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#020 Selbstentwicklung: Mach’ dich fit für die Zukunft!

#020 Selbstentwicklung: Mach’ dich fit für die Zukunft!
Brennende Themen im Führungsalltag...

 
 
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In welchen Bereichen bilden Sie sich aktuell weiter?

Viele Führungskräfte fördern die berufliche Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter. Oft fordern sie diese sogar ein. Denn sie haben erkannt: Die Weiterentwicklung der Mitarbeiter ist ein Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens.

Umso erstaunlicher ist es, dass Führungskräfte oft keinen eigenen Entwicklungsplan haben. Stattdessen hält man in der Führungsetage an gesetzten Qualifikationen und Methoden fest. Ein oft genanntes Argument gegen die eigene Weiterbildung ist der Mangel an Zeit und die damit verbundenen Kosten. Unserer Meinung nach ist der Verzicht auf Weiterbildung ein höchst riskantes Unterfangen.

In dieser Folge sprechen fokussieren wir deshalb die Selbstentwicklung von Führungskräften. Was sollten Führungskräfte tun, um für die Gegenwart und Zukunft gerüstet zu sein? Wie kann man sich als Führungskraft weiterbilden und was braucht es dafür? Es gibt viele Möglichkeiten und Wege sich weiterzubilden. Eines ist sicher: Wer nichts für seine Weiterbildung tut, wird zurückfallen und in Zukunft mit riesigen Herausforderungen konfrontiert sein.

Das komplette Transkript
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Warum machen Führungskräfte so wenig für Ihre eigene Weiterbildung?
Weiterbildungen frühzeitig planen und buchen
Es gibt viele Wege, sich weiterzubilden
Auch Mitarbeiter tragen Verantwortung, an sich selber zu arbeiten
Eine Lernkultur entwickeln
Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  1. Warum machen Führungskräfte so wenig für Ihre eigene Weiterbildung?

  2.  
    Ralf:

    Ich habe ein Thema mitgebracht, ich frage Führungskräfte immer, was haben Sie 2019 für sich selber an Fortbildung gemacht? Und mein Ergebnis in den letzten Wochen ist erschreckend. Zwischen null …

  3.  
    Jennifer:

    Viele sagen dann wahrscheinlich, ich habe doch noch ein paar Monate.

  4.  
    Ralf:

    Oder so. Also zwischen null und, ich komme ja zu ihnen, ich sage, noch mal insgesamt, wie seht Ihr Selbstentwicklungsplan aus? Ich mache ja immer auch einen PEP, einen persönlichen Entwicklungsplan, der mir wichtig ist, aber ich frage natürlich auch insgesamt fachlich. Also ich sehe gerade, und du weißt ja, wir arbeiten selber dran, noch mal ein neues Konzept für Führungskräfte zu schreiben, weil wir in der Transformation sehen, dass die Dinge, die jetzt da sind, nicht ausreichen. Da frage ich also, wo mache ich eine fachliche Fortbildung, strategische Fortbildung? Und ehrlich, je höher die Position, desto eher kommt der Faktor null, keine Zeit.

  5.  
    Jennifer:

    Was meinst du denn, ist es denn wirklich keine Zeit oder dass die Menschen vielleicht auch denken, im Prinzip bin ich doch fertig, ich habe studiert, ich habe viel Erfahrungen?

  6.  
    Ralf:

    Nee, glaube ich nicht. Ich glaube, dass keine Zeit der wirklich gefühlte Grund ist. Wirklich keine Zeit, die Aufgaben, das ist gefühlt zu teuer im Moment für die Mitarbeiter, für die Führungskräfte zu teuer ist, sich noch mal eine Woche rauszunehmen und eine Fortbildung zu machen. Ich meine nicht eine Tagung. Also das erlebe ich schon, dass man auf Fachtagungen geht, auf Kongresse geht oder eine Messe, sondern wirklich eine Fortbildung, die vielleicht übers Jahr 10 Tage dauert oder 5 Tage oder mal 3 Tage am Stück etwas trainiere, erarbeitete, mich mit strategischen Themen beschäftige, das insgesamt zu wenig stattfindet. Da ist meine Erfahrung, das wird zu wenig, viel, viel zu wenig gemacht.

