Schwierige Mitarbeiter mit Herz und Verstand führen

Kann ich nicht, mach ich nicht, will ich nicht: Wenn Chefs Aussagen wie diese von vermeintlich schwierigen Mitarbeitern hören, gehen sie oft auf Angriff. Logisch, denn Anweisungen haben schließlich einen Sinn, und wenn ein Unternehmen Erfolg haben will, müssen alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen. Andernfalls entsteht schlimmstenfalls eine Negativspirale, die vergleichbar ist mit einem faulen Apfel, der alle anderen Äpfel ansteckt.

Ganz aktuell habe ich mit unterschiedlichen Partner dieses Thema auf der Agenda. Was tun, wenn meine Mitarbeiter nicht das tun, was ich von ihnen verlange?

Lassen Sie uns gemeinsam ausloten, welche anderen, konstruktiveren Strategien es für Führungskräfte gibt, um schwierige Mitarbeiter zu führen, als nur auf Angriff zu gehen.

Wie schwierig sind Ihre Mitarbeiter tatsächlich? Oder liegt es vielleicht sogar an Ihnen?

Bevor Sie sich entschließen, einen unliebsamen Mitarbeiter vor die Tür zu setzen, stellen Sie sich die folgende zwei Fragen:

  • Kommen nur Sie nicht mit ihm klar oder ist er auch bei Kunden und Kollegen unbeliebt?
  • Sind etwaige Konflikte auf eine aktuelle Situation bezogen – möglicherweise, weil Ihr Mitarbeiter mit einer bestimmten Aufgabenstellung Schwierigkeiten hat – oder erstreckt sich sein Verhalten auf sämtliche Bereiche?

Nehmen Sie sich Zeit, Antworten auf diese Fragen zu finden. Als Führungskraft stehen Sie in der Verantwortung, die Begeisterungskultur in Ihrem Unternehmen am Laufen zu halten.

Im Laufe meiner beruflichen Erfolgsgeschichte sind mir zahlreiche Führungskräfte begegnet, die kontinuierlich am Limit arbeiten und sich zwischen Kundenwünschen, Mitarbeiteransprüchen und den Forderungen ihrer eigenen Vorgesetzen aufarbeiten. Das Ergebnis: Statt von Gehalt sprechen sie von Schmerzensgeld, und statt Freude an der Arbeit zu empfinden, zählen sie die Tage bis zur Rente. Dass es mit einer derartigen Einstellung schwierig ist, eine positive Unternehmenskultur zu etablieren oder zu fördern, versteht sich von selbst.

Machen Sie sich bewusst, mit welcher Haltung und Einstellung Sie Ihrem Führungsalltag und Ihren Mitarbeitern begegnen. Welchen positiven Beitrag leisten Sie, um Ihr Team zu befähigen. Was genau tun Sie, wenn Schwierigkeiten aufkommen oder Aufgaben nicht oder nicht zu Ihrer Zufriedenheit gelöst werden. Es liegt in Ihrer Hand, Mitarbeiter zu führen.

Das Prädikat „schwieriger“ wird häufig zu leichtfertig vergeben

Was bedeutet das für Ihren Umgang mit schwierigen Mitarbeitern? Sehen wir uns ein paar Beispiele genauer an:

Möglichkeit 1: Die Aufgabenstellung passt nicht zum Charakter des „schwierigen Mitarbeiters“

Nehmen wir an, Sie haben eine Position, in der Kontaktfreude das A und O ist, mit einem extrem introvertierten Mitarbeiter besetzt. In diesem Fall gibt es für Sie gleich zwei Dinge zu tun: Zum einen sollten Sie sich fragen, wie das passieren konnte. Zum anderen sollten Sie sich überlegen, ob Sie möglicherweise eine andere Stelle haben, an der besagter Mitarbeiter die Stärken voll einbringen kann.

Möglichkeit 2: Sie mögen den Mitarbeiter nicht

Manchmal ist es so, dass wir mit einer Person einfach nicht so gut können. Wir haben keine klare Antwort darauf. Manchmal ist es einfach die Chemie. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, sich von Bewertungen zu befreien und neutral mit Fakten an die Situation zu gehen. Gerade dann setzen wir oft die „Fehlersuchbrille“ auf und halten uns mit Wohlwollen zurück.

Lösen Sie sich von persönlichen Befindlichkeiten und sammeln wertfrei Fakten über dem vermeintlich schwierigen Mitarbeiter.

Möglichkeit 3: Der Mitarbeiter ist objektiv schwierig, weil er weder Teamgeist zeigt, noch Ergebnisse liefert und im schlimmsten Fall sogar Ihre Kunden verprellt.

Mitarbeiter können sich aus verschiedensten Gründen zu „faulen Eiern“ entwickeln, und es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie als Führungskraft mit ihren negativen Verhaltensmustern umgehen können.

Was Sie tun können, um schwierige Mitarbeiter mit Erfolg zu führen

1. Aufmerksamkeit als Schlüssel zu einer erfolgreichen Kommunikation:

Die meisten Menschen haben ein Bedürfnis nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Nutzen Sie dieses Bedürfnis im Umgang mit schwierigen Mitarbeitern. Sie haben genug von rechthaberischen Kommentaren oder dem Imponiergehabe des Blenders? Dann hüten Sie sich davor, den Kollegen einfach zu ignorieren und ihm damit die gewünschte Aufmerksamkeit zu entziehenDamit ermuntern Sie ihn nur dazu nachzulegen. Stattdessen nehmen Sie den Besserwisser beim Wort und übertragen ihm eine herausfordernde Aufgabe oder fordern den Blender dazu auf, konkrete Ergebnisse abzuliefern.

2. Ändern Sie sich selbst, dann ändern Sie auch die Gesamtsituation

Sie ändern andere Menschen nicht, schon gar nicht durch bloße Anweisungen. Der wirkungsvollste Hebel, den Sie haben, ist es, Ihr eigenes Verhalten zu ändern, um damit neue Rahmenbedingungen zu schaffen. Seien Sie ein positives Vorbild, denn Mitarbeiter tun nicht das was Sie sagen, sondern das was Sie tun. Leben Sie Ihre Wunschkultur vor.

3. Behalten Sie Ihre Ziele fest im Blick

Als Führungskraft ist es Ihre Aufgabe, Ergebnisse zu erzielen und für ein positives Miteinander im Team zu sorgen. Alles, was diese beiden Ansprüche gefährdet, erfordert Handeln. Suchen Sie das Gespräch mit dem schwierigen Mitarbeiter, seien Sie klar und deutlich, vereinbaren Sie gemeinsam Termine, um besprochene Themen konsequent zu prüfen. Und wenn Sie Ihr Bestes, Ihr allerbestes gegeben haben und sich der Mitarbeiter dennoch nicht ändert, kann, ja muss es sogar zur Trennung kommen. Doch entscheidend ist, dass Sie Fakten als Grundlage haben, den offenen Dialog suchen, ehrlich mit der Situation umgehen und trotz aller Herausforderungen und Enttäuschungen fair bleiben. Denn auch das begeisternde Trennen gehört zu einer guten Unternehmenskultur dazu.

Doch statt des Feuerns als letzte Konsequenz rede ich lieber von Anfeuern – also Feuern im positiven Sinne. Machen Sie Ihrem Team – auch besonders den vermeintlich schwierigen Mitarbeitern bewusst, was das jeweilige Unterlassen auslöst. Setzen Sie auf klare Kommunikation, Fairness, Konsequenz und Respekt und machen schwierige Mitarbeiter zu wertvollen Performern..

Ich wünsche Ihnen beste Erfolge beim Umsetzen!


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