen eigenen Part? Wo kann ich mich selbstständig einbringen? Also das heißt wirklich, halt ganz transparent machen, runterbrechen, visualisieren, an Stellen das präsent zu haben, wo die Menschen auch sind, ob es das Infoboard ist im Mitarbeiterbereich, ob es eine App ist, vielleicht einen eigenen Bereich halt eben dort einzurichten, sodass sag ich mal Ziele und die Vorhaben auch tagtäglich präsent sind.

  53.  
    Ralf:

    Ja, ich liebe es wirklich, sie im Unternehmen sichtbar zu haben. Ich liebe so einen Onepager, so ein DINA 0 Blatt, wo die gesamten Ziele auf so einer Seite visualisiert sind, abhaken. Auch warum die Ziele da sind, dass jeder Mitarbeiter sieht, was ist am Ende auch meine Aufgabe?

  54.  
    Jennifer:

    Du sagtest vorhin halt dieses mentale Verankern, dass das ganz wichtig ist, und wir wissen beide, wie wichtig mentale Fitness ist und schreiben das Thema für uns und für unsere Partner auch groß. Mach es doch bitte mal greifbar, was es jetzt bedeutet, ein Ziel mental zu verankern?

  55.  
    Ralf:

    Das ist wie so eine Trance, es ist wie so ein, ja, wir machen alle mal die Augen zu und ich visualisiere mal, warum wir dahinwollen. Und dann nehme ich mein Team mit und mache es sichtbar und mache es mit allen Sinnen sichtbar. Und was passiert, wenn wir unser Ziel erreichen? Und ich würde dann auf so einer Visualisierungsreise auch die Rückschläge, die wir überwinden auf dieser Reise schon.

  56.  
    Jennifer:

    Ja, ich finde das gerade ganz spannend und du siehst, ich schmunzele, unsere Hörer hören das vielleicht. Weil ich hatte gestern ein ganz, ganz tolles Coaching. Und da ging es darum, dass jemand die Fähigkeit verloren hatte, Dinge visuell groß und bunt zu sehen. Und für mich war das sofort klar irgendwie und ich habe dann diese visuelle Reise gesponnen, und ich habe einfach gesehen, wie sich die Physiologie halt bei meinem Partner dort verändert hat und wo es dann hieß, danke, ich kann das jetzt wieder sehen und in Farbe und die Facetten und ich sehe mich da drin. Ja, was macht man nur an der Stelle, wenn ich jetzt sage ich mal eher so ein blauer Persönlichkeitstyp bin, dem es selbst vielleicht schwerfällt, Sachen visuell zu sehen, zu beschreiben? Was kann ich dann tun, um mein Team dennoch mitzunehmen auf diese Zukunftsreise?

  57.  
    Ralf:

    Gut, dann nutze ich im Grunde die Metapher einer Navigation und sage, du gibst das im Auto ein und …

  58.  
    Jennifer:

    Kennst dein Ziel.

  59.  
    Ralf:

    … genau, kennst dein Ziel.

  60.  
    Jennifer:

    Du siehst, wo Umwege sind.

  61.  
    Ralf:

    Genau, du siehst jetzt so, da kommt eine Umleitung, was kann passieren? Also ich versuche dann je nach Persönlichkeitstyp ihm die passende Metapher zu servieren, und Navigation kennt fast jeder im Auto. Oder was planst du für deine Reise, wenn du in den Urlaub fährst? Ja, ich brauche eine Checkliste. Ich weiß nicht, wie du deinen Urlaub planst, ich weiß es eben nicht, was ich am 3. Tag mache, aber es gibt ja welche, die haben das alles genau geplant. Und dann nutze ich eben das als Huckepack für die mentale Verankerung.

  62.  
    Jennifer:

    Ich finde schon, wo du es noch mal anstößt, also wir sind ja schon Fans, Reisefans, ob es privat ist, du, Mallorca, aber ich sage, du hast auch dein Buch angesprochen, da ist ja auch die Reise-Metapher drin, und wir sprechen auch von der Reise des Kunden, und ich denke, das ist was, was sich jeder vorstellen kann. Weil jeder hat schon mal eine Reise gemacht, ob er gerne reist, weniger gerne reist oder die Art und Weise, dass das schon eine schöne Metapher sein kann, wenn man sagt, ich weiß jetzt gar nicht so richtig, wie ich es visualisieren soll. Reise, Navi, Kompass, Rucksack, Koffer, also da kann jeder was mit anfangen.