  7.  
    Jennifer:

    Ist es dann schon so eine Betroffenheit, die du dann erlebst, oder ist es dann doch eher so ein Wegschieben von Führungskräften?

  8.  
    Ralf:

    Also ich erlebe ganz oft schon eine selbstkritische Betrachtung. Boah, wenn ich jetzt so gucke, ist auch eine Betroffenheit da, aber da ist auch der Kopf, wann, nein, das passt grad nicht rein. Da sind zu viele Themen, ich müsste sowieso mich noch mit Projekten beschäftigen. Ich habe noch Dinge, die müsste ich sowieso noch machen. Also eher das schlechte Gewissen, noch andere Dinge nicht fertig zu kriegen. Nein, da ist schon auch eine Betroffenheit. Manchmal weiß man nicht, was. Ich höre ganz oft, haben Sie einen Tipp? Da ist ein riesiges Fragezeichen, dass man nicht weiß, was ist die zielgerichtete Fortbildung für mich, also in der Entwicklung?

  9.  
    Jennifer:

    Da sehe ich so die, was heißt die Stellschraube oder vielleicht halt eben das, was nicht passiert, wenn du jetzt auch von höheren Führungspositionen sprichst, das ist ja kaum jemand da, der auch da mal Feedback, Rückmeldung gibt oder der dort vielleicht auch Entwicklungsgespräche führt. Wir kennen das ja oder stoßen das auch bei unseren Partnern an. Wo es immer heißt, entwickele deine Mitarbeiter weiter, führe Gespräche, regelmäßige, gib Feedback. Aber da gibt’s ja, in Anführungszeichen oben, auch wenn wir immer sagen, flache Hierarchien oder von flachen Hierarchien oft ausgehen, es ist ja ganz selten oben jemand da, der zum Beispiel einem Geschäftsführer …

  10.  
    Ralf:

    Oder einem Inhaber.

  11.  
    Jennifer:

    … auch Rückmeldung gibt, oder Inhaber, der sagt, hey, mach doch mal was. Und selbst, wenn ich Personaler dann habe, die geben ja den obersten Chefs keine Rückmeldung und sage, mache doch mal oder da wäre doch Möglichkeit oder Potenzial. Also da sehe ich so einen Ansatzpunkt im Rahmen von Kultur, uns ist ja wichtig, eine bestimmte Kultur auch im Unternehmen lebendig zu haben, dass da einfach Chefs auch die Offenheit mitbringen, wenn es Personaler gibt, auch zu sagen, hey, auch ich möchte Feedback haben, auch einen Reminder haben, erinnert werden, weil wenn man dann in die strategische Planung fürs nächste Jahr geht könnte, oder nicht nur könnte, dann ist ja die Zeit da, um es auch bewusst einzuplanen. Na, du sprichst halt eben von vielleicht Fortbildungen, die manchmal eine Woche gehen übers Jahr verteilt. Und ich finde, da ist es auch wieder die Bewusstheit, wenn ich weiß, ich möchte das machen und wie wichtig das fürs Unternehmen ist, dass wir es ja schon schaffen können, es einzuplanen.

  12. Weiterbildungen frühzeitig planen und buchen

  13.  
    Ralf:

    Ja klar, im Rahmen der Jahreszielplanung ist natürlich der richtige Zeitpunkt gleich das mit einzuplanen. Und mein Trick ist ja, Fortbildungen auch gleich zu bezahlen, weil ich es ja dann auch manchmal schaffe, kurz vorher zu sagen, das passt mir gar nicht. Höre ich übrigens auch oft, wenn ich Coaching-Termine habe.

  14.  
    Jennifer:

    Passt jetzt doch nicht.

  15.  
    Ralf:

    Nee, ah der Tag heute, Herr Strupat. Ich bin da ja hartnäckig, verschieben geht ja nicht. Aber ich höre dann, wenn ich es hätte verschieben können, hätte ich es verschoben. Und fast jeder sagt, wenn er wegfährt, Mensch, so gut, dass dieser Tag heute stattgefunden hat, bin ich wirklich dankbar. Das kennt glaube ich jeder. Wenn ich das im Rahmen der Jahreszielplanung einplane, mir die Fortbildung aussuche und gleich bezahle, fahre ich auch hin. So ist es bei mir. Wenn ich die Chance habe das zu verschieben oder habe noch nicht bezahlt und dann kommunikativ natürlich so gut drauf bin, sogar den Veranstalter überzeuge, dass es jetzt richtig ist, dass ich den Termin verschiebe und es nichts kostet, dann kriege ich das auch noch hin. Also deswegen ist für mich immer richtig, mich selber sozusagen in eine Verbindlichkeit zu bringen und dann findet es auch statt.

  16.  
    Jennifer:

    Und den Faktor Schmerz zu erhöhen.

  17.  
    Ralf:

    Ja. Ich finde es ja auch immer so lustig, wenn ich dann sage, heute sind Sie ja auch hier, da haben Sie ja auch Zeit. Ja, ich musste ja heute kommen. Aha. Also ne, das hat natürlich auch etwas mit Priorität zu tun. Zeit ist immer eine Frage von Priorität. Aber woanders drückt‘s natürlich und das rächt sich später, es rächt sich ja nicht heute, nicht morgen. Ich sehe, dass die Methoden, die Führungskräfte heute nutzen, deswegen arbeiten wir ja auch in einem Konzept, nicht mehr up to date ist. Wir versuchen mit Methoden von früher und heute die Zukunft zu gestalten. Ich sage, das wird nicht funktionieren. Chefs glauben immer, dass sie nicht davon betroffen sind. Sie sehen ja eher den Dorn im Auge des anderen, aber den Balken vorm eigenen Kopf nicht. Da kann jeder hier, der heute zuhört und Führungskraft ist, wirklich mal in sich gehen und reflektieren. Wir sehen eher die Fehler woanders, aber in der Selbstreflektion, sind meine Führungsmethoden überhaupt noch richtig?

  18.  
    Jennifer:

    Das heißt, für sich ja selbst auch erstmal Klarheit zu bekommen. Wie bin ich gerade unterwegs? Wie führe ich? Wie leite ich ein Unternehmen oder in meiner Position strategisch überhaupt eine Klarheit dafür zu bekommen, um dann auch potenziell passende Weiterbildung auswählen zu können. Weil ich meine, da wird ja auch oft dann einfach von der Stange her entschieden, und sagen, das klingt ganz gut, hat sich bewährt …

  19.  
    Ralf:

    Total.

  20.  
    Jennifer:

    … ist altbekannt, nehmen wir mal. Die sind etabliert am Markt, machen wir mal. Aber da wirklich für sich hinzugucken, was stimmig ist.

  21.  
    Ralf:

    Ich gucke ja auch mir die Fortbildung an, um meinen Kunden einen Tipp zu geben. Die meisten haben noch wirklich das Angebot wie vor 30 Jahren, die gleichen Inhalte. Also das ist auch noch mal ein guter Hinweis von dir. Fast jeder Unternehmer, fast jede Top-Führungskraft, die heute zuhört, kann sagen, mit den Methoden, die ich heute beherrsche, werde ich die nächsten 10 Jahre nicht zurechtkommen. Also es gilt für uns alle, es gilt für uns alle. Und jeder, der zuhört, kann sagen, es gilt auch für mich. Und dann kann man mal fragen, was tue ich denn an neuen Themen, Führung 4.0, mir egal, wie es heißt, was nutze ich denn heute anders? Was habe ich gelernt in Führung, in den letzten 2, 3 Jahren, was für die Zukunft gebraucht wird? Da ist meine Erfahrung, nothing, null, zu wenig.