  63.  
    Ralf:

    Und schau mal, man wird immer gefragt, wie kann man seine Mitarbeiter motivieren, oder die denken nicht mit. Weil sie nicht auf diese Reise mitgenommen werden, weil es mental nicht verankert ist. Und dann ist mir wichtig, dass die Führungskraft lernt, plant übers Jahr, wie ein Mantra, immer wieder zu erinnern, wenn ein Tief kommt, immer wenn Hindernisse kommen, auch dieses Mantra herauszuholen, wofür tun wir es, unser Ziel zu erreichen. Wenn kleine Meilensteine erreicht sind, das bekannt zu geben, wo man sagt, ey, …

  64.  
    Jennifer:

    Und zu feiern.

  65.  
    Ralf:

    … das haben wir geschafft. Ja, zu feiern. Das, verstehst du, es gibt so viele tolle Partner, die dann Tools suchen und vergessen übers Jahr genau das zu tun. Das ist doch die Aufgabe, immer wieder zu zeigen, wo stehen wir grad. Wie mein Navi.

  66.  
    Jennifer:

    Aber das heißt ja auch an der Stelle, auch wenn ich eine Zielplanung vielleicht, also oft ist es ja so, dann hole ich mehrere Menschen raus, man fährt vielleicht wirklich ein, zwei Tage auch woanders hin, holt sich vielleicht auch einen externen Partner, der es halt eben begleitet, wo wir natürlich auch gerne Wegbegleiter sind. Irgendwann kommt man halt eben zurück und dann ist man doch wieder so im operativen Tagesgeschäft drin, macht halt eben seinen Turn und vergisst dann vielleicht auch manchmal die Sachen, die man sich auf die Fahne geschrieben hat.

  67.  
    Ralf:

    So ist es. Ein Riesenthema. Und deswegen muss ich es visualisieren, und dann rate ich eben, einmal im Quartal wirklich ganz bewusst zu gucken, zu messen, auch wenn ich gut mit den Zahlen unterwegs bin, haben wir denn die Maßnahmen umgesetzt? Weil die Zahlen können stimmen und trotzdem bin ich nicht gut unterwegs. Und weißt du, wann ich es merke? Ich merke es erst, wenn die Konjunktur eine Delle kriegt. Weil dann sehe ich, welche Maßnahmen ich nicht umgesetzt habe. Ich verliere den Überblick, weil ich nehme mir keine Zeit dafür. Ich habe keine Zeit dafür, weil wir haben grad so viel zu tun. Brutal. Fahrlässig.

  68.  
    Jennifer:

    Also es ist ja auch das, was wir immer wieder zu hören bekommen. Keine Zeit ist immer, also keine Zeit, weitermachen. Dass das dann ja schon einem auch zum Verhängnis werden kann.

  69.  
    Ralf:

    Ja.

  70.  
    Jennifer:

    Also sich bewusst dafür die Zeit zu nehmen, das im Alltag halt eben auch dieses lebendig halten der Ziele, und immer wieder.

  71.  
    Ralf:

    Genau. Ja.

  72.  
    Jennifer:

    Und ich persönlich finde ja auch, dass, weniger ist mehr. Manche sagen, ah ja, wir brauchen halt irgendwie das und das und hier noch was und für den Bereich noch. Wo ich sage, ich persönlich mag es lieber, weniger Ziele zu haben, sich darauf zu fokussieren und die erfolgreich umzusetzen, auch mit Leidenschaft …

  73.  
    Ralf:

    Sehr gut. Ja.

  74.  
    Jennifer:

    … mit Leben zu füllen. Und dann hinterher zu sagen, ja, haben wir geschafft, und vielleicht darüber hinaus noch was, bevor Ziele zu hochgesetzt sind und zu fassettenreich, zu viele …

  75.  
    Ralf:

    Richtig.