  22. Es gibt viele Wege, sich weiterzubilden

  23.  
    Jennifer:

    Du hast jetzt die Weiterbildung angesprochen. Wo ich absolut dabei bin, dass man das für sich halt eben einplant und ein Weiterbildungs-Highlight pro Jahr definitiv fest für sich drin hat und verankert hat. Dass man ja auch bei sich selbst auch nicht fertig wird, sondern dass es immer spannende Ansatzpunkte gibt. Es gibt ja auch die Möglichkeit darüber hinaus was zu tun, ob es halt eben Lesen ist, ob es Podcast hören ist, was hast du da für Impulse, Tipps?

  24.  
    Ralf:

    Na, du hast ja schon gesagt, also ich sag mal Lesen, Podcast hören, Hörbücher, YouTube. Ich nutze selber auch Online-Kurse, die finde ich gut. Es gibt gute Online-Kurse, wo man selber in ein paar Wochen an sich arbeitet. Ich habe für mich noch mal gerade zum Thema Mentaltraining einen Online-Kurs gemacht 3 Monate. Hat mich selber auch noch mal richtig weitergebracht. Also die ganze Bandbreite steht uns ja selbst zur Verfügung und jeder Führungskraft ja auch. Wir bauen ja auch immer mehr online ein, damit ich dann abends meine Häppchen, meine Lernhäppchen nutzen kann. Und was wir noch versuchen, ist unseren Partnern ja Lernen auf Abruf zu ermöglichen. Das heißt also, jetzt morgen habe ich ein Thema und dazu will ich heute Input haben. Das denke ich, ist, was wir bieten können, und da gibt’s ja natürlich wahnsinnig viele Anbieter. Selbst YouTube bietet auch kostenlos gute Inhalte. Also es ist natürlich auch eine Einstellungssache und dann muss ich so eine Art Ritual einführen und Disziplin entführen, damit ich dann, nicht jeder fährt so viel Auto wie ich und kann dann stundenlang Podcast-Serien hören.

  25.  
    Jennifer:

    Weil das finde ich ist immer ein wichtiger Punkt, den du ansprichst, weil ich kriege das oft in den Coachings zu hören, ja, da fange ich dann nächste Woche mal mit an. Wo ich sage, warum nicht heute? Ich denke, da ist oft der innere Schweinehund so groß, dass man sagt, ja, weil das ist ja auch Veränderung. Wenn ich jetzt sage, ich etabliere dieses regelmäßige Podcast hören oder wieder mal ein fachliches Buch halt eben zur Hand zu nehmen und wirklich durchzuarbeiten, dass man dann immer Einwände findet, warum das jetzt gerade auch wieder nicht der passende Zeitpunkt ist. Da sind wir wieder beim Faktor Zeit. Und da denke ich, wirkliche Rituale zu schaffen, dass es halt eben zur Gewohnheit wird und ganz normal dazugehört, und dass man eben nicht sagt, ich bin dafür kein Typ, ach, finde ich nicht stimmig, sondern ausprobieren an der Stelle. Wirklich erst mal ausprobieren, bevor ich es im Vorfeld blocke.

  26.  
    Ralf:

    Ja. Viele, viele Top-Führungskräfte sind heute schon so weit, dass sie den Bedarf für ihre Mitarbeiter sehen, Konzepte machen, aber für sich kein Konzept haben, keinen Lernplan haben, und auch nicht nachhalten. Das ist wirklich so ein Tipp, dass ich sage, bitte zieht mal Bilanz und schreibt mal wirklich auf, wie viele Bücher habe ich gelesen? Wie viele andere Learnings, Lernmedien habe ich genutzt? Wirklich mal aufschreiben. Und was ist mein eigener Anspruch an mich? So, und dann mal Bilanz ziehen und sagen, passt das? Und das wirklich aufschreiben und dann gucken, wenn ich noch einen über mir hätte, wenn jetzt ein Unternehmer zuhört, der könnte ja fragen, wenn ich jetzt einen über mir hätte und müsste jetzt zum Mitarbeitergespräch, und der sagt, na Herr Strupat, dann zeigen Sie mir mal, was haben Sie dieses Jahr für sich gemacht, wo haben Sie an sich gearbeitet, welche Themen haben Sie angepackt, um zu lernen? So, und dann glaube ich, sieht’s für viele ziemlich dünn aus.

  27.  
    Jennifer:

    Aber da bist du natürlich ein super Vorbild, also da sehe ich ja immer durch wirklich Berge an Bücher. Ich meine, da sind wir vielleicht auch, wenn wir neue Medien immer fokussieren und Digitalisierung groß schreiben, Online-Kurse mit ins Repertoire aufnehmen, aber dass wir schon echte Bücher auch lieben und du ackerst da ja durch, Menschen, die hier im Begeisterungsland sind, die unsere Bibliothek kennen, die wissen, wovon ich spreche. Da reicht ja mittlerweile der Platz in den Regalen nicht mehr, da stapeln sich …

  28.  
    Ralf:

    Ist ja noch so eine Marke also.

  29.  
    Jennifer:

    … die Berge.

  30.  
    Ralf:

    Ich habe ja viele Bücher digital, und wenn ich sage, das ist ein Top-Buch, das vertiefe ich, dann kaufe ich es mir nochmal als Papierbuch, um dann darin zu arbeiten und zu kopieren. Also dann vertiefe ich das Buch. Ist ein bisschen ein teurer Spaß dann, aber das sind dann ausgewählte Bücher, wo ich sage, die brauche ich dann, um Dinge zu vertiefen.

  31.  
    Jennifer:

    Wobei ich das immer auch schön finde im Sinne von, wer schreibt, der bleibt. Also ich mag auch das Gefühl von haptischen Büchern und Eselsohren reinmachen.

  32.  
    Ralf:

    Kultur.

  33.  
    Jennifer:

    Und ist ein Kulturgut halt so. Ja. Was ich ja auch immer ganz stark versuche meinen Kindern weiterhin mit auf den Weg zu geben. Beide Kinderzimmer sind gut gefüllt mit Büchern. Ich finde, das ist schon was, was wir uns auch mit aller Digitalisierung doch auch erhalten sollten.

  34.  
    Ralf:

    Ja. Kleine Bibliotheken in den Unternehmen zum Ausleihen. Manchmal sehe ich nur 5, 6 Bücher. Nur 5, 6 Bücher. Manche haben gar …

  35.  
    Jennifer:

    Aber wenn es die richtigen sind?

  36.  
    Ralf:

    Ja, unsere sind dabei. Aber manchmal, es gibt in manchen Standorten, Filialen, null Bücher. Es gibt nur Ordner, wo eh keiner reinguckt. Auch interessant, also auch mal zu fragen, welche Mitarbeiter überhaupt noch Bücher lesen?

  37.  
    Jennifer:

    Dann kriegst du wahrscheinlich so eine Top-10-Bestsellerliste von Romanen & Co., aber wenig fachliche Literatur.

  38.  
    Ralf:

    Ja.

  39. Auch Mitarbeiter tragen Verantwortung, an sich selber zu arbeiten

  40.  
    Jennifer:

    Aber das ist, finde ich, noch mal ein interessanter Switch beim Thema Selbstentwicklung. Wir hatten jetzt ja den Fokus Selbstentwicklung von Führungskräften. Und irgendwann in einem Gespräch hattest du mal gesagt halt so, was kann denn ein Chef überhaupt von Mitarbeitern verlangen oder voraussetzen an eigener Selbstentwicklung? Sprich, der Mitarbeiter, dessen Chef sagt, ja, ist doch klar, ein Mitarbeiter, der entwickelt sich doch aus selbst weiter, der tut doch was für seine Position. Und da merken wir, dass es ja schon auch unterschiedlich ist, ne.