  76.  
    Jennifer:

    … und dann ist man enttäuscht, wenn man hinterher nur die Hälfte …

  77.  
    Ralf:

    Total.

  78.  
    Jennifer:

    … geschafft hat oder nicht. Dann geht auch die Motivation für die nächste Planung flöten.

  79. Weniger ist mehr!

  80.  
    Ralf:

    Und die Fehler haben wir ja hier auch alle selber schon gemacht, dass wir zu viele Ziele hatten. Hast du total recht. Weniger Ziele, aber echte Ziele. Übrigens, wenn ich sage, ein Buch ist kein Ziel, ein Buch ist ein Projekt. Viele verstehen gar nicht den Unterschied zwischen einem Ziel und einem Projekt. Wenn ich ein Haus baue, das ist ein Projekt, kein Ziel. Ein Ziel ist immer steigerbar. Also wenn ich jetzt sage, ganze viele planen ganz viele Projekte und denken, das wäre ein Ziel. Komm, nächstes Jahr machen wir den Umbau. Das ist kein Ziel.

  81.  
    Jennifer:

    Also das heißt, halt eben noch mal kritisch hinterfragen, was ist es denn?

  82.  
    Ralf:

    Genau.

  83.  
    Jennifer:

    Man kann ja auch sagen, okay, man setzt sich zusammen und plant halt Projekte, diese Meilensteine, aber dass man dennoch das große Ziel vor Augen kennt.

  84.  
    Ralf:

    Genau. Und das ist für viele schon, haben sich noch nicht richtig Gedanken darüber gemacht, was ist der Unterschied zwischen einem Ziel und einem Projekt? Und die meisten planen, und das ist auch gut so, Projekte planen, aus dem Projekt Aufgaben, Maßnahmen zu planen, mit Deadlines und in die Umsetzung gehen. Wir haben ja ganz einfache Tools dafür, Projektplan, die Jahresübersicht, es muss sehr einfach sein.

  85.  
    Jennifer:

    Ja. Also das finde ich gut, dass du es ansprichst. Wir überlegen ja im Vorfeld schon auch immer, was geben wir unseren Hörern mit auf den Weg? Und da haben wir gesagt, auf jeden Fall unser konsequent einfaches Zieleblatt, was sie dann in den Shownotes finden. Und dann wird man vielleicht erst überrascht sein und sagen, da steht ja gar nicht viel drauf, aber wo wir sagen, auch da kommt es gerade darauf an, es soll gar nicht so verschlüsselt und schwierig sein, sondern zu sagen, hey, ich habe für jeden Monat halt einen Punkt, der mir wichtig ist, den ich in den Fokus setze. Und wenn ich es geschafft habe, den umzusetzen, weil jeder von uns weiß, wie schnell ist ein Monat rum, wie schnell ist ein Quartal rum. Ja, und das ist schon brutal die Geschwindigkeit dort und deswegen wirklich fokussieren, fokussieren, fokussieren.

  86.  
    Ralf:

    Ja. Letzter Aufruf, die Zeit rennt hier weg. Ein letzter Aufruf, wirklich eine echte Jahreszielplanung zu machen, echt Ziele zu verstehen, zu verankern, mit allen Emotionen dahinter, dann kriegt es Kraft. Es macht das Arbeitsleben reicher und glücklicher, erfolgreicher, begeisternder und dein privates Leben auch, wenn du Ziele hast. Wenig Ziele, es muss gar nicht so viel sein, aber es bringt wirklich Qualität da rein. Also noch mal so der Aufruf dazu.

  87. Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  88.  
    Jennifer:

    Schließen wir an deinen Aufruf direkt unsere Kaffeebohnen an. Welche Kaffeebohne darf ich für dich, oder Espressobohne, darf ich für dich als erstes in unseren Topf werfen?

  89.  
    Ralf:

    Ziele sichtbar machen und nicht verschwinden lassen. Nicht in Excel-Tabellen verschwinden lassen, nicht in Ordnern. Ich nutze ja gerne auch Trello, Wunderlist oder Microsoft To Do, Todoist. Es gibt ganz viele tolle Tools, die nutze ich auch. Am schönsten ist es aber, wenn es auf einem Onepager irgendwo, wo ich jeden Tag draufgucke, wo ich mit arbeite, so ein Arbeitsblatt, also sichtbar mache.