  41.  
    Ralf:

    Ja, das ist ein Thema, da will ich unbedingt noch mal was zu erarbeiten. Ich weiß nicht, ob es eine Folge wird, ob es mal ein eigenes Hörbuch wird oder ein Buch, oder vielleicht wird es auch ein kleiner Online-Kurs. Ich vermisse, dass Mitarbeiter reflektieren, dass sie an sich selber arbeiten müssen, weil ihre Arbeitsleistung, wenn sie sie nicht werterhalten durch Fortbildung, nicht mehr den Wert hat, den es mal hatte. Also wenn ich vor 10 Jahren angefangen bin und wachse nur im Unternehmen an den Aufgaben, also weil es neue Software gibt, neue ERP- oder CRM-Software, aber mich selber nicht entwickle, nicht selber trainiere, nicht mal zum Kurs gehe, zu einer Fortbildung gehe, dass ich glaube, dass du dann nicht mehr den Wert hast, für den du mal eingestellt wurdest. Ich muss selber was dafür tun, und dieses Bewusstsein haben Mitarbeiter nicht. Ich erarbeite hier grad so einen Digitalisierungstest, weil ich vermisse, dass Mitarbeiter selber sich mit Digitalisierung beschäftigen und gucken, sich quälen, mitzuhalten, und erwarten, dass es nur das Unternehmen macht. Und das wird nicht reichen. Das wird nicht reichen. Mir fehlt dieses Verständnis selber was dafür zu tun, sondern immer erwarten, dass es vom Unternehmen kommt, dass es geliefert wird. Das reicht nicht. Ich muss selbst was dafür tun. Das ist das, was ich ja an Mehrwert auch bringe dem Unternehmen.

  42.  
    Jennifer:

    Aber da finde ich es wichtig, also da möchte ich nicht die Verantwortung an die Führungskraft abgeben, nur dass wir nicht diese Grundhaltung mit uns tragen, jeder Mitarbeiter reflektiert das, dass er halt eben einen gewissen Wert auch fürs Unternehmen hat und weiterhin auch bringen soll und dass er halt eben auch an seinem eigenen Beitrag arbeiten darf, sondern dass Führungskräfte das definitiv auch mit aufnehmen. Und da auch so die Frage, die du reingebracht hast, was habe ich gelesen, welche Podcasts höre ich regelmäßig oder was tue ich für meine eigene Selbstentwicklung, dass das auch ein Teil bei Mitarbeitergesprächen ist.

  43.  
    Ralf:

    Total.

  44.  
    Jennifer:

    Dass man einfach sagt, hier so, welche letzten 3 Bücher hast du denn gelesen, oder was für einen Lieblings-Podcast hörst du? Also für den beruflichen Kontext. Oder hast du mal ins Internet, ins Intranet geguckt? Also viele Unternehmen haben ja schon E-Learnings.

  45.  
    Ralf:

    Also dafür nutze ich ja dieses Aktivbuch einfach wunderbar in den Unternehmen. Und dann sage ich, Leute, wenn einer zum Gehaltsgespräch kommt, dann muss er das Aktivbuch mitbringen, was wir ja haben, wo die Fortbildungen notiert werden. Und dann, wenn einer mehr Geld möchte, dann ist das eine Standardfrage. Wo hast du dich entwickelt, was hast du getan?

  46.  
    Jennifer:

    Ja, okay. Mhm (bejahend). Aber wie gesagt, dass es wichtig ist, das eben auch bei anderen anzustoßen.

  47.  
    Ralf:

    Ja klar.

  48.  
    Jennifer:

    Dass es eben nicht Grundvoraussetzung ist, das ist ganz normal, die tun das.

  49. Eine Lernkultur etablieren

  50.  
    Ralf:

    Na, ich denke, das muss zur Philosophie des Unternehmens werden. Lernende Organisation, lebenslanges Lernen, was heißt das? Das muss thematisiert werden, das muss mit Leben gefüllt werden, es muss gelebt werden. Das darf nicht irgendwo einfach nur eine Worthülse sein, sondern wir müssen es mit Leben füllen. Und mit Leben wird es gefüllt, wenn ich es beachte, wenn ich was dafür tue, wenn es sichtbar ist, wenn danach gefragt wird, wenn es vorgelebt wird, wenn es angeboten wird, aber nicht nur auf dem silbernen Tablett setze.