  90.  
    Jennifer:

    Mhm (bejahend). Ja.

  91.  
    Ralf:

    Ja, dann Ziele visualisieren und mental verankern. Das muss Kraft kriegen.

  92.  
    Jennifer:

    Also das wäre auch meine Bohne. Wenn du jetzt gefragt hättest, …

  93.  
    Ralf:

    Oh, Entschuldigung.

  94.  
    Jennifer:

    … welche Bohne möchtest du reinwerfen? Deswegen mache ich hier die Doppelbohne. Also für mich ist das mentale Verankern. Ich glaube, dass das auch bisher die wenigsten tun und dass das eben auch eines der wirkungsvollsten Möglichkeiten ist.

  95.  
    Ralf:

    Ja, und vielleicht noch die letzte, ist, Ziele im Quartal abgleichen, gegebenenfalls anpassen, wenn ich meine Ziele schon erreicht habe, und zu sagen, da geht noch was oder weniger ist mehr oder an welcher Schraube muss ich drehen? Viele, vielleicht noch ein Wort, auch wenn wir schon bei den Bohnen sind, jemand sagt, ja, ich kann doch gar nicht planen. Ein Plan ist natürlich erst mal ein theoretisches Konstrukt, der mir hilft, die Realität mit dem Plan abzugleichen und zu wissen, wo ich stehe. Also wenn die Realität sich anders darstellt als mein Plan, weiß ich trotzdem, an welcher Schraube muss ich drehen. Und das ist wichtig. Weil ich das immer wieder höre, ich kann das alles gar nicht, das ist ja in 2 Monaten alles anders. Ja, das stimmt, aber wenn ich keinen Plan habe, habe ich keinen Punkt, mit dem ich mich abgleichen kann und meinen Standort bestimmen kann.

  96.  
    Jennifer:

    Ich persönlich finde aber auch, wenn man sagt, kann ich gar nicht planen, das ist einfach so ein Stück weit so Anti-Haltung halt so. Kann ich nicht, geht nicht, ist nicht, ist ja alles eine Frage der Einstellung und Haltung, wo wir auch ganz oft und total gerne darüber sprechen. Aber da einfach zu sagen, okay, ich weiß nicht, wie die Zukunft sich gestaltet, aber dennoch bin ich aktiver Macher und plane.

  97.  
    Ralf:

    Wahnsinn! Ich gucke grad auf die Uhr, das ist glaube ich eine unsere längsten Folgen, und ich bin noch nicht mal richtig angefangen zu dem Thema.

  98.  
    Jennifer:

    Wir laufen gerade warm.

  99.  
    Ralf:

    So ist es.

  100.  
    Jennifer:

    Also das heißt, liebe Hörer da draußen, Follow-up.

  101.  
    Ralf:

    Bestimmt.

  102.  
    Jennifer:

    Kommt auf jeden Fall. Nutzen Sie aber im Hier und Jetzt schon die Zeit und visualisieren Ihre Ziele und machen sich auf den Weg, auf die Reise, navigieren Sie.

  103.  
    Ralf:

    Weißt du was, ich schreibe vielleicht noch was in den Newsletter.

  104.  
    Jennifer:

    Ich bin gespannt.

  105.  
    Ralf:

    Ich auch. Also ich pack mal, vielleicht packe ich noch ein paar Highlights, vielleicht frage ich noch mal, ob ich so ein Foto kriege von der Wand, wie die Ziele visualisiert sind unserer Partner, und dann aber in den Newsletter mal.

  106.  
    Jennifer:

    Und ich freue mich schon auf unseren Ziele-Workshop, auf den eigenen im Begeisterungsland.

  107.  
    Ralf:

    Selbstverständlich. Vielen Dank!

  108.  
    Jennifer:

    Gerne. Bis dann.

  109.  
    Ralf:

    Tschüss!

> Das Transkript hier direkt in Chat-Form anzeigen <

Mehr zu ähnlichen Themen

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!