  51.  
    Jennifer:

    Kommen wir beim silbernen Tablett zu den Kaffeebohnen, die wir auf unser oranges Tablett …

  52.  
    Ralf:

    Ich wollte gleich nur mal fragen, welche Fortbildung du dieses Jahr gemacht hast. Das machen wir dann aber nach dem Mikro. Und welche Bücher du gelesen hast.

  53.  
    Jennifer:

    Ich habe ja noch ein paar Monate Zeit. Und die Bücherliste liefere ich von meinen Jungs. Nein. Also ich denke, da ist es so, klar, habe ich auch ein superhohen Anspruch da an mich und ich denke, da werden viele Mamas schon das Verständnis von mir auch teilen können, dass man sagt, boah, ich würde gerne noch mehr lesen, um mich persönlich halt eben selbst zu entwickeln, aber ich sage, wenigstens stimmt ja der fachliche Fokus, dafür habe ich ja genug Zeit hier im Begeisterungsland und den Anspruch an begeisternde Projekte und Trainings und Coachings. Aber dennoch hast du natürlich auch den Impuls gesetzt, wo ich denke, ja Chef, wir sollten darüber sprechen, welche nächste Fortbildung ich machen darf.

  54.  
    Ralf:

    Ich ahnte es.

  55.  
    Jennifer:

    Ja.

  56.  
    Ralf:

    Warum habe ich die …

  57.  
    Jennifer:

    Die Geister, die ich rief.

  58. Unsere praktischen Tipps zusammengefasst

  59.  
    Ralf:

    Genau. Kommen wir zu Bohnen.

  60.  
    Jennifer:

    Ja, für mich ist Reflektion, selbst überhaupt hinzugucken, was tue ich für meine eigene Selbstentwicklung, also Bewusstheit da an der Stelle, eine Selbstentwicklung. Ja.

  61.  
    Ralf:

    Ja, das wäre auch meine Bohne. Und ich finde, die Bohne zum Thema, das in Mitarbeitergesprächen zu thematisieren, dieses lebenslange Lernen mit Geist zu füllen, mit Leben zu füllen, das zu thematisieren, es zu kapieren, was es fürs Unternehmen bedeutet, und in die Kultur verankern, dass es spürbar ist, dass ich es thematisiere.

  62.  
    Jennifer:

    Und wichtig für mich noch mal als Appell an alle Führungskräfte da draußen, das bewusst halt eben vorzuleben. Eben nicht so zu tun, ich als Führungskraft bin ja fertig gebildet, ich bin jetzt vielleicht Inhaber, Geschäftsführer oder sonst was, auch zu zeigen, dass neue Methoden, methodische Ansätze, die sich ja auch mit der Zeit entwickeln, dass man sich auch selbst mit denen weiterentwickelt. Und ich sagte, ich habe vor 20 Jahren mal SchmidtColleg gemacht, habe dicke Ordner dastehen, und so machen wir das auch heute noch so, weil die Zeit verändert ja beständig.

  63.  
    Ralf:

    Radikal. Also ich spüre, und deswegen ja auch wie gesagt, selbst bei uns, dass wir unsere Konzepte überarbeiten, die Transformation ist da, und es gilt für uns alle.

  64.  
    Jennifer:

    Mhm (bejahend). Lassen wir so stehen an der Stelle, ne.

  65.  
    Ralf:

    So, jetzt kommen wir zur Fortbildungsliste von Jennifer Zacher-Handke, aber dafür machen wir hier unser Mikro aus …

  66.  
    Jennifer:

    … und sagen, bis zum nächsten Mal.

  67.  
    Ralf:

    Bis zum nächsten Mal. Tschüss!

